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Thalia Theater Halle: Aufsichtsrat stimmt Haustarifverträgen zu
Haustarifverträge statt Schließung
Halle, 16. März 2011. Der Aufsichtsrat der Theater, Oper und Orchester GmbH Halle hat in seiner heutigen Sitzung dem Abschluss von Haustarifverträgen mit den Beschäftigten zugestimmt. Ausgenommen sind die Musiker der Staatskapelle, für die bereits ein Haustarifvertrag seit dem 1. März 2009 besteht.
Die Haustarifverträge sehen eine Laufzeit bis zum Sommer 2014 und einen Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen bis zum Sommer 2015 vor. Die Beschäftigten verzichten auf 10 Prozent ihrer Vergütung. Damit verbunden ist eine entsprechende zehnprozentige Arbeitszeitabsenkung für die nach Tarif Beschäftigten der Kultur GmbH (also nicht allein des Thalia Theaters). Wie nachtkritik.de bereits am 11.3.2011 meldete, soll die Arbeitszeitverkürzung de facto nicht über die Wochenarbeitszeit, sondern über zusätzliche freie Tage pro Jahr umgesetzt werden.
"Der Aufsichtsrat gab zugleich seiner Erwartung Ausdruck, dass es auf der Grundlage der zwischen den Tarifpartnern getroffenen Vereinbarungen nunmehr zu einer schnellen Unterzeichnung der Haustarifverträge kommt", heißt es in der Pressemitteilung der Theater Oper Orchester GmbH. "Insbesondere sieht der Aufsichtsrat die Gewerkschaft ver.di in der Pflicht, endgültig grünes Licht zu den nunmehr ausgehandelten Bedingungen zu geben, damit die Haustarifverträge wie vorgesehen ab 1. April 2011 wirksam werden können."
Mit der Unterzeichnung der Haustarifverträge wird der am 8.10.2010 gemeldete Beschluss des Aufsichtsrates über die Schließung des Thalia Theaters aufgehoben.
Eine ausführliche Chronologie der Schließungspläne finden Sie hier.
(Theater Oper Orchester GmbH Halle / chr)
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Trotzdem ein gutes Verhandlungsergebnis. Doch, mehr als dieses eine Mal wird es einen Gehaltsverzicht nicht geben. Perspektivisch muss man an die Struktur(en) ran. Ob als GmbH, oder ggf. mit einem Thalia auf eigenen Wegen.
Geld ist ja da. Für Oper. Oder noch was extra für Händel. Beim Land. Oder bei der Kulturstiftung des Bundes. Nur für Kinder und Jugendliche ist dann immer nüscht mehr da.
Im Zweifel muss man dem Thalia - ehe man es schnöde schließt - die Möglichkeit einräumen, mit einer ernst zu nehmenden Grundförderung eigene Wege gehen zu können. Wie immer das aussehen kann (Ensemble? Spielstätte? Gewerke?); dazu müssen sich - wer soll es sonst für sie übernehmen - die unmittelbar Beteiligten (und potentiell Betroffenen) Gedanken machen.
Wie ich oben schrieb hat man jetzt etwas Zeit gewonnen. Zeit, die man nutzen muss. Sonst kommt schneller als man denkt ein neuer, krokodilsträniger Schließungsbeschluss.
ABER: In bestimmten Abständen gehören fest gezurrte Geldverteilungsmodelle auf den Prüfstand. Wenn man Kinder- und Jugendtheater - als Stadt oder als Land - möchte, wird man dazu Geld bereit stellen müssen. Möglicherweise kann dieses Geld dann nicht an anderer Stelle ausgegeben werden.
So etwas herauszufinden bzw. zu entscheiden wäre die Aufgabe einer sinnvollen Kulturpolitik. Frage sich nur, ob man das in Halle und Sachsen-Anhalt leisten kann.
Halle und Sachsen-Anhalt können sich das leisten.
Ich glaube, dass sie sich das sogar leisten müssen.
Kinder-und Jugendtheater ist längst eine sozialpolitische Plusrechnung, soll heissen, es bringt einiges mehr als es kostet.