meldung
Bremer Intendant Michael Börgerding verstorben
Michael Börgerding (1960-2025) © Blaumeier-Atelier fotografiert von Carl F
13. Januar 2025. Der Generalintendant des Theater Bremen, Michael Börgerding, ist tot. Wie das Theater heute mitteilt, starb Börgerding "plötzlich und überraschend" am gestrigen Sonntagmorgen nach schwerer Krankheit. Er wurde 64 Jahre alt.
Börgerding habe sein Haus mit "mit Klugheit und Weitsicht, künstlerischer Neugier, Leidenschaft und Menschlichkeit" geleitet, heißt es in der Pressemitteilung. Er sei ein "nahbarer Intendant, ein zutiefst liebenswerter Mensch, ein großer Humanist" gewesen. "Wir, die Mitarbeiter:innen des Theater Bremen, sind tieftraurig und erschüttert und drücken seiner Familie unser herzlichstes Beileid aus."
Der 1960 im niedersächsischen Lohne geborene Börgerding begann seine Theaterkarriere nach einem Studium der Germanistik, Soziologie und Philosophie in Göttingen am dortigen Jungen Theater als Produktionsdramaturg und Regisseur. 1993 ging er fest ans Schauspiel Hannover und wechselte im Jahr 2000 auf die Position des Chefdramaturgen am Hamburger Thalia Theater. In Hamburg wurde Börgerding nach mehreren Lehraufträgen an verschiedenen Hochschulen im Oktober 2005 auch erster Direktor der Theaterakademie, die die Schauspiel- und Regiestudiengänge der Hochschule für Musik und Theater Hamburg (HfMT) vereint.
Im Jahr 2010 wurde Prof. Michael Börgerding zum neuen Generalintendanten des Theater Bremen berufen; eine Stelle, die er zu Beginn der Spielzeit 2012/13 antrat. Im Dezember 2020 war sein Vertrag in Bremen bis zum Jahr 2027 verlängert worden.
"Michael Börgerding war ein Glücksfall für das Theater Bremen", wird Bremens Kulturstaatsrätin Carmen Emigholz in der Pressemeldung zitiert: "Es gelang ihm – unterstützt von seinem Kollegen Michael Helmbold – unser Flaggschiff der Kultur nach einer schweren Krise in sicheres Fahrwasser zu bringen. Er suchte das Gespräch und lotete mit großer Sensibilität für die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen seine Handlungsspielräume aus. Michael Börgerding nahm sich nicht so wichtig, gute Produktionsbedingungen für seine Künstler:innen umso mehr. Und er war ein leidenschaftlicher Verfechter der Kunstfreiheit. In diesen Grundhaltungen stimmten wir überein. Und das erleichterte unser Zusammenwirken. Ich bin sehr dankbar für die vielen Jahre konstruktiver und enorm produktiver gemeinsamer Arbeit, die von einem freundschaftlichen wertschätzenden Miteinander geprägt waren, und sehr traurig über seinen Verlust. Bremen hat ihm viel zu verdanken."
"Michael Börgerding war ein Chef auf Augenhöhe und hat die Menschen bei ihrem Tun und mit ihrem Engagement immer ernst genommen. Alle. Er hat das Haus mit Besonnenheit vorangebracht, auch nach zwölf Jahren Intendanz immer neue Ideen verfolgt, wie zum Beispiel die Bespielung des Goetheplatzes, und kontinuierlich Uraufführungen in allen Sparten gefördert", so Swantje Markus, Geschäftsführerin des Theater Bremen: "Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind zutiefst bestürzt und werden ihn sehr vermissen. Der Austausch mit ihm, seine Klugheit und sein unendlich großes Herz werden mir sehr fehlen."
(Theater Bremen / jeb)
mehr meldungen
meldungen >
- 17. April 2026 Kunststiftung Sachsen-Anhalt warnt vor nationalistischer Kulturpolitik
- 16. April 2026 Göttingen: Schauspielerin Thyra Uhde gestorben
- 16. April 2026 Salzburg: Ex-Festspielpräsident Heinrich Wiesmüller gestorben
- 16. April 2026 Konstanz: Intendantin Karin Becker verlängert
- 15. April 2026 Preisjurys der Mülheimer Theatertage 2026
- 13. April 2026 Chemnitz: Theater wehrt sich gegen Abschaffungspläne
neueste kommentare >
-
Frauenliebe und - sterben, Hamburg Leichte Irritation
-
Nach dem Leben, Nürnberg Empfehlung
-
Die Quelle, Wien Claquere unterwegs
-
Leser*innenkritik Black Rider, SHL Flensburg
-
Burn, Baby, Burn!, Hannover Sagenhaft gut
-
Die Quelle, Wien Bitte weitermachen
-
Fräulein Else, Wien Danke!
-
Über die Notwendigkeit, ... , Wiesbaden Super Abend
-
Fräulein Else, Wien Phänomenal
-
Irgendetwas ist passiert, Berlin Lauwarm


Zuhören, Verstehen, Hinterfragen.
Den Mut haben, keine schnelle Antwort zu kennen.
Auf dem Höhepunkt der Aufgeregtheit einfach mal innehalten
und Nachdenken.
Fast alles möglich machen.
Verstand walten und das Herz sprechen lassen.
Danke, Michael. Für alles.
Michael war so ein wunderbarer Mensch-Mensch.
Die gibt es soooo selten.
Es ist wahnsinnig traurig.
In die Gesellschaft hinein.
In die Stadt hinein.
In die Kunst hinein.
In sein Theater hinein.
In die Menschen.
Er hat sich nicht von den Mühlen der Oberflächlichkeit unseres Metiers, aber auch der Beschleunigungsgesellschaft, in der wir hausen, vereinnahmen lassen.
In großer Hochachtung und zugleich tiefer Traurigkeit.
Du wirst uns alle fehlen, lieber Michael.
Welch ein Verlust!
Michael, du fehlst so sehr ... danke für alles!