meldung
Mely Kiyak erhält Heinrich-Mann-Preis 2025
Mely Kiyak © Svenja Trierscheid
21. März 2025. Die Autorin, Kolumnistin und Essayistin Mely Kiyak wird mit dem Heinrich-Mann-Preis 2025 ausgezeichnet. Das gibt die Akademie der Künste (AdK) auf ihrer Webseite bekannt.
Wichtige intellektuelle Stimme
Als Verteidigerin einer offenen demokratischen Gesellschaft schreibe Mely Kiyak die Tradition aufklärend-kritischer Essayistik im Sinne Heinrich Manns fort, so die AdK in ihrer Pressemitteilung. "Mely Kiyak ist durch ihre Texte zu einer wichtigen intellektuellen Stimme der deutschen Gesellschaft geworden", heißt es in der Auswahlbegründung der Jury, der Lena Gorelik, Kathrin Schmidt und Asmus Trautsch angehören. "Sie widmet sich der gesellschaftspolitischen Diagnose ebenso wie der künstlerischen Auseinandersetzung, mit äußerst seltenem Sinn für absurd-schöne Komik."
Kiyaks Romane und Kolumnen zeichneten sich "durch ein mitfühlendes, zuweilen zärtliches Interesse an anderen Menschen aus, auch an denjenigen, die aus anderen sozioökonomischen und kulturellen Ausgangslagen ihre Orientierung gewinnen", so die Jury. Ihre "für Diskriminierung und Bigotterie sensible Kritik“ beschreibe, ohne Überlegenheit zu behaupten.
"Wir müssen Künstler sein"
Seit 2013 schreibt die 1976 geborene Autorin für das Maxim Gorki Theater "Kiyaks Theater Kolumne". Am Haus ist sie auch mit ihrer Veranstaltungsreihe "Mely Kiyak hat Kunst" und wechselnden Gästen wie dem Theatermacher Milo Rau, dem Aktivisten Philipp Ruch oder dem Sänger Herbert Grönemeyer zu erleben. Das Motto ihrer Veranstaltung: "Wir haben jetzt keine Zeit für Verzweiflung, keinen Platz für Selbstmitleid, wir müssen Künstler sein, wir müssen dichten, komponieren, phantasieren, der Realität des Schlimmen die Erinnerung an das Gute zur Seite stellen."
1976 geboren, arbeitete Mely Kiyak seit ihrem Studium am Deutschen Literaturinstitut Leipzig in Berlin als freie Autorin. Von 2008 bis 2013 veröffentlichte Kiyak in der Frankfurter Rundschau, später auch parallel in der Berliner Zeitung, eine politische Kolumne. 2013 wechselte sie als Kolumnistin zum Maxim Gorki Theater und schreibt für Zeit Online die Serie "Gute Momente", im Schweizer Magazin Republik "Meine Testamente".
2007 veröffentlichte Mely Kiyak den Band "10 für Deutschland", der Gespräche mit türkeistämmigen Abgeordneten versammelt, 2013 den Roman "Herr Kiyak dachte, jetzt fängt der schöne Teil des Lebens an", 2020 den autobiographischen Prosaband "Frausein", 2022 den Essayband über Migrationspolitik, "Werden sie uns mit Flix-Bus deportieren?", und 2024 "Dieser Garten" über ihre Erlebnisse in der Benediktinerinnenabtei zur Heiligen Maria in Fulda, wo sie eine Ausbildung zur Gärtnerin absolvierte.
Vielfach ausgezeichnet, erhielt Kiyak unter anderem 2011 den Theodor-Wolff-Preis und 2021 den Kurt-Tucholsky-Preis für literarische Publizistik.
Verliehen anlässlich von Heinrich Manns Geburtstag
Der Heinrich-Mann-Preis 2025, dotiert mit 10.000 Euro, wird am Dienstag, den 25. März, in der Akademie der Künste verliehen. Die Laudatio auf Mely Kiyak hält der Fernsehmoderator und Antifaschismuskomiker Jan Böhmermann.
Jährlich vergeben, zählen zu den Preisträger*innen etwa die Autor*innen Stefan Heym (1953), Heiner und Inge Müller (1959), Christa Wolf (1963), der Theaterkritiker Herbert Ihering (1968), der Theaterleiter und Kritiker Ivan Nagel (2005) oder jüngst Kathrin Passig (2021), György Dalos (2023) und Lena Gorelik (2024).
(Akademie der Künste, Hanser Verlag, Wikipedia / eph)
Hinweis der Redaktion: Diese Meldung wurde am 22. März 2025 in den biographischen Angaben korrigiert und das Foto ausgetauscht.
mehr meldungen
- Mely Kiyak ausgezeichnet: Realnische 0
- #1
- Arkadij Zarthäuser
- Mely Kiyak ausgezeichnet: Serie in der Republik
- #2
- Valeria Heintges
meldungen >
- 17. April 2026 Kunststiftung Sachsen-Anhalt warnt vor nationalistischer Kulturpolitik
- 16. April 2026 Göttingen: Schauspielerin Thyra Uhde gestorben
- 16. April 2026 Salzburg: Ex-Festspielpräsident Heinrich Wiesmüller gestorben
- 16. April 2026 Konstanz: Intendantin Karin Becker verlängert
- 15. April 2026 Preisjurys der Mülheimer Theatertage 2026
- 13. April 2026 Chemnitz: Theater wehrt sich gegen Abschaffungspläne
neueste kommentare >
-
Frauenliebe und - sterben, Hamburg Leichte Irritation
-
Nach dem Leben, Nürnberg Empfehlung
-
Die Quelle, Wien Claquere unterwegs
-
Leser*innenkritik Black Rider, SHL Flensburg
-
Burn, Baby, Burn!, Hannover Sagenhaft gut
-
Die Quelle, Wien Bitte weitermachen
-
Fräulein Else, Wien Danke!
-
Über die Notwendigkeit, ... , Wiesbaden Super Abend
-
Fräulein Else, Wien Phänomenal
-
Irgendetwas ist passiert, Berlin Lauwarm

