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Schlingensiefs Operndorf-Projekt - zum Stand der Dinge
Schlingensiefs Vermächtnis
Berlin, 9. Februar 2011. Im Berliner Hebbel am Ufer haben Aino Laberenz, die Bühnenbildnerin und Witwe Christoph Schlingensiefs, und Operndorf-Architekt Francis Kéré gestern über den Stand der Dinge in Burkina Faso informiert. So berichten verschiedene Medien, u. a. die Spiegel online (8.2.2011) und die taz (9.2.2011). Mit auf dem Podium saßen auch die Kuratoriumsmitglieder des Projekts: Kunstförderer und Anwalt Peter Raue, Antje Vollmer, Kampnagel-Intendantin Amelie Deuflhard und HAU-Chef Matthias Lilienthal. Als Schirmherr des Projektes konnte der ehemalige Bundespräsident Horst Köhler gewonnen werden.
Laberenz, die fast jeden Monat nach Afrika reist, um die Bauarbeiten zu begleiten, betonte, dass es nicht um ein Denkmal für den im August 2010 verstorbenen Schlingensief gehe, sondern um die Ermöglichung einer Struktur, die auf die Bedürfnisse vor Ort reagiert. Zuerst soll deshalb auch die dem Projekt integrierte Grundschule realisiert werden, von deren Lehmmauern Kéré bereits erste Bilder zeigen konnte und die im Herbst den Betrieb aufnehmen soll. Für den Bau werden nur Materialien aus dem Land verwendet, nur Firmen aus der Gegend beschäftigt.
Die erste Bauphase hatte vor einem Jahr begonnen. Sie ist, ebenso wie das erste Jahr Schulbetrieb, finanziert und kostete bisher 500.000 Euro. Ein Großteil des Geldes kam durch private Spenden zusammen, einige Großspender haben 100.000 Euro zugeschossen, öffentliche Gelder kommen von der Kulturstiftung des Bundes, dem Goethe-Institut und dem Auswärtigen Amt. Die Gelder für den Bau von Gästehäusern, Restaurant, Sportfeld, Krankenstation und Festspielhaus müssen erst noch aufgetrieben werden, durch Spenden, Aktionen, öffentliche Zuwendungen.
(Spiegel online / taz / ape)
Mehr zum Projekt Operndorf von Christoph Schlingensief:
4. November 2008: Schlingensief verkündet seinen Plan, in Afrika ein Festspielhaus zu errichten.
21. Juni 2009: Die Bundeskulturstifung entscheidet sich, das Projekt finanziell zu fördern, woraufhin Esther Slevogt sich im Redaktionsblog an ihren Onkel auf der Sänfte erinnert.
18. Dezember 2009: Schlingensiefs Pläne zur Eröffnung des Festspielhauses.
9. Februar 2010: In der Nähe von Ouagadougou, der Hauptstadt von Burkina Faso, wird der Grundstein für das Festspielhaus gelegt.
23. August 2010: Auch nach Christoph Schlingensiefs Tod soll das Operndorf-Projekt weiter gefördert werden.
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