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Kampnagel Hamburg soll Haustarifvertrag erhalten
Der Ball liegt bei der Bürgerschaft
Hamburg, 30. April 2018. Am Hamburger Produktionshaus Kampnagel soll für die nicht-künstlerisch Beschäftigten ein Haustarifvertrag eingeführt werden. Der Hamburger Landesbezirk der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di meldet auf seiner Website den Abschluss der Verhandlungen zwischen dem städtischen Arbeitgeberverband Arbeitsrechtliche Vereinigung Hamburg und ver.di.
Der Haustarifvertrag sei das Ergebnis eines dreijährigen Arbeitskampfes der Mitarbeiter*innen, die "mit Flugblattaktionen, Unterschriftensammlungen und Gesprächen mit Politikern für eine Angleichung zu den städtischen Bühnen gekämpft" hätten, heißt es in der Pressemitteilung. "Löhne und Arbeitsbedingungen werden dadurch an die Bedingungen an den städtischen Bühnen angepasst und orientieren sich künftig an der Tarifentwicklung bei den städtischen Betrieben und Bühnen." Vom Vertrag seien rund 120 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer betroffen und damit "theatertypisch" der größere "Teil der Belegschaft, der nicht-künstlerisch tätig ist". Zur Lage der künstlerisch Beschäftigten sagt die ver.di-Verhandlungsführerin Agnes Schreieder: "Wir hatten kein Mitgliedermandat für Verhandlungen im künstlerischen Bereich, erwarten allerdings, dass auch die Beschäftigten in diesen Arbeitsfeldern eine entsprechende Anhebung ihrer Vergütungen erhalten."
Der ausgehandelte Haustarifvertrag bedarf noch der Zustimmung des Kampnagel-Aufsichtsrats, des Arbeitgeberverbands und der Hamburger Bürgerschaft, erläutert Kampnagel-Intendantin Amelie Deuflhard gegenüber nachtkritik.de. Mit der Zustimmung der Bürgerschaft müsse eine Mittelerhöhung für das Produktionshaus Kampnagel zugesichert werden, damit die Tariferhöhungen nicht zulasten des künstlerischen Betriebs gehen. "Mit den laufenden Mitteln können wir das natürlich nicht bezahlen. Das wäre eine Katastrophe", so Deuflhard. Sollten die städtischen Zuschüsse für Kampnagel entsprechend erhöht werden, "freue ich mich natürlich sehr für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, dass sie das geschafft haben", so Deuflhard.
(ver.di / chr)
Zur Lage der Freien Szene in Hamburg schrieb jüngst Katrin Ullmann für nachtkritik.de: Kampf um Kontinuität.
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