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Occupy-Aktivisten entern "Räuber"-Inszenierung in Münster
Lautstark im Chor
24. Mai 2013. Am gestrigen Donnerstagabend haben Aktivisten des münsterschen Ablegers der Occupy-Bewegung während einer Vorstellung von Schillers Die Räuber die Bühne des Theaters Münster gestürmt und mitgespielt. Das berichtet heute die Münstersche Zeitung.
Die echten Theater-Räuber in Münster
© Marion Bührle Die Occupy-Mitglieder hatten die Inszenierung von Schauspieldirektor Frank Behnke den Informationen der Zeitung zufolge bewusst für ihre Aktion gewählt, denn darin tritt Schillers Räuberbande zu Beginn als Occupy-Gruppe auf, skandiert "Pfui!", fordert "Occupy the sky" und schwingt Transparente, die das "schlappe Kastratenjahrhundert" und den Kulturabbau in Münster anprangern, wie in der Nachtkritik nachzulesen ist. Auch fordern die Schauspieler in der Inszenierung das Publikum an einigen Stellen zum Mitmachen auf. So pöbelte dem Bericht zufolge gestern Schauspieler Florian Steffens als böser Moor-Sohn Franz, wie "schnarchnasig" Münster doch sei; sodann habe er dem Publikum ironisch zugerufen: "Münster liebt Mitmachtheater".
Wenig darauf sei das Publikum dieser Aufforderung gefolgt: Zwei Männer in Anzügen und mit Gel im Haar hätten die Bühne geentert und Franz Moor um Unterstützung gebeten, sie seien Interessenvertreter internationaler Banken und forderten: "Nieder mit Blockupy!" Franz-Darsteller Steffens habe dem Publikum erklärt, dass dies nicht zum Stück gehöre und sich wie zum Beweis zur Souffleuse gesetzt und ihr ins Textbuch geschaut. Dann regten sich laut Münsterscher Zeitung weitere, im Publikum versteckte Aktivisten: Etwa 20 Occupy-Störer erhoben sich aus den Sitzen und protestieren lautstark im Chor gegen die Banken-Lobby. Am Ende der Aktion habe das Publikum heftig applaudiert, darunter der Münsterschen Zeitung zufolge auch Regisseur Frank Behnke.
(MZ / sle)
Hier die Nachtkritik vom 22. September 2012 zu Frank Behnkes Münsteraner "Räubern".
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