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Aprilscherz: Wegen Machtmissbrauch: BE schafft Maskenabteilung ab
Das Berliner Ensemble mit seinem berühmten Logo auf dem Dach © Geoprofi Lars, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons
1. April 2025. Das Berliner Ensemble schafft mit Beginn der kommenden Spielzeit seine Maskenabteilung ab.
Zur Begründung für den überraschenden Schritt verweist Intendant Oliver Reese auf die Kritik an der leitenden Mitarbeiterin der Abteilung. Sie war als Reaktion auf einen Artikel im Nachrichtenmagazin "Der Spiegel", in dem ihr Mobbing und Machtmissbrauch vorgeworfen wurde, vor zwei Wochen freigestellt worden. Wenig später legte auch der Geschäftsführer des BE sein Amt nieder. Das Haus kündigte ferner an, die Vorwürfe mit Hilfe externer Partnerorganisationen aufzuarbeiten.
Wie Reese nun erklärt, sei die Abschaffung der Abteilung eine Folge dieses Prozesses. "Wenn der Missstand nur an einer Person gelegen hätte, wäre die Sache einfach zu lösen. Aber wir haben gelernt, dass Machtmissbrauch immer ein strukturelles Problem ist. Da muss man im Wortsinne radikal, also an der Wurzel, ansetzen. Wir gehen hier mit gutem Beispiel voran." An den Coaching- und Mediationsverfahren seien neben der Ombudsstelle des Berliner Senats auch die Beratungsfirma EY sowie der AStA der Alice Salomon Hochschule beteiligt gewesen.
Die zehn in der Abteilung beschäftigten Mitarbeiter*innen hätten bereits ihre Kündigungsschreiben erhalten. "Das ist ein ganz schmerzhafter Schritt, das ist schrecklich, aber uns bleibt keine Wahl", so Reese. Ab der kommenden Spielzeit sei keine Maske vor den Vorstellungen mehr vorgesehen. "Es steht natürlich jeder und jedem offen, sich selbst zu Hause frisch zu machen, aber das organisierte Schminken im Haus birgt einfach zu große Risiken."
Den Spielbetrieb sieht Reese durch die Abschaffung nicht gefährdet. Im Gegenteil erkenne er sogar künstlerische Vorteile. "Das ist doch absolut im Sinne Bertolt Brechts. Wir denken hier den V-Effekt zu Ende, indem wir uns dem Publikum ganz offen präsentieren. Als Bürger*innen und politische Künstler*innen stellen wir uns ungeschminkt und mutig den drängenden Fragen unserer Zeit."
(miwo)
Klarstellung:
- Die Zitate in dieser Aprilscherz-Meldung sind wie alles andere auch frei erfunden. Sie stammen nicht aus dem Berliner Ensemble.
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Kein Scherz kann im Moment die fiese Realität toppen.
Die Empörung hält sich angesichts des heutigen Datums bei mir immer engen Grenzen.
Auch das Heranziehen des V-Effekts, um eine Abteilung abzuschaffen, die dem V-Effekt große Ehre erweist und großartige Kunst hervorbringt ist absurd.
Die Maskenabteilung mit Verweis auf die Kürzungen in Berlin zu streichen und daraus öffentlichkeitswirksam ein großes Politikum zu machen, das wäre eher im Sinne Brechts gewesen.
„das organisierte Schminken im Haus birgt einfach zu große Risiken“ - muss ich als Intendant nicht ein Klima schaffen, dass es meinen Mitarbeitenden ermöglicht zu mir zu kommen und Machtmissbrauch zu melden ?
Birgt nicht der die Regie oder gar die Intendant*innenposition noch größere Riskien für Machtmissbrauch ?? Schafft man die nun auch ab ? Völlig lächerlich. Zudem ist die Maske eine der wenigen Abteilungen des Theaters wo oft mehr Frauen arbeiten. Ich empfinde diesen Schritt als Bestrafung und er lenkt völlig davon ab, welche Instanzen hätten eingreifen müssen- ist das vielleicht ein Ablenkungsmanöver ? So kommt es bei
mir an!
Beschämung, Wut und Hilflosigkeit.
Den Mut dieser Frauen und Mütter mit Kündigung zu bestrafen. Die despektierliche Haltung (...) gegenüber eines ganzen Handwerks. Eines der schwächsten Gewerke (and NV-Bühne Basis) einfach abzuschaffen. Ich hoffe es hagelt Klagen!!!
Euer Ernst! Das ist ein vollkommen unangebrachter Aprilscherz!
Euer Ernst!
Das ist ein völlig beknackter Aprilscherz!
Die FAZ wid jetzt wie im letzten Jahr einen eigenen, nicht recherchierten Bericht bringen.
Aber generell: Die Strukturen an den Stadttheater müssen verschlankt werden, momentan gibt es für jede Kleinigkeit eine extra Abteilung, das ist absolut nicht mehr zeitgemäß. Oliver Reese hat die Kettensäge rausgeholt. Gratuliere!
Erklär mir bitte was da lustig dran ist?
Jetzt muss man sich aber zwei Fragen stellen:
-Ist es wirklich geschmackvoll witze im Zusammenhang mit Mobbing und Machtmissbrauch zu machen?
-Sollten wir bei der Menge an Faschmeldungen, die täglich sowieso schon im Umlauf sind solche Artikel als Aprilscherze wirklich noch machen?
Liebe Grüße und Gratulation an Michael Wolf.
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Anm. Redaktion: Genau so ist es.
Die Betroffen machen schon genug durch.
Echt nich komisch
Jaja Mensch wird Mimimi unterstellt, wenn er sich empört. Aber, dass es vielerorts schon so manche Theaterabteilung nur noch als Hologramm bzw. Erinnerung der Alten gibt ist nun mal ein Fakt. 365 satirefreie Tage im Jahr. Damit darf sich Mann, Frau, alle dazwischen und ausserhalb am Theater niemals abfinden. Ensembles und Abteilungen schrumpfen. Souflage und Inspizienz werden bspw. an kleinen wie grossen Häusern einfach weggespart und von Regieassistenzen ersetzt, welche diese kostbaren Positionen dann kostengünstig übernehmen. Bitte an alle Theatermenschen: Niemals aufhören sich darüber zu empören! Auch am ersten April.
@Thorsten Weckherlin
Kann „Ihr“ hier von Ihnen genanntes LTT mit seinen Abteilungen über solche Kommentare lachen? Es ist doch sicher nicht von den Sparzwängen dieser Tage befreit. Und was hat Ihnen die GDBA eigentlich getan? Danke für die Antwort.
Meine Güte.
Während ich auf der Theaterbühne ein bösartiges Tit-for- Tat zu schätzen weiß, sehe ich in diesem Artikel leider nur den Zynismus, der nichts mit einem Scherz zu tun hat.
In Italien kleben sich die Menschen am 1. April gegenseitig Papierfische auf den Rücken, aber dieser Scherz hier stinkt tatsächlich.
Als Autor würde ich mich schämen, ein Thema wie Machtmissbrauch so ins lächerliche zu ziehen!
Aprilscherz hin oder her..
Leute, Leute, Leute.
Wie bereits eine Kollegin hier geschrieben hat: man hat in diesem Beruf ohnehin schon laufend mit den Punkten Wertschätzung und Sichtbarkeit zu tun.
Dass man als Maskenbildner hinter den Kulissen nicht das Zentrum des Geschehens ist, ist klar... doch Theater lebt vom Miteinander, jeder, wirklich jeder Mensch, der an einer Produktion beteiligt ist, ist relevant und verdient Respekt!
Deshalb ist es auch nicht übertrieben, darauf mit großer Wut zu reagieren... dass irgendjemand so 'kreativ' ist, ausgerechnet diese gern übersehene Berufsgruppe und dann noch eine solch brisante Situation wie sie am Berliner Ensemble vorlag zur Grundlage eines Witzes zu machen, ist mir vollkommen unverständlich.
Von der absoluten Geschmacklosigkeit, über die Themen Mobbing und Machtmissbrauch infantile Aprilscherze zu machen, mal ganz abgesehen... auf welchem Niveau wird sich denn hier bewegt! Das hat rein gar nichts mit fehlendem Humorvermögen oder Verstocktheit zu tun, ein solcher Scherz schadet jedem, den direkt Betroffenen und der gesamten Berufsgruppe und ist alles andere als witzig!
Eine Stellungnahme auf diesen Beitrag hin wäre absolut angebracht.
Dass Sie ein Bot sind war schon lange klar.....
… auf der Empörungswelle surfen, mit Fäusten einen Kommentar hacken, immer auf der richtigen Seite sein, in jedem Falle recht haben und eigentlich nur sich selbst meinen …
Schade.
Die Stossrichtung des Aprilscherzes ist doch, dass oft wenn eine Beschwerde oder ein Problem auftaucht, das Problem damit gelöst wird, indem man es einfach abschafft. Also: irgendwas funktioniert mit der Videoabteilung nicht, na dann gibts kein Video mehr. Sie wollen eine bessere Gage?, Leider gibts doch keine Position für Sie. usw.
Fans jetzt auch nicht super lustig. Aber die Stossrichtung ist doch eindeutig? Das ist ja nicht auf dem Buckel der Maskenbildner:innen sondern eher gegen die Leitungen, also in diesem Fall Reese, geschossen? Oder können mir die anderen erklären, was genau sie geschmacklos finden? Und wenn die Antwort "weil auf dem Buckel der Maskenabteilung", dann erklären, wie das genau aus dem Text zu erörtern wäre, und was vielleicht eine bessere Option gewesen wäre?
Am meisten regt sich über den Maskenbildnerscherz die Berlinskaja Prawda auf. Wenn die altstalinistische Berliner Zeitung sich dermaßen empört gibt, kann der Scherz so schlecht nicht sein.
Transparenzhinweis: Ich bin Nachtkritik-Autorin, aber nicht Mitglied der Redaktion.
Nach oben tritt man nicht! Oliver Reese trägt so viel Verantwortung, das lässt sich nicht vergleichen mit einer beliebigen Maskenbildnerin! Gerade in diesen Zeiten muss halt jeder Verzicht leisten!
ich war bis gestern auf Geschäftsreise und habe heute von dieser Entwicklung erfahren. Meine Tochter will Maskenbildnerin werden und hat sich beim Berliner Ensemble beworben! In der FAZ, die ich abonniert habe stand bisher nichts zum Thema. Die sind sonst sehr zuverlässig. Ich muss sagen, wir sind etwas ratlos. Wer ist bei Ihnen zuständig? Können wir ihn/sie anrufen?
Mit besten Grüßen
____
(Anm. Redaktion. Werter Anselm, die Sache hat sich inzwischen schon aufgeklärt. Die FAZ ist seit letztem April vorsichtig geworden, bei der Berliner Zeitung hat man sich sehr bemüht, die Angelegenheit zu erforschen. Mit besten Grüßen, Christian Rakow / Redaktion)
Was ist denn mit der Theaterbubble los??? Können die alle nicht mehr lesen und vor allem denken?
Ich denke diese geballte Form der Wut (bis zu einem gewissen Grad auch irgendwie nachvollziehbar) rührt aus der Sehnsucht, heraus, die Medienberichterstattung möge sich doch noch wirksamer mit Geschädigten von Machtmissbrauch betroffener solidarisieren und notfalls wirkmächtiger gegen jene vorgehen, die über mind. zwei Jahre hinweg durch Fällen von Machtmissbrauch glänzen…?
https://www.berliner-zeitung.de/kultur-vergnuegen/theater/dieser-aprilscherz-laesst-die-szene-kochen-nachtkritikde-haut-das-berliner-ensemble-in-die-pfanne-li.2312637
Es ist/ war doch eindeutig, dass es sich bei dieser Nachricht um einen Aprilscherz handeln MUSS(TE).
Den kann man lustig finden, oder nicht (ich musste tatsächlich schmunzeln/lächeln), aber es ist auch eindeutig, dass man sich hierbei nicht über die von Mobbing betroffenen MitarbeiterInnen der Maske lustig gemacht hat, warum sollte NACHTKRITIK das tun??
Ich sage das einfach als jemand, der ab und zu ins Theater geht (früher viel öfter, die Qualität allgemein hat in den letzten Jahren doch stark abgenommen)und kein Mitglied einer eventuellen Theater-Blase ist.
119 Kommentare muss ein Aprilscherz erstmal schaffen
Und vor allem zeigt diese Kommentarspalte, dass sowohl die VerfasserInnen des Artikels aber auch alle, die hier antworten, in keinster Weise, ein bessere/r IntendantIn sein als die, die hier vermeintlich humorvoll kritisiert werden. MICH EINGSCHLOSSEN ;) !!!
Und so ist es natürlich immer wahnsinnig einfach, auf andere mit dem Finger zu zeigen und sich dabei so schnell um sich selbst zu drehen, dass man in alle Richtungen gleichzeitig weist, nur niemals auf sich selbst!
Schämt Euch!
Da ist was dran!
Übrigens: Ein Aprilscherze-Archiv der letzten Jahre wäre toll. (falls es das gibt - ich habe es nicht gefunden)
____
(Anm. Redaktion: Einen Archiveintrag gibt's nicht, aber über den Suchbegriff "Aprilscherz" findet man die vergangenen Narreteien ganz gut: https://nachtkritik.de/suche?q=aprilscherz)