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Preis des Körber Studio Junge Regie an Fides Rosa Wallis
2. Juni 2025. Mit dem Preis des 21. Festivals Körber Studio Junge Regie ist am gestrigen Sonntag die Inszenierung "Im Grünen" in der Regie von Fides Rosa Wallis vom Institut für Medien, Theater und Populäre Kultur, Stiftung Universität Hildesheim ausgezeichnet worden. Das gibt das Thalia Theater Hamburg bekannt, das das Festival gemeinsam mit der Körber-Stiftung und der Theaterakademie Hamburg unter der Schirmherrschaft des Deutschen Bühnenvereins ausrichtet.
Das Festival gilt als wichtigste Plattform für den Regienachwuchs im deutschsprachigen Raum. Die fünfköpfige Jury diskutierte im Anschluss an die letzte Vorstellung am Sonntagabend öffentlich im Thalia in der Gaußstraße über die gezeigten Inszenierungen. Zur Jury gehörten in diesem Jahr Pia Epping (Regisseurin, Teilnehmerin KSJR 2024), Andreas Erdmann (Leitender Dramaturg Schauspiel, Landestheater Linz), Prof. Dr. Joy Kristin Kalu (Theaterwissenschaftlerin, Dramaturgin und Kuratorin), Pınar Karabulut (Regisseurin, ab 2025/26 Co-Intendantin Schauspielhaus Zürich) und Jan-Paul Koopmann (Redakteur bei der taz sowie Kritiker u.a. bei nachtkritik.de).
Die Jury begründete ihre Entscheidung für "Im Grünen" wie folgt: "In außerordentlicher atmosphärischer Dichte verhandelt Fides Rosa Wallis' Produktion 'IM GRÜNEN' das Verhältnis von Mensch und Natur. Obwohl die Arbeit ein entwickeltes Krisenbewusstsein in ökologischen und gesellschaftlichen Fragen beweist, vermeidet sie jeglichen Zynismus - sondern weiß so gekonnt wie mutig, auch unkonventionelle theatrale Mittel zu nutzen, um ein vielschichtig deutbares Bild zu zeichnen."
Fides Rosa Wallis, geboren 2000 Lüneburg, studiert Szenische Künste in Hildesheim sowie Orchesterdirigieren und Musik auf Lehramt an der Musikhochschule Hannover. Sie hospitierte und assistierte u.a. am Théâtre Joliette in Marseille und auf Kampnagel, Hamburg und arbeitet projektbezogen als Pianistin, Dirigentin und Regisseurin.
Der mit einem Produktionskostenzuschuss von 10.000 Euro dotierte Preis der Körber-Stiftung unterstützt die Gewinnerin bei einer neuen Regiearbeit an einem Stadt- oder Staatstheater bzw. alternativ in der Freien Szene.
Weitere Produktionen auf der Shortlist der Jury waren "SANDMANN", Regie Tristan Linder (Theaterakademie Hamburg, Hochschule für Musik und Theater) und "Mia San Mia", Regie Tamira Kalmbach (Institut für Angewandte Theaterwissenschaft Gießen).
Der undotierte Publikumspreis geht an "SANDMANN", Regie Tristan Linder (Theaterakademie Hamburg, Hochschule für Musik und Theater).
Insgesamt 13 Inszenierungen waren während des Regieschultreffens von 28. Mai bis 1. Juni im Thalia in der Gaußstraße sowie am Campus Barmbek, dem Standort der Theaterakademie, zu sehen. Neben den Theaterhochschulen aus München (Otto Falckenberg Schule und Theaterakademie August Everding), Hamburg, Berlin, Essen, Frankfurt, Hildesheim, Gießen, Ludwigsburg, Wien, Zürich und Salzburg nahm die Freeszfe Budapest, Ungarn, in Kooperation mit dem Katona József Theater, als internationale Gasthochschule außer Konkurrenz teil.
(Thalia Theater Hamburg / jeb)
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Eine produktive Stimmung in all den Tagen, spürbar auch ein Branchentreffen, bei dem der Regienachwuchs sich kennenlernen und inspirieren kann und dies allen Anschein auch -in fairem !- Wettbewerbsverhalten weidlich zu nutzen verstand; immer wieder auch die Neugier lange bekannter Theaterpersonen, die immer wieder aufs Neue berühren kann. Ein Festival also, das nur empfohlen werden kann: Es bietet eine riesige Bandbreite an Theater- bzw. Spielformen, einen interessanten Mix aus Professionellen und Publikum, ein schönes Lebensalterkontinuum und viel Aufgeschlossenheit. Ich komme gerne wieder..