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Senftenberg: Bühnenverein unterstützt Intendant Daniel Ris
6. Juli 2025. Die Vorsitzenden der Intendant:innengruppe im Deutschen Bühnenverein solidarisieren sich mit dem Intendanten der Neuen Bühne Senftenberg Daniel Ris, dem jüngst trotz erfolgreicher Bilanzen seine Nichtverlängerung von den Trägern des Hauses ausgesprochen wurde.
In einem Brief an den Landrat des südbrandenburgischen Landkreises Oberspreewald-Lausitz Siegurd Heinze (parteilos) schreiben Kathrin Mädler (Oberhausen) und Markus Dietze (Koblenz) im Namen der Intendant:innengruppe des Bühnenvereins: Indem der Landrat "keine Sachgründe" für die Nichtverlängerung vorlege, nähre er den "Verdacht, dass es auch Gründe der politischen Einflussnahme sein könnten", die die Nichtverlängerung motiviert hätten. "Auch die Sorge vor substanziellen Umstrukturierungen des Theaters wird durch die fehlende Kommunikation befeuert", heißt es in dem Schreiben weiter.
Mädler und Dietze fordern den Landrat auf, "zusammen mit den weiteren Trägern das Gespräch mit Daniel Ris und den anderen Zuschussgebern des Zweckverbands zu suchen, um den bereits entstandenen großen Schaden für alle Beteiligten und die Neue Bühne Senftenberg zu begrenzen und Ihrem Theater und seinen Beschäftigten eine gute Zukunft zu sichern".
(Deutscher Bühnenverein / chr)
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Das Engagement der Vorsitzenden der Intendant/-innengruppe im Deutschen Bühnenverein in allen Ehren; aber allein deren Brief und Appell an den Landrat des südbrandenburgischen Landkreises Oberspreewald-Lausitz könnte als Zeichen des erhofften Umdenkens m.E. leider zu schwach sein. Vielmehr schlägt nun die Stunde des Senftenberger Publikums, sich mit massiven Protest- und Leserbriefen sowie großen Demonstrationen vor Ort einerseits gegen die Willkür von Siegurd Heinze und andererseits für eine (dreijährige) Vertragsverlängerung von Daniel Ris einzusetzen. Diese Selbstermächtigung müßte jetzt vor Ort stattfinden.
Der Intendant hat ab sofort die legitime Möglichkeit, den "Verdacht, dass es auch Gründe der politischen Einflussnahme sein könnten", die die Nichtverlängerung motiviert hätten, in Gesprächsformaten und mit künstlerischen Mitteln an seinem Theater mit der Öffentlichkeit zu erörtern. Denn die Bürger haben ein Recht darauf, bei Verwaltung und Politik Transparenz einzufordern! Der Landrat und die Träger sollen dabei öffentlich erklären, auf wessen Seite sie stehen und warum. Irreversibel kann die intransparente Nicht-Verlängerung aber bleiben, wenn ein breiter Widerstand und Nennung der Gründe nicht erfolgen. Empört Euch also - empören wir uns!
#1 Wieso die Nichtverlängerung in der Praxis "wohl ohnehin unabwendbar sein" soll, erschließt sich mir gar nicht, denn daß eine Chefdramaturgin und Oberspielleiterin nach drei oder fünf Jahren ein Haus verlassen, ist gar nicht so ungewöhnlich an Theatern. Herr Ris hätte also noch genug Zeit, für beide Positionen in Senftenberg adäquaten Ersatz bis 2031 zu verpflichten.
Andererseits gibt es bei befristeten Verträgen bekanntlich kein Recht auf Verlängerung. Aber die vielen Fans, die die Programmatik von Daniel Ris auf insgesamt acht Jahre fortgesetzt sehen wollen, müßten sich nun deutlich hör- und sichtbar mit ihm solidarisieren, damit dieser Hinterzimmer-Deal aufgeklärt und abgewendet werden kann. Wohlan!
Gerne möchte ich darauf hinweisen, dass es sich in diesem Fall nicht um eine klassische Nichtverlängerung handelt. Der Vertrag war von Anfang an auf fünf Jahre befristet und endet automatisch mit Ablauf der vereinbarten Laufzeit. Dies unterscheidet sich vom Vorgehen nach dem NV Bühne, bei dem eine aktive Nichtverlängerung ausgesprochen werden muss – möglicherweise liegt hier eine Verwechslung vor.
Es steht allen Beteiligten jederzeit zu, über einen neuen Vertrag zu verhandeln.
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(Anm. Redaktion. Eine unüberprüfbare Tatsachenbehauptung wurde entfernt.)