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Opern-Sänger Stephen Gould verstorben
Stephen Gould (1962–2023) war einer der weltweit gefragtesten Wagner-Tenöre © Johannes Ifkovits
21. September 2023. Der große Opern-Sänger und Spezialist für Wagner-Partien Stephen Gould ist am 19. September 2023 im Alter von 61 Jahren verstorben. Das teilen die Bayreuther Festspiele mit. Gould hatte erst kürzlich seine Krebserkrankung öffentlich gemacht, ein unheilbares Gallengangskarzinom.
Stephen Gould, geboren 1962 in Roanoke/Virginia in den USA war zunächst Bariton und Musicalsänger, bevor er ins Fach des Heldentenors wechselte. Der Sohn einer Konzertpianistin und eines Methodistenpfarrers studierte am New England Conservatory of Music in Boston. Er debütierte als Heldentenor in Beethovens Oper "Fidelio" in der Rolle des Florestan.
Gould war einer der gefragtesten Sänger für Opern von Richard Wagner weltweit. Im Jahre 2001 stand er erstmals auf den Brettern der Bayerischen Staatsoper in München als Melot in "Tristan und Isolde" unter der Leitung von Zubin Mehta. 2004 debütierte er in Bayreuth als Tannhäuser. nachtkritik.de sah in 2015 als Tristan in Katharina Wagners Inszenierung von "Tristan und Isolde" und 2019 in der Titelpartie des "Tannhäuser", inszeniert von Tobias Kratzer. Insgesamt war Gould zwischen 2004 und 2022 in rund 100 Vorstellungen in Bayreuth zu sehen.
Mit Stephen Gould "verlieren die Bayreuther Festspiele und die gesamte Opernwelt einen herausragenden Sänger, Darsteller, Pädagogen, Freund und geschätzten Kollegen", schreiben die Bayreuther Festspiele auf ihrer Website. "Seine bemerkenswerte Kondition, unbändige Neugierde und höchste Professionalität, auch im Umgang mit Kolleginnen und Kollegen, zeichneten ihn aus. Nach eigenem Bekunden war Wagner für ihn reine Meditation, ein Mantra."
(Bayreuther Festspiele / chr)
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Stephen Gould war für alle, die ihn erlebten, ein unvergessliches Ereignis. Sein Tannhäuser, sein Tristan - noch letztes Jahr - fantastische Abmischungen aus unverwüstlicher Kondition, stimmlicher Pracht, Intelligenz, Witz, Bescheidenheit und künstlerischer Aufrichtigkeit. Viel spannender, viel integrer und der Sache verschriebener als manche sogenannten Stars, ist hier wirklich ein großer Künstler viel zu früh gegangen.