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Schauspieler und Filmer Peter Kern verstorben
Nie zum Klassenverräter werden
27. August 2015. Der Wiener Autorenfilmer, Schauspieler und Schlingensief-Darsteller Peter Kern ist am 26. August 2015 im Alter von 66 Jahren gestorben. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung, die einen Nachruf von Helmut Schödel veröffentlicht.
Peter Kern, 1949 im 2. Wiener Bezirk geboren, "wollte, als Kind der Wiener Unterschicht, nie zum 'Klassenverräter' werden“, schreibt Schödel in seinem Nachruf. Kern spielte in Filmen von Rainer Werner Fassbinder ("Faustrecht der Freiheit" und "Bolwieser"), Hans W. Geißendörfer ("Sternsteinhof" und "Die Wildente"), Helmut Dietl ("Kir Royal") und Walter Bockmayer ("Flammende Herzen"). Mit dem Theater- und Filmemacher Christoph Schlingensief arbeitete er für die Filme "Terror 2000" (1992) und "United Trash" (1996) zusammen.
Seine Hauptrollen in "Falsche Bewegung“ von Wim Wenders (1975) und "Flammende Herzen" von Walter Bockmayer (1978) brachten Kern jeweils den Deutschen Filmpreis ein (Filmband in Gold). Als Theaterschauspieler trat er u.a. am Burgtheater Wien, Hamburger Schauspielhaus, am Düsseldorfer Schauspielhaus (auch als Regisseur), dem Schauspiel Frankfurt, Schauspiel Köln, dem Zürcher Schauspielhaus und an der Volksbühne Berlin auf. Sein Spielfilmdebüt als Regisseur gab Kern (zusammen mit Kurt Raab) mit "Die Insel der blutigen Plantage" (1983). "Und er ging, als es noch nicht schick war, auch mit seiner Homosexualität offensiv um und drehte Filme zum Thema, 'Knutschen, Kuscheln, Jubilieren' zum Beispiel. In seinen letzten Jahren kehrte er nach Wien zurück und saß im Kaffeehaus", so Helmut Schödel in seinem Nachruf.
(Süddeutsche Zeitung / chr)
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