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Berliner Kulturkürzungen: 110 statt 160 Millionen
24. Juli 2025. Anders als erwartet wird der Berliner Haushalt ab 2026 nicht abgespeckt, sondern aufgestockt. Für die von radikalen Kürzungen existentiell bedrohte Kulturszene bedeutet das: Es wird zwar weiter gespart, aber nicht ganz so drastisch. Für 2025 wurde der Kulturhaushalt um 130 Millionen Euro gekürzt. Statt erwarteten 160 Millionen Euro, die 2026 gekürzt werden sollten, wird der Kulturhaushalt nun "nur" um weitere 110 Millionen Euro reduziert. Nach Informationen des rbb soll er 2026 rund 981 Millionen Euro und 2027 etwa 999 Millionen Euro betragen.
Die Summe der Einsparungen solle "in enger Abstimmung mit den Kulturakteuren" gerechter auf die einzelnen Häuser und Initiativen aufgeteilt werden als bisher, so Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson am Mittwoch nachmittag im rbb-Interview. Theaterschließungen werde es "auf jeden Fall nicht geben".
Von den neuen Kürzungen betroffen seien eher große Bühnen wie das Deutsche Theater (mit drei Prozent), so Rüdiger Schaper im Tagesspiegel. Vulnerable Einrichtungen wie die Kinder- und Jugendtheater würden mit höchstens 1,5 Prozent belastet. Der Senat zahle die Tarifsteigerungen. Und die Fördertöpfe für die Freie Szene würden nicht weiter angetastet.
Außerdem wird ein mit 40 Millionen Euro ausgestatteter "Transformationsfonds" eingerichtet, um u.a. die Entwicklung eines gemeinsamen Ticketingsystems der Berliner Bühnen zu finanzieren. Bühnen und Museen bekommen ein gemeinsames Depot.
"Die Werkstätten der Theater bleiben unabhängig", so der Tagesspiegel. Von einer Privatisierung oder Zusammenlegung der landeseigenen Theater sei keine Rede (mehr). "Die Gründung einer neuen Stiftung ist in nächster Zeit nicht vorgesehen."
Das Berliner Abgeordnetenhaus beschäftigt sich nach der Sommerpause mit den Zahlen, verabschiedet wird der Doppelhaushalt Ende des Jahres – und 2026 wird in Berlin neu gewählt, was die Prognose für 2027 unsicher macht.
(rbb / Tagesspiegel / sd)
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