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Neue Produktion in Dortmund erst ab 18 Jahren freigegeben
Sittliches Empfinden
Dortmund, 2. Dezember 2010. Die Produktion des Schauspiel Dortmund Visitor Q, die am Sonntag im Studio Premiere feiert, wird vom Theater erst für Zuschauer ab 18 Jahren freigegeben. Wie die Pressestelle des Hauses mitteilt, könnte "das sittliche Empfinden verletzt werden". Zwar sei die Schauspieldirektion erfreut über den mutigen und radikalen Zugriff dieser Uraufführung, möchte sich allerdings im Sinne des Jugendschutzgesetzes angemessen verhalten.
Im Film "Visitor Q" von Takashi Miike, auf dem der Dortmunder Abend beruht, geht es um einen erfolglosen Fernsehjournalisten, der zunächst seine als Prostituierte arbeitende Tochter und seinen sadomasochistischen Sohn filmt und später eine Frau vergewaltigt und erwürgt. Regie führt Martin Laberenz. Seine Leipziger Idioten-Inszenierung vom Mai 2009 war ebenfalls erst ab 18 Jahren freigegeben.
(geka)
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Genau Strickmuster. Wichtig ist hier v. a. der Umschlag...
"Mit dem ausgehenden Jahrtausend vollendet sich vor unseren Augen das, worin von Anfang an das Ziel der abstrakten Kunst bestand: das Ende der REPRÄSENTATIVEN oder darstellenden Kunst, an deren Stelle eine Gegenkultur tritt, eine Kunst, die nur noch PRÄSENTIERT. Diese Situation entspricht dem beängstigenden Untergang der r e p r ä s e n t a t i v e n D e m o k r a t i e zugunsten zunächst einmal einer von Meinungsforschern beherrschten und schließlich einer virtuellen Demokratie, d.h. der automatischen Erhebung einer 'direkten' oder, genauer gesagt, einer multimedialen und nur noch p r ä s e n t i e r e n d e n 'Demokratie'."
(Paul Virilio, "Die Kunst des Schreckens")
Anders gefragt: Geht es da jetzt noch darum, die Kunst politisch zu machen oder nur noch um das Bedienen der vorherseh- bzw. erwartbaren Reiz-Reaktions-Muster der "bürgerlichen Eliten"?
(Liebe Diskutant_Innen, mal eherlich, ist diese Diskussion wirklich fruchtbar, wenn man diese Inszenierung nicht angeschaut hat und also jetzt - nach über 2 Jahren? - über Gestalt und Absichten dieser Unternehmung nur spekulieren kann? Ingas Vermutungen über die Einstellung des Regisseurs sind aus diesem Kommentar gemäß unseren Kommentarregeln und mit Bitte um Verständnis gestrichen worden. Mit freundlichen Grüßen, Christian Rakow/Redaktion)