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Unsere auswahl ist subjektiv

Medienschau: taz – Razzia bei Mitgliedern des Peng!-Kollektivs

Wer durchsucht die Hohenzollern?

16. Juli 2021. Als "Repressionen gegen die Kommunikationsguerilla" bezeichnet ein Artikel in der taz die per Staatsanwaltschaft angeordnete Durchsuchung der Räumlichkeiten des Künstler:innen-Kollektivs Peng! sowie der Privaträume von zwei Mitgliedern des Kollektivs. Als mutmaßliche Grundlage für die Razzia nennt der Artikel die Veröffentlichung einer bundesweiten Karte von Gedenkorten, die in kolonialistischem Kontext stehen.

Medienschau: FAZ – Dramaturg Bernd Stegemann über die neue Unfreiheit an den Theatern

"Theater ist eine unordentliche Kunst"

10. Juni 2021. In einem Artikel in der heutigen Frankfurter Allgemeinen Zeitung attestiert der Dramaturg und Publizist Bernd Stegemann den Theatern, in einem "bedenklichen Zustand" zu sein. Die "Debatten, die die Theatermacher gerade mit sich selbst führen", wirken auf Stegemann, als "säßen sie in einem Oberseminar 'Postkolonialismus' und müssten zugleich in einem Sweatshop in Bangladesch arbeiten". Dabei entstehe die "Übertreibung", dass "die deutschen Theater ein Hotspot des Rassismus sind, in dem Hungerlöhne bezahlt werden". Zugleich bekräftigt der Autor, dass ein "Klima der Angst", wie es zuletzt etwa am Berliner Gorki-Theater öffentlich geworden sei, "falsch" sei.

Medienschau: Süddeutsche Zeitung – Sind die Machtmissbrauchs-Vorwürfe am Berliner Maxim Gorki Theater noch ein Thema?

Geschichten von Mut und Mobbing

14. Mai 2021. In der Süddeutschen Zeitung sammelt Sonja Zekri noch einmal Stimmen zum Fall Maxim Gorki Theater. Dort war Intendantin Shermin Langhoff Machtmissbrauch vorgeworfen worden. "Wenn man sich umhört unter denen, die nah, näher und am nächsten dran sind, dann vernimmt man Geschichten des Wachsens und Mutmachens, aber auch von Mobbing, man erfährt von Ermächtigung und Leidenschaft, aber auch von Machtmissbrauch", schreibt Zekri.

Medienschau: FAZ – Opernintendant:innen über strukturellen Wandel

Zauberflöte überholt?

5. Mai 2021. In einem Interview der FAZ sprechen die fünf Opern-Intendant:innen Bernd Loebe, Susanne Moser, Sophie de Lint, Peter Theiler und Dietmar Schwarz über strukturelle Veränderungen in ihren Häusern und Sparte - und über Unterschiede zum Sprechtheater im Kontext aktueller Debatten.

Presseschau vom 4. Mai 2021 – Christoph Nix denkt über die Rolle der Intendanz in der FAZ nach

Theatralische Figuren

4. April 2021. In einem Gastbeitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung greift Christoph Nix, Professor für Bühnenrecht an der Universität Bremen und Intendant der Volksschauspiele Tirol, die aktuelle Debatte um die Rolle der Theaterintendanz auf. Über Macht- und Strukturfragen innerhalb des Stadttheaterbetriebs denkt er dabei grundätzlich nach.

Presseschau vom 30. April 2021 – Der SPIEGEL geht den Vorwürfen gegen Gorki-Intendantin Shermin Langhoff nach

"Klima der Angst"

30. April 2021. Eine Hintergrundrecherche zur Kritik am Führungsstil der Intendantin des Berliner Maxim-Gorki-Theaters veröffentlicht der aktuelle SPIEGEL. Die Vorwürfe drehen sich um eine "toxische Arbeitsumgebung", in der ein "Klima der Angst" herrsche – so zitiert die Autorin Elisa von Hof aus Gesprächen mit 15 Mitarbeiter*innen des Hauses. Die Intendantin Shermin Langhoff werde gegenüber Angestellten laut, "brülle" Mitarbeiter*innen "in Grund und Boden". Auch körperliche Übergriffe gebe es nach Aussagen der Mitarbeiter*innen von Langhoffs Seite. Die Zitierten wollen laut SPIEGEL anonym bleiben.

Presseschau vom 16. April 2021 – Armin Petras äußert sich öffentlich zu Rassismus-Vorwürfen

"Dummheit, Nachlässigkeit, Ignoranz"

16. April 2021. Der Regisseur Armin Petras hat sich erstmals zu den gegen ihn erhobenen Rassismus-Vorwürfen geäußert. In einem Text, den der Bremer Intendant Michael Börgerding am 14. April auf der Website seines Theaters publiziert hat, zitiert Börgerding – mit dessen Einverständnis – aus einer E-Mail, die Petras einen Tag nach Veröffentlichung der Vorwürfe an Ron Iyamu geschrieben habe. Der Schwarze Schauspieler hatte in seiner Diplomarbeit und in einem Fernsehbeitrag Rassismuserfahrungen am Schauspiel Düsseldorf benannt. Einer der Beschuldigten – zwar von Iyamu nicht namentlich genannt, aber durch die Schilderungen identifizierbar – war Petras. Dieser habe ihn bei Proben zu Georg Büchners Dantons Tod wiederholt als "Sklave" angesprochen.

Presseschau vom 14. April 2021 – Die Süddeutsche Zeitung berichtet von der „Klimawerkstatt“ der Kulturstiftung des Bundes zur Forcierung einer neuen Betriebsökologie

Nur Beruhigung des schlechten Gewissens

14. April 2021. Am vergangenen Montag veranstaltete die Kulturstiftung des Bundes eine Online-Klimawerkstatt des Theaters, um den Diskurs der "Betriebsökologie" am Theater weiter voranzubringen. Für Till Briegleb von der Süddeutschen Zeitung brachte die Veranstaltung "viele unverbindliche Initiativen" zusammen, "von freiwilligen Klima-AGs in den Häusern zu losen Netzwerken auf digitalen Plattformen“, doch sie bewies auch, dass es im Kulturbereich "völlig an verantwortlichen Strukturen", fehlt, "die sich verpflichten, konkrete Ergebnisse zu liefern".

Presseschau vom 9. April 2021 – Dramaturg Bernd Stegemann zu den Düsseldorfer Rassismusvorwürfen

"Im Spiel bleiben"

9. April 2021. Im Feuilleton der FAZ (9.4.2021) äußert sich Dramaturg und Autor Bernd Stegemann zu den von Schauspieler Ron Iyamu geschilderten Proben-Vorfällen am Schauspielhaus Düsseldorf: "Man kann das geschmacklos finden und sich als Kollege diese Grenzüberschreitung verbitten. Man könnte aber ebenso im Spiel bleiben und darauf schauspielerisch reagieren."

Presseschau vom 26. März 2021 – Iris Laufenberg, Intendantin in Graz, spricht mit der Berliner Zeitung über Sexismus, Identitätspolitik und ihre Maßnahmen für ein respektvolles Arbeitsumfeld

Spürbare Haltung

26. März 2021. Dass "etwas anderes gelebt als gepredigt wurde", habe sie auch bei den Intendant*innen der 68er-Generation erlebt, berichtet Iris Laufenberg, Intendantin des Schauspielhauses Graz und ab 2023 Intendantin des Deutschen Theaters Berlin, im Interview mit Petra Kohse von der Berliner Zeitung (am Erscheinungstag hinter der Paywall). Spiegel der Gesellschaft sei das Theater dabei nicht nur auf, sondern auch hinter der Bühne, so Laufenberg. "In der Kunst ging – und geht – es ständig darum, dass man die Gesellschaft für mehr Gleichberechtigung und ökologisches Bewusstsein verändern will. Vom tatsächlichen Miteinander war dieser Anspruch oft abgespalten."

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