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Freilichtspiele Schwäbisch Hall: Schauspieler angegriffen
17. Juli 2025. Zwei Schauspieler der Freilichtspiele Schwäbisch Hall wurden vor einer Vorstellung körperlich angegriffen. Zuvor waren sie offenbar rassistisch und homophob beleidigt worden. Das berichtet der SWR unter Berufung auf eine Pressemitteilung der Freilichtspiele.
Vor einer Aufführung des Stücks "West Side Story" seien zwei Jugendliche über den Zaun des Veranstaltungsgeländes geklettert. Mit einem Stock und einer abgebrochenen Glasflasche seien sie auf die beiden Schauspieler losgegangen, nachdem sie diese zuvor beleidigt hatten. Das bestätigt dem SWR zufolge auch der Polizeibericht. Ein Darsteller wurde leicht verletzt, sein Kollege musste zur Behandlung ins Krankenhaus; er sei in den folgenden Vorstellungen ersetzt worden.
Ereignet hat sich der Vorfall bereits Ende Juni. Schwäbisch Halls Intendant Christian Doll erklärte im SWR, dass die Freilichtspiele mit der Veröffentlichung des Vorfalls gewartet hätte, um die Opfer zu schützen.
Wichtig sei ihm nun, mit der auch online veröffentlichten Stellungnahme ein Zeichen gegen queerfeindliche Gewalt zu setzen. "In unserem Ensemble und in unserem Team gibt es Menschen von sehr unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlichen sexuellen Ausrichtungen. Das ist für alle selbstverständlich und sehr bereichernd. Deshalb nimmt einen so ein Ereignis ganz schön mit", wird Doll im Text der Freilichtspiele zitiert. Ein namentlich nicht genanntes Ensemblemitglied erklärt, "dass Diversität und Respekt vor anderen Lebensweisen auch in unserer offenen Gesellschaft immer wieder in Gefahr sind".
In Reaktion auf den Übergriff verstärkten die Freilichtspiele ihre Sicherheitsvorkehrungen für die Mitarbeiter*innen.
Gegen die Tatverdächtigen, die am Ort ihres Übergriffs verhaftet wurden, sei ein Strafverfahren eingeleitet worden. Noch ermittelten Polizei und Staatsanwaltschaft, doch der jüngere der beiden Angreifer sei dem Polizeipräsidium Aalen aufgrund aggressiven Verhaltens bereits bekannt. Deswegen gehe das zuständige Polizeipräsidium in Aalen derzeit nicht davon aus, dass hinter dem Angriff tatsächlich homophobe oder rassistische Beweggründe stecken könnten, so der SWR.
(SWR, Freilichtspiele Schwäbisch Hall / eph)
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(Danke für den Hinweis, Joyce. Gerne Kontaktdaten oder Korrekturen an redaktion@nachtkritik.de, uns liegen der SWR-Artikel und die Stellungnahme des Theaters vor. Viele Grüße von E. Philipp aus der Redaktion.)
Lasst uns alle oft bei rot über Ampeln fahren, damit nach einer gewissen Häufung die Vermutung genährt würde, das hätte nichts mit verkehrswidrigem Verhalten zu tun.
Ich weiß, daß nk hier nur Meldungen weitergibt. Ich frage mich aber, ob das noch angebracht ist, sich so pseudoneutral zu geben als vierte Gewalt im Staat, während die Exekutive ihre Idee von Neutralität immer mehr ins Haltungslose bis zur Schuldumkehr und zum Täterschutz betreibt. Ganz soweit sind wir hier vielleicht noch nicht, aber von Normalisierung rassistischer und homofeindlicher Gewalt von Seiten der Aalener Polizei ist sicher zu sprechen, und meiner Ansicht nach sollte das auch nk bei einer solchen, offensichtlich völlig verharmlosenden, Meldung tun und einordnend wirken, anstatt als Echokammer dieses absurden Framings der Polizei zu fungieren.
- der Vorfall ist erschreckend
- die "Schlussfolgerungen" des Polizeipräsidiums Aalen zeigen entweder Unfähigkeit oder eben auch Feindlichkeit gegen und Herabwürdigung von LGTBQ+ Menschen
- die "Sachlichkeit" von nk ist völlig falsch in meinen Augen
Ich bin schon sehr "gespannt", was ich in SHA bei DAVID BOWIE Anfang September erleben werde...