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Theatermacher Ludvík Kavín verstorben
Ludvík Kavín (1943 - 1925) © Jakub Kavin
26. April 2025. Der Theatermacher Ludvík Kavín ist gestorben. Das teilt das Wiener Theater Arche mit, das Kavín geleitet hat. Kavin war Theaterregisseur, Schauspieler, Übersetzer, Dramaturg und Theaterleiter. Darüber hinaus gehörte der 1943 in Brünn Geborene der Charta 77 an, einer Bürgerrechtsbewegung in der damaligen Tschechoslowakei (CSSR).
1977 war die Charta 77 als Opposition gegen das kommunistische Regime mit einer berühmten Erklärung an die Öffentlichkeit getreten. Unter den Unterzeichner waren damals auch die Schriftsteller Vaclav Havel und Pavel Kohout. 1977 verließ Kavín mit seiner Frau Nika Brettschneider die CSSR und emigrierte nach Österreich. Von 1978 bis 1980 war er hier Co-Leiter der Palach Press, einer Presseagentur tschechoslowakischer Dissidenten. 1978 gründete Ludvík Kavín gemeinsam mit seiner Frau in Wien die Freie Gruppe Theater Brett - Compagnie Brettschneider. Im Jahr 1984 eröffneten sie das eigene Haus Theater Brett (jetzt Theater Arche) im 6. Wiener Bezirk, das sie bis zuletzt leiteten.
Nach dem Zusammenbruch der kommunistischen Herrschaft in der CSSR wurde Kavin 1990 Chefredakteur der Mährischen Zeitung. Von 1991 bis 1992 war er Intendant des tschechischen Nationaltheaters in Brünn. Für seine grenzüberschreitenden und völkerverbindenden Leistungen wurde er 2013 gemeinsam mit seiner Frau mit dem Centrope Preis geehrt.
Am 25. April 2025, sieben Jahre nach dem Tod seiner Frau Nika im Jahr 2018, ist Ludvík Kavín im Alter von 81 Jahren in Wien verstorben.
(Theater Arche / sle)
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