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Schauspieler Wolf-Dieter Tropf verstorben
10. Juli 2024. Der Schauspieler Wolf-Dieter Tropf ist, wie erst jetzt aus einem Nachruf in der GDBA-Zeitung "TOITOITOI" bekannt wurde, im April im Alter von 82 Jahren verstorben.
Tropf spielte an zahllosen Stadttheater im deutschsprachigen Raum, unter anderem in Heidelberg, Darmstadt, Kassel, am Deutschen Schauspielhaus Hamburg und am Schauspiel Frankfurt in den 1970er Jahren, zur Zeit der basisdemoraktischen Mitbestimmung durchs Ensemble. Er wird im Nachruf als "unverwechselbarer, unangepasster Darsteller gewürdigt".
Wegen Verbindungen zur Baader-Meinhof-Gruppe der RAF im Jahr 1972 wurde Tropf 1977 zu einem Jahr Freiheitsentzug ohne Bewährung verurteilt. Die Richter hatten geurteilt, dass Tropf seinerzeit eine konspirative Wohnung für die Gruppe angemietet hatte, dass er sich aber "nicht mit der Baader-Meinhof-Gruppe identifiziert" und "Gewalt und Straftaten zur Durchsetzung politischer Ziele" abgelehnt habe, wie es in einem Bericht der Frankfurter Rundschau von 1978 heißt.
Frankfurts Kulturdezernent Hilmar Hoffmann, der Regisseur Peter Palitzsch und der Verleger Karlheinz Braun setzten sich für Tropf ein, der nach Ablauf des Jahres wieder am Schauspiel Frankfurt auftrat. Der Prozess habe Tropf "finanziell nahezu ruiniert", heißt es im Nachruf.
(GDBA-Zeitung TOITOITOI / fr.de / chr)
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Seine Engagements führten ihn an zahlreiche Theater, wie das Heidelberger Schauspielhaus,
das Schauspiel Frankfurt zur Zeit der Mitbestimmung, das Staatstheater Kassel, das Hamburger Schauspielhaus und an das Staatstheater Darmstadt, wo er als "Lear" (Edward Bond), als Salieri
(in "Amadeus" von Peter Shaffer ), als Glanz (in "Damenbrise" von Elfriede Müller) und "Herr Paul" (von Tankred Dorst) brillierte.
Es gibt kaum ein Theater in Westdeutschland, wo er – wie es über ihn hieß – "nicht seinen Zigarrenstummel hinterlassen hat", oder sein Borsalino in der Garderobe hing.
Er verehrte Ernst Bloch und studierte in seinen letzten Jahren Kant, er war ein tüchtiger Bergsteiger in den Tiroler Alpen, den Anden und selbst in Nepal, wo er sich gerne im Alter niedergelassen hätte. Ein Prozess in Folge des sog. "Deutschen Herbstes" bei dem sich der Frankfurter Kulturdezernent Hilmar Hoffmann , Peter Palitzsch und Karlheinz Braun für ihn einsetzten, hatte ihn nahezu finanziell ruiniert. Er überwinterte aus Sparsamkeit auf Djerba in Tunesien, wo man ihn als "Monsieur le professeur" ansprach, einer letzten Rolle, der er gewiss gerecht geworden ist.
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(Anm. Redaktion: Bei diesem Text handelt es sich um den in der Meldung erwähnten Nachruf aus der GDBA-Zeitung, den Rolf Mautz nachtkritik.de zur Verfügung gestellt hat.)
RIP