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Dramaturgische Gesellschaft: Neuer Vorstand

10. Februar 2025. Die Mitgliederversammlung der Dramaturgischen Gesellschaft hat zum Abschluss ihrer Jahrestagung einen neuen Vorstand gewählt. Das teilt die DG per Presseaussendung mit.

Die bisherige Vorstandsvorsitzende Esther Holland-Merten wurde dabei erneut zur Vorstandsvorsitzenden gewählt, als neue Vorstandsmitglieder Irina-Simona Bârcă und Hannah Lioba Egenolf gewählt. Auf eigenen Wunsch waren Beata Anna Schmutz und Kathrin Bieligk ausgeschieden. Im Vorstand bestätigt wurden Antigone Akgün, Kerstin Grübmeyer, Jasmin Maghames und Michael von zur Mühlen.

Die Jahrestagung der Dramaturgischen Gesellschaft fand unter der Überschrift "Remember – resist – represent. Über Solidarität und Haltung in polarisierten Zeiten" vom 6. bis 9. Februar 2025 statt. Gastgeber war das Staatstheater Nürnberg

(Dramaturgische Gesellschaft / sle)

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Dramaturgische Gesellschaft: Erinnerungsarbeit
Liebe Nachkritik-Kolleg*innen,
einen großen Dank für den Beitrag! Für alle Interessierten hier auch noch einmal eine längere Version der Pressemitteilung der Dramaturgischen Gesellschaft, vollumfänglich zu finden auch hier zu finden: https://dramaturgische-gesellschaft.de/blog/bilanz-der-jahreskonferenz-2025/

Auszug der Pressemitteilung vom 10. 02. 2025
„Die Kunst kann uns retten!“
Für ein solidarisches Erinnern und das Entwerfen einer gerechten Gesellschaft

Mit einer Rekordzahl von über 300 Teilnehmer*innen, 70 Mitwirkenden und 14 kooperierenden Institutionen und Förderern umkreiste ein dichtes Tagungsprogramm die Themen einer multiperspektivischen Erinnerungskultur und Möglichkeiten des antifaschistischen Widerstands in Kunst und Theater. Erstmals wurde die Tagung vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert.

Auf Podiumsdiskussionen, in Workshops, Lecture Performances, Installationen, Autor*innen- und Komponist*innengesprächen waren Expert*innen aus Wissenschaft, Kunst und Theater, Aktivismus und Gedenkstättenarbeit vertreten, u.a. Mohammad Al Attar, Ibrahim Arslan, Aljoscha Begrich, Sivan Ben Yishai, Holger Bergmann, Woytek Blecharz, Danielle Brathwaite-Shirley, Chana Dischereit-Freundlich, Mike Dele Dittrich Frydetzki, Özlem Özgül Dündar, Vala T. Foltyn, Akim Gubara, Katie Hawthorne, Heinrich Horwitz, Miriam Ibrahim, Leon Kahane, Hans Werner Kroesinger und Regine Dura, Konstantin Küspert, Stella Leder, LIGNA, Martina Mittenhuber, Vanessa Amoah Opoku, Nico Parisius, Fabian Raith, Colette Schmidt, Anno Schreier, Arne Semsrott, Lisa Sommerfeldt, Stephan Trüby, Tanja Thomas, Martín Valdés-Stauber, Arne Vogelgesang, Hans-Joachim Wagner, Julian Warner, Mirjam Zadoff u.v.m.

Auf der abschließenden Podiumsdiskussion formulierten Jens-Christian Wagner, Leiter der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Schriftstellerin Lena Gorelik, Caspar Weimann von onlinetheater.live und Ibou Diop, Literaturwissenschaftler und Kurator, Ideen und Vorschläge für eine Neugestaltung der Erinnerungsarbeit aus der Kunst und Kultur heraus. Wagner betonte, dass es statt einer ritualisierten Erinnerungskultur aus der Politik eine quellenbasierte kritische Reflexion und Aufarbeitung bedürfe, um Parallelen zwischen Vergangenheit und Gegenwart ziehen und aus ihnen lernen zu können. Gegen den Begriff der Erinnerungskultur setzte Lena Gorelik den der Erinnerungsarbeit, die auch unangenehm und mühevoll ist. Caspar Weimann rief die Theaterschaffenden dazu auf, die Digitalität, insbesondere Social Media-Plattformen, als „größte Bühne der Welt“ zu bespielen und nicht der Neuen Rechten als Propaganda- und Radikalisierungsmaschine zu überlassen. Und Ibou Diop formulierte, dass Erinnerungskultur zwar politisch sei, aber mit ihr nicht Politik gemacht werden dürfe und dass die Kunst und die Zivilgesellschaft diese Praxis daher nicht der Politik überlassen dürfe: „Politik hat momentan die Tendenz, Gesellschaft homogenisieren zu wollen – und das ist gefährlich für uns. Nur die Kunst kann uns retten. Kunst hat die Möglichkeit, Gesellschaften zu entwerfen. Sie sagt nicht nur, was ist, sondern, was sein könnte.“

Gastgeber der Jahrestagung war das Staatstheater Schauspiel Nürnberg. Weitere Kooperationspartner waren u. a. die Nürnberger Tafelhalle, die Stadt Nürnberg mit der Stabsstelle Ehemaliges Reichsparteitagsgelände, das Festival Musik Installationen Nürnberg, das Memorium Nürnberger Prozesse sowie überregional das Theater Dortmund mit der Akademie für Theater und Digitalität Dortmund, die Heinrich-Böll-Stiftung, das Deutsche Zentrum des Internationalen Theaterinstituts (ITI), die Körber-Stiftung, der Verband Deutscher Bühnen- und Medienverlage.
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