meldungen

Festival d'Avignon abgesagt

Die Hundert Millionen Euro-Absage

14. April 2020. Das Festival d'Avignon wird in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden. Das teilt das Festival auf seiner Webseite mit. "Wir haben die Erklärungen des Präsidenten der Republik vom 13. April 2020 zur Kenntnis genommen", so die Erklärung. Die Bedingungen für die 74. Ausgabe des Festivals, das vom 3. bis 23. Juli 2020 stattfinden sollte, seien heute nicht mehr erfüllt. 

Brandbrief der Freien Szene an Bund + BKM

Bedrohung zahlloser Existenzen

14. April 2020. Über 300 Künstler*innen, Ensembles und Kollektive aus den freien darstellenden Künsten aus der gesamten Bundesrepublik haben sich in einem Offenen Brief an die Bundesregierung und die Beauftragte für Kultur und Medien gewandt. In dem Schreiben fordern sie eine Koordination der Länderaktivitäten zur Abfederung der Einnahmeausfälle sowie eine gezielte Förderung der frei produzierenden Künstler*innen durch den Bund.

Auswahl der Privattheatertage 2020

Die Jury hat entschieden

10. April 2020. Das Programm der Hamburger Privattheatertage 2020 steht fest, die Jury hat 12 Arbeiten ausgewählt. Das Festival soll einer Pressemitteilung zufolge auf jeden Fall stattfinden, wenn auch bislang noch unklar sei in welcher Form.

Festspiele Reichenau auf 2021 verschoben

Zu knapp

9. April 2020. Die Festspiele Reichenau im niederösterreichischen Reichenau an der Rax werden für dieses Jahr abgesagt. "Nach den aktuellen Entscheidungen der Regierung (6.April) über das Veranstaltungsverbot bis Ende Juni 2020 musste die Direktion der Festspiele Reichenau die Entscheidung treffen, dass alle Produktionen des Programms 2020 auf 2021 verschoben werden. Die gewohnte künstlerische Qualität ist bei eingeschränkter Vorbereitung und ungewisser Durchführung nicht gegeben", heißt es auf der Webseite des Festivals.

Dichter und Künstler Tilmann Lehnert verstorben

"Herzzerreißend komisch"

Berlin, 8. April 2020. Der Dichter, Künstler und Musiker Tilmann Lehnert ist im Alter von 79 Jahren in Berlin gestorben, das melden unter anderem Der Tagesspiegel und die Süddeutsche Zeitung in Nachrufen. Er starb demnach bereits am 2. April "nach langer Krankheit". Der 1941 in Darmstadt geborene Lehnert hatte 1965 mit dem Künstler Johannes Grützke in Berlin die Gruppe "Erlebnisgeiger und Klavier und Gesang" gegründet, die "sich angeblich nie zum Proben, sondern nur zu Konzerten traf", wie der Tagesspiegel schreibt. Mit Grützke führte er 1980 im Berliner Café Einstein auch die Oper "Im Fundbüro" auf. Die Süddeutsche Zeitung berichtet in ihrem Nachruf von einer "Combo der Extreme", deren Wirkung "herzzerreißend komisch" gewesen sei.

Mülheimer Theatertage wandern ins Netz

Geteilter Preis

Mülheim, 7. April 2020. Die bereits abgesagten Mülheimer Theatertage ziehen mit digitalen Formaten ins Netz um. Wie das Festival mitteilt, wird vom 16. bis zum 24. Mai jeden Abend ein*e Autor*in in kurzen Filmporträts mit Interviews, Ausschnitten aus den Inszenierungen und Lesungen von Textauszügen vorgestellt.

Würzburgs Intendant nicht verlängert

Nicht leicht gemacht

Würzburg, 5. April 2020. Der Vertrag von Markus Trabusch, Intendant des Würzburger Mainfranken Theaters,  wird nicht verlängert. Wie u.a. die Mainpost meldet,  habe dies der Not- und Ferienausschuss der Stadt "nach langen und kontroversen Debatten" beschlossen. "Das zeigt, dass sich niemand die Entscheidung leicht gemacht hat", zitiert die Zeitung Würzburgs Kultur- und Theaterreferenten Achim Könneke.

Edinburgh Fringe Festival 2020 abgesagt

"A heartbreaking decision but the right one"

2. April 2020. Das Fringe Festival in Edinburgh ist wegen der Corona-Pandemie für 2020 abgesagt worden. Das meldet u.a. die Londoner Tageszeitung The Guardian. Damit findet das größte Kulturfestival der Welt dieses Jahr erstmals seit 70 Jahren nicht statt. Zuvor hatten schon die flankierenden Festivals International Festival, Art Festival, International Book Festival und The Royal Edinburgh Military Tattoo ihre Veranstaltungen abgesagt.

Sachsen: Freier Szene drohen Millionenverluste

"Verlust der zweiten Säule sächsischer Theaterkunst"

1. April 2020: Die in Dresden ansässige "Servicestelle FREIE SZENE" hat zwischen dem 18. und 27. März in einer Umfrage unter 187 sächsischen Theatern, Ensembles und Einzelkünstler*innen ermittelt, dass die Befragten aufgrund der Coronakrise mit Einnahmeverlusten von bis zu 2,4 Millionen Euro rechnen, sollte noch bis Ende Juni kein Vorstellungsbetrieb möglich sein. "Falls diese Ausfälle nicht finanziell aufgefangen werden", heißt es in einer gestern verschickten Pressemitteillung, "droht vielen Künstler*innen die Pleite und vielen Ensembles und freien Theatern das Aus." Dies könnte "kurz- und mittelfristig" in vielen Fällen "zur Aufgabe der künstlerischen Tätigkeit und damit zum Verlust der zweiten Säule sächsischer Theaterkunst" führen.

Bayreuther Festspiele abgesagt

Weltuntergang verschoben

31. März 2020. Die Richard-Wagner-Festspiele in Bayreuth 2020 werden wegen der Corona-Pandemie abgesagt. Wie die Festspiele mitteilen, einigten sich heute die zuständigen Gremien des Stiftungsrates, der Geschäftsführung, der künstlerischen Leitung und der örtlichen Behörden darauf, die Festspiele auszusetzen.

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