Presseschau vom 30. Oktober 2020 – Eine Hallenser Corona-Studie bescheinigt laut Tagesspiegel Großveranstaltungen in der Pandemie geringe Ansteckungs-Risiken
Mit Maske und Hygiene-Stewards
Mit Maske und Hygiene-Stewards
30. Oktober 2020. Großveranstaltungen sind auch unter Corona-Bedingungen mit geringem Ansteckungsrisiko abgehalten werden. Zu diesem Ergebnis, über das unter anderen der Berliner Tagesspiegel berichtet, kommt eine Studie von Mediziner*innen der Universität Halle-Wittenberg. Das Forschungsteam hatte am 22. August 2020 auf einem eigens für die Experimentalzwecke angesetzten Konzert des Popsängers Tim Bendzko in Leipzig Ansteckungsrisiken untersucht.
Entscheidend für die Risiken seien das Hygienekonzept und eine gute Belüftung in der Veranstaltungsstätte. Die Wissenschaftler*innen um den Infektiologen Stefan Moritz und den Epidemiologen Rafael Mikolajczyk hatten für ihre "Restart-19"-Studie das Konzert in drei Szenarien organisiert und das Publikum mit Ortungssendern zur Abstandsmessung ausgestattet: Szenario 1) mit normal ausverkaufter Halle und 8700 Zuschauer*innen, 2) mit 4000 Zuschauer*innen und kleinem Ein-Sitz-Abstand im Schachbrettmuster sowie 3) mit paarweise besetzter Halle und Abstand zum nächsten Paar von mindestens 1,50 Metern, berichtet der Tagesspiegel im Anschluss an die Vorstellung der Studie, die noch vor dem abgeschlossenen Evaluationsprozess (Peer Review) erfolgte. "In Konzertpausen konnte man Catering-Stände nutzen, für alle galt Maskenpflicht. Dazu kam eine Modellierung der Luftströme unter verschiedenen Lüftungskonzepten", so der Tagesspiegel.
Vollbesetzte Hallen könnten die Ausbreitung des Virus beschleunigen, heißt es in der Darstellung der Ergebnisse. "Doch allein schon eine Halbierung der Zuschauermenge, kombiniert mit Maskenpflicht, festen Sitzplätzen und einem Einlasskonzept, das die Schlangen kurz hält, kann nach den Berechnungen sogar bei Inzidenzwerten um die 50 dazu führen, dass der Beitrag einer solcher Veranstaltungen zur Ausbreitung des Virus in einer Stadt wie Leipzig sehr gering wäre", so der Tagesspiegel.
Die Vorstellung ihrer Ergebnisse hätten die Wissenschaftler auch mit politischen Empfehlungen verbunden und auf Investitionsprogramme für leistungsfähige Belüftungsanlagen, den Verzicht auf Vollauslastung und Stehplätze, eine durchgängige Maskenpflicht sowie klar kommunizierte Regeln mithilfe von "Hygiene-Stewards" gedrungen.
(tagesspiegel.de / chr)
Hier geht es zur Pressemitteilung der Uni Halle-Wittenberg über die "Restart-19"-Studie.
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