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"Ultras"-Diskussionen in Halle ohne Laucke / Bundeskulturstiftung nicht offiziell distanziert

Zeichen des Zerwürfnisses

Halle, 7. Oktober 2009. Die nächsten beiden Vorstellungen des "Ultras"-Projektes von Dirk Laucke am Thalia Theater Halle am Donnerstag und Freitag, den 8. und 9. Oktober 2009 finden ohne Anwesenheit des Autors und Regisseurs statt. Bislang hatte Dirk Laucke allen Aufführungen beigewohnt und die anschließenden Publikumsdiskussionen moderiert.

Die dokumentarische Produktion, die sich mit dem Thema Gewalt in Fankulturen auseinandersetzt und für die Laucke mit echten Fußballfans des Halleschen FC zusammengearbeitet hat, ist seit Wochen Gegenstand einer hitzigen Diskussion.

Inhaltlich geht es dabei einerseits um die Zeichenhaftigkeit respektive Authentizität menschenverachtender Äußerungen, wenn sie auf der Bühne reproduziert werden, andererseits um den Vorwurf einer antisemitischen Einstellung der realen Ultras, der Laucke auf der Bühne nichts entgegensetze.

In einem Bericht auf nachtkritik.de hat Dirk Laucke zu den Anschuldigungen ausführlich Stellung genommen und sich auch kritisch über die rechte Fan-Szene geäußert. Unter anderem dies hat, wie aus Theaterkreisen zu erfahren ist, zu einem Zerwürfnis mit dem "Ultras"-Ensemble geführt.

Die Produktion selber bleibt, wie Annegret Hahn, die Intendantin des Theaters, sagt, davon unberührt. Die Publikumsdiskussionen am 8. und 9. Oktober finden im Anschluss an die Vorstellungen wie vorgesehen statt und werden von ihr und der Projektleiterin Kathrin Westphal moderiert. Für Februar sind weitere Aufführungen geplant, und wenn sie es im Spielplan unterbringen kann, würde Annegret Hahn auch in diesem Jahr gerne noch mehr Termine ansetzen. "Es ist wichtig, das Stück weiter zu spielen. Die Debatte wird im Laufe der Zeit immer differenzierter."

Außerdem betonte die Intendantin, dass sich die Kulturstiftung des Bundes anders als die Kultur GmbH Halle keineswegs offiziell von "Ultras" distanziert hätte. "Von der Kulturstiftung liegt mir kein entsprechendes Schreiben vor."

(peko)

www.thaliatheaterhalle.de

 

Mehr zu Dirk Laucke finden Sie hier.

 

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Kommentare  
Ultras ohne Laucke: hingehen, Gesicht zeigen
wer die möglichkeit hat, sollte am 8. oder 9. oktober
an der podiumsdiskussion teilnehmen - besonders jene,
die zu Dirk Lauckes stellungnahme gepostet haben.
gesicht zeigen, meinung sagen, mitdiskutieren.
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