Presseschau vom 2. September 2015 – In der Neuen Zürcher Zeitung tut Luc Bondy die Blackfacing-Debatte ab
Plötzlich nur noch Farbe
Plötzlich nur noch Farbe
2. September 2015. In der Neuen Zürcher Zeitung gibt Luc Bondy Barbara Villiger Heilig von der Neuen Zürcher Zeitung eine Audienz in den Schweizer Bergen und redet über dies und das und über den "Othello", den er in der kommenden Spielzeit in Paris inszenieren wird. In der Titelrolle: Philippe Torreton, ein weißer Schauspieler. "Natürlich weiss Bondy, dass er damit einen Sturm von Kritik heraufbeschwört", so Villiger Heilig: "'Blackfacing': Das Stichwort hallt als Unwort seit geraumer Zeit nicht mehr nur durch die deutschsprachige Theaterszene."
Doch obwohl es in Frankreich verhältnismässig mehr schwarze Schauspieler gebe als in der deutschsprachigen Theaterwelt, wehre sich Bondy dagegen, die Rolle des Mohren von Venedig nach dem Kriterium der Hautfarbe zu besetzen. "Absurd! 'Muss denn die Natur mit der Bühne zusammenfallen?' Wo doch Verwandlung das Theater ausmache."
Bondy komme es, so Villiger Heilig, rassistisch vor, das ganze Stück an der schwarzen Besetzung des Titelhelden aufzuhängen. "Plötzlich gibt es die irrationale Figur des Jago gar nicht mehr, sondern nur noch: Farbe", die "Debatte" (sic!) drohe dem Stück die Show zu stehlen.
(sd)
Alles zur Blackfacing-Debatte auf nachtkritik.de in unserem Lexikoneintrag.
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