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Boris Charmatz verlässt Tanztheater Pina Bausch

1. März 2025. Boris Charmatz beendet seine Intendanz des Tanztheaters Pina Bausch in Wuppertal vorzeitig. Das berichten diverse Medien. Der Intendant des Tanztheaters Wuppertal Pina Bausch, der Aufsichtsrat der GmbH sowie die Stadt Wuppertal seien übereingekommen, das Vertragsverhältnis einvernehmlich mit dem Ende der laufenden Spielzeit zu beenden, heißt es etwa auf der von der Stadt herausgegeben Seite wuppertal.de. "Die Parteien haben Verschwiegenheit über die Gründe der Vertragsauflösung vereinbart."

Die Stadt Wuppertal bedauere den Weggang von Boris Charmatz, der seit 2022 erfolgreich die künstlerischen Geschicke des Tanztheaters leitet, heißt es in der Pressemitteilung der Stadt weiter, die ihm sehr für die Vielzahl an außergewöhnlichen künstlerischen Produktionen dankt, die er seit Beginn seiner Intendanz realisieren konnte.  

Der Tänzer und Choreograf Boris Charmatz, 1973 im französischen Chambéry geboren, wurde 2021 nach einem aufwändigen Findungsprozess zum Intendanten berufen. In fünf Jahren war dies die dritte Intendanz des zu diesem Zeitpunkt krisengeschüttelten Tanztheaters, das die Choreografin Pina Bausch (1940–2009) einst zu Weltruhm führte. Mit "Kontakthof – Echos 78" von Meryl Tankard ist das Tanztheater Pina Bausch in diesem Jahr zum Theatertreffen eingeladen.

Eine neue Intendanz soll zugleich auch die Gründungsintendanz des zukünftigen Pina Bausch Zentrums werden, berichtet Deutschlandfunk Kultur. Über den Bau werde aber erst im nächsten Jahr entschieden. Für den Proben-, Vorstellungs- und Gastspielbetrieb des Tanztheaters soll ab August 2025 der stellvertretende Intendant Daniel Siekhaus zuständig sein, heißt es auf wuppertal.de. 

(wuppertal.de / Deutschlandfunk Kultur / sle)

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Kommentare  
Charmatz verläßt Wuppertal: Neugierig
Da würde mich jetzt wirklich interessieren, wie es zu dieser Entscheidung kam. Es scheint wohl wirklich so, als ob große Persönlichkeiten auch ein großes Vakuum hinterlassen, was eine Nachfolge extrem schwierig macht (siehe Volksbühne u.a.). Gilt vielleicht die Regel: je länger (und erfolgreicher) die Intendanz, umso kürzer (und erfolgloser) die folgenden Intendanzen? Bitte um Widerspruch.
Charmatz verlässt Wuppertal: Unverschämtheit
Nachdem hier die Steuerzahler für die Finanzierung sämtlicher Aspekte von der Entscheidungsfindung über die Verpflichtung bis hin zu Entlohnung und Vertragsauflösung herangezogen werden, ist es vollkommen inakzeptabel, dass hier allen Ernstes irgendeine "Verschwiegenheit" dafür sorgen kann, dass die Öffentlichkeit nur bruchstückweise darüber informiert wird, was eigentlich mit ihrem Steuergeld geschieht. Zumal in Zeiten klammer Kassen und Kürzungen auf allen Ebenen grenzt das an Unverschämtheit. Wer die Bürger nicht informieren, sie aber zur Finanzierung heranziehen will, lebt eher nicht im Jahr 2025, sondern ist bestenfalls im 19. Jahrhundert und bei König Ludwig II. stehengeblieben. Wem die Veröffentlichung von Daten und Verträgen nicht passt, kann selbstverständlich seine Karriere im privaten (und privat finanzierten) Sektor suchen und finden. Man stelle sich etwa Abgeordnete oder Minister vor, die darauf pochen, die Modalitäten ihrer Entlohnung vor der Öffentlichkeit zu verbergen. Niemand würde das akzeptieren und alle würden vermuten, dass hier offenbar unbedingt etwas geheimgehalten werden muss, das für Aufregung sorgen könnte. Leben wir eigentlich im Zeitalter mündiger Bürger oder in einem Untertanenstaat?
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