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Berliner Stückepreis für junges Publikum vergeben

Preisträgerin Zehra Sönmez (Mitte links) © David Baltzer / bildbuehne.de

15. Dezember 2024. Wie das Theater an der Parkaue mitteilt, wurde am Freitag der erste Berliner Stückepreis für junges Publikum an Zehra Sönmez vergeben.

Die 2002 geborene Künstlerin, Autorin und Dramaturgin erhält den mit 10.000 Euro dotierten Preis für ihr Jugendstück "16 GB: Tischtennisplattenpolitik". Die Auszeichnung ist verbunden mit einer Uraufführung des Stücks in der kommenden Spielzeit am Theater an der Parkaue.

In der Jurybegründung heißt es: "Zehra Sönmez' Stück besticht durch eine exzellente sprachliche und formale Gestaltung, die tiefgreifend berührt und nachhaltig beeindruckt. Kraftvoll und präzise schmettert sie ihre durchdringenden Worte ins Publikum." Und weiter: "Anhand von alltäglichen Situationen, die leider kollektiv von vielen marginalisierten Personen in unserer Gesellschaft geteilt werden, stellt Zehra Sönmez' Stück die Frage nach der Möglichkeit eines gleichberechtigten Deutschlands."

Der Gewinnertext wurde in einem zweistufigen Verfahren ausgewählt. Eine Nominierungsjury, bestehend aus den Autor*innen und Regisseur*innen Antigone Akgün, Reihaneh Youzbashi Dizaji und Sergej Gößner, habe aus den Einsendungen eine Shortlist von fünf Texten nominiert. Im zweiten Schritt wurde diese Jury um die Autorin und leitende Dramaturgin des Theaters an der Parkaue Matin Soofipour Omam sowie um Martha Heinze und Milena Emili Ignatevosyan, zwei Jugendliche aus dem Dramaclub des Theaters an der Parkaue, erweitert.

Bis zum 1. Juni dieses Jahres konnten sich Autor*innen um den Preis bewerben. Die Ausschreibung richtete sich sowohl an erfahrene Dramatiker*innen als auch an Autor*innen, die am Beginn ihres dramatischen Schreibens stehen. Auch mehrsprachige Texte konnten eingereicht werden. Insgesamt gingen 104 Texte ein.

Der "Berliner Stückepreis für junges Publikum" ist ein Preis des Landes Berlin und wird im Auftrag der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt vom Theater an der Parkaue ausgelobt. Er löst den bisherigen Brüder-Grimm-Preis ab. Nach der pandemiebedingten Aussetzung der letzten regulären Vergabe im Jahr 2021 haben das Land Berlin und das Theater an der Parkaue die anstehende Preisvergabe zum Anlass genommen, den Preis neu zu konzipieren.

(Theater an der Parkaue / miwo)

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Kommentare  
Stückepreis für junge Publikum: Repräsentanz Kinder- und Jugendtheater
Sehr geehrte Redaktion von Nachtkritik,

mit großem Interesse verfolge ich regelmäßig Ihre Beiträge zu aktuellen Entwicklungen und Inszenierungen in der Theaterlandschaft. Dabei fällt mir jedoch auf, dass das Kinder- und Jugendtheater auf Ihrer Internetseite kaum oder gar nicht vertreten ist. Diese fehlende Repräsentanz ist aus meiner Sicht bedauerlich, da das Kinder- und Jugendtheater einen essenziellen Teil unserer Kulturlandschaft darstellt.

Kinder- und Jugendtheater leisten einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Bildung und zur Förderung junger Menschen in ihrer ästhetischen und sozialen Entwicklung. Gerade in einer Zeit, in der kulturelle Teilhabe und gesellschaftliche Diversität immer stärker in den Fokus rücken, sollten auch junge Zielgruppen und deren künstlerische Ansprache einen Platz in der öffentlichen Wahrnehmung haben.

Es gibt zahlreiche Inszenierungen, Festivals und bemerkenswerte Projekte in diesem Bereich, die einen größeren Raum in der Berichterstattung verdienen. Warum also nicht eine Rubrik oder regelmäßigere Beiträge schaffen, die das Kinder- und Jugendtheater ins Zentrum rücken? Damit könnten Sie einen wichtigen Beitrag leisten, um diese Sparte des Theaters sichtbarer zu machen und ihr die Wertschätzung zukommen zu lassen, die sie verdient.

Ich hoffe, dass meine Anregung Gehör findet und freue mich auf zukünftige Artikel, die auch die jüngsten Theaterliebhaber und ihre Perspektiven in den Fokus nehmen.
Stückepreis für junges Publikum: Klare Worte
@Johanna: danke für die klaren Worte, die ich zu 100% unterschreiben kann. Interessant ist ja auch, dass diese Wahrnehmungskluft zwischen 'richtigem' Theater und dem für junges Publikum immer noch so groß ist. Gibt es Kinogänger:innen, die sich davon abschrecken lassen, dass ein Film ab 6 Jahren oder gar ab 0 Jahren freigegeben ist? Nö. Kleiner Tipp: mal als unbegleitete:r Erwachsene:r in ein Stück aus dem Bereich Kinder- und Jugendtheater gehen. Ist nämlich in erster Linie einfach Theater. Manchmal schlecht, oft gut. So wie im 'richtigen' Theater, also im sogenannten Abendspielplan. PS: das mit dem 'richtigen' Theater hört man leider öfters, wenn man für junges Publikum arbeitet. PPS: die Antwort von F.K. Waechter auf die Frage "Machen Sie Kunst oder was für Kinder" war übrigens ein trockenes "Kunst mir den Buckel runterrutschen".
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