meldungen

Erste Leipziger Bertolt-Brecht-Gastprofessur eingerichtet

Theaterrevolutionäre Ideen

Leipzig, 26. Oktober 2017. Die zum Wintersemester 2017/18 erstmals eingerichtete Bertolt-Brecht-Gastprofessur geht an den Regisseur Peter Konwitschny, das teilt die Universität Leipzig mit. Die Professur soll den nachhaltigen Theorie-Praxis-Transfer zwischen Wissenschaften und Künsten fördern sowohl in der Lehre am Centre of Competence for Theatre (CCT) als auch im öffentlichen Diskurs der Stadt Leipzig, heißt es in der Pressemitteilung. Peter Konwitschny wurde von einer Findungskommission mit Vertretern aus Stadt und Universität Leipzig einstimmig ausgewählt.

Gewinner der Europäischen Theaterpreise bekannt gegeben

Rom ruft die Spitze

25. Oktober 2017. Die Regisseurinnen Susanne Kennedy (geboren 1977 in Friedrichshafen) und Yael Ronen (geboren 1976 in Jerusalem) befinden sich unter den diesjährigen Preisträgerinnen des von der EU-Kommission verliehenen "Europe Prize Theatrical Realities", mit dem genreübergreifend kreative und innovative theatrale Unternehmungen ausgezeichnet werden. Das geht aus einer Presseinformation des Premio Europa per il Teatro hervor.

Neues Leitungsteam am Theater Ulm vorgestellt

Kontinuitäten

25. Oktober 2017. Der neue Intendant des Theaters Ulm ab der Spielzeit 2018/2019 Kay Metzger hat sein Leitungsteam vorgestellt, wie die Südwest Presse (24.10.2017) berichtet. Schauspieldirektor wird Jasper Brandis (1971 in New York geboren), den nachtkritik.de zuletzt 2013 mit "Der Geizige" in Essen besprach und der in Ulm bereits Horváths "Kasimir und Karoline" (2016) inszenierte.

Sanierungsbedarf am Theater Erfurt

Die frühe große Reparatur

25. Oktober 2017. Das 2003 in der Brühlervorstadt eröffnete Theater Erfurt weist erhebliche Baumängel auf. Wie der MDR berichtet, plant die Stadt eine Sanierung spätestens für 2019. Die Kosten werden nach ersten Schätzungen im zweistelligen Millionenbereich liegen. Bereits im August hatte der MDR über diverse Schäden an Deutschlands erstem Theaterneubau im 21. Jahrhundert berichtet.

Dramaturgie der Wiener Festwochen neu aufgestellt

Neue bewährte Besetzung

Wien, 24. Oktober 2017. Die Wiener Festwochen stellen ihre Dramaturgie neu auf, das meldet unter anderem die Tageszeitung der Standard (24.11.2017). Iris Raffetseder werde als Dramaturgin zurückkehren, so wie auch Moritz Lobeck als kuratorischer Berater. Beide waren bereits von 2014 bis 2016 bei den Wiener Festwochen tätig. Gastkuratorin werde Angela Mattox, vormals künstlerische Leiterin des Portland Institute for Contemporary Art. Henning Nass, ehemals Dramaturg der Berliner Volksbühne, stehe den Festwochen als freier Dramaturg zur Verfügung, heißt es.

Gerichtsurteil zugunsten Absolvent*innen privater Schauspielschulen

Gleiches Recht für alle

22. Oktober 2017. Wie die Zeitung taz berichtet, hat das Bundessozialgericht ein wegweisendes Urteil zugunsten der Behandlung von Absolvent*innen privater Schauspielstudiengänge gesprochen. Demnach seien Arbeitsagenturen verpflichtet, auch Schauspieler*innen über ihre Kartei der "Zentralen Auslands- und Fachvermittlung" (ZAV) zu vermitteln, die nicht an staatlichen Hochschule ausgebildet wurden. Die Kartei ist laut taz die wichtigste und umfangreichste Vermittlungskartei für Bühnenkünstler*innen.

Schriftsteller Dogan Akhanlı wieder in Deutschland

Wieder frei

Köln, 20. Oktober 2017. Zwei Monate nach seiner Inhaftierung in der spanischen Stadt Granada ist der türkischstämmige Autor Dogan Akhanlı am Donnerstag nach Deutschland zurückgekehrt. Wie u.a. der Deutschlandfunk meldet, steht er jetzt wegen eines Zwischenfalls am Düsseldorfer Flughafen – ein Mann beschimpfte und bedrohte ihn in türkischer Sprache – unter Polizeischutz.

Aktionskünstler Pawlenski setzt Pariser Bank in Brand

Flammen für die Bastille

Paris, 18. Oktober 2017. Der russische Aktionskünstler Pjotr Pawlenski hat in Paris eine Filiale der französischen Nationalbank am Platz der Bastille in Brand gesetzt. Das meldet u.a. die taz (17.10.2017). Mit seinem Brandanschlag wolle Pawlenski Frankreich an seine revolutionäre Geschichte erinnern. Der Ort der Bank am Bastille-Platz sei entsprechend symbolisch aufzufassen. "Die Bastille wurde vom aufständischen Volk als Symbol des Despotismus und der Macht gestürmt. Am selben Ort ist ein neuer Herd der Versklavung entstanden, die Bank", zitiert die taz aus einem Manifest, das Pawlenski zu seiner Aktion veröffentlicht habe.

Verein "Pro Quote Bühne" gegründet

Wo sind die Frauen?

18. Oktober 2017. Für mehr Geschlechtergerechtigkeit an deutschen Bühnen setzt sich ab sofort der neugegründete Verein Pro Quote Bühne ein. Mit einer Pressekonferenz im Deutschen Theater Berlin trat der Verein um die vier Regisseurinnen Angelika Zacek, France-Elena Damian, Amina Gusner und Eva Jankowski gestern an die Öffentlichkeit und veröffentlichte ein Manifest. Darin wird eine Frauen-Quote von 50 Prozent in künstlerischen Führungspositionen gefordert: 50 Prozent Inszenierungen von Regisseurinnen auf den großen Bühnen, 50 Prozent Hausregisseurinnen, 50 Prozent Schauspieldirektorinnen und Intendantinnen. Es gebe "genug qualifizierte Frauen", so Vorstandsmitglied Angelika Zacek gegenüber nachtkritik.de: "Von den Hochschulen kommen genug Frauen mit Regie-Ausbildung, es gibt 51 Prozent Regieassistentinnen, und man fragt sich: Wo bleiben die denn dann? Das Potential ist da."

Kulturförderpreise NRW verliehen

Preisregen

Düsseldorf, 17. Oktober 2017. Zwei Theaterschaffende erhalten den Kulturförderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen. Wie das Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW mitteilt, wurden die Preise gestern zum 60. Mal in sieben Kategorien vergeben. Sie sind mit je 7.500 Euro dotiert. In der Sparte "Theater: Regie, Schauspiel, Gesang, Tanz, Bühnenbild" wurde zum einen Marissa Möller ausgezeichnet, die von 2013 bis 2017 Schauspielerin im Festengagement am Schlosstheater Moers war und dort etwa die Titelrolle in Richard III. übernahm. Zum anderen Mario Simon, seit 2013 Videokünstler am Schauspiel Dortmund, der u.a. bei Die Borderline Prozession und Einstein on the Beach mitwirkte.

Intendant des Theaters in Bregenz geht vorzeitig

Laufzeit rasch verkürzt

12. Oktober 2017. Der Intendant des Vorarlberger Landestheaters Alexander Kubelka wird die in Bregenz ansässige Bühne früher als geplant verlassen. Das melden verschiedene österreichische Medien, u.a. die Kleine Zeitung (11.10.2017). Kubelkas eigentlich bis 2019 laufender Fünfjahres-Vertrag wird spätestens zum Juni 2018 beendet. Nach Informationen der Vorarlberger Nachrichten werde das Dienstverhältnis bereits Ende Oktober dieses Jahres aufgelöst. Im Januar 2018 solle die neue Theaterleitung präsentiert werden.

USA treten aus der UNESCO aus

Von Reagan lernen

12. Oktober 2017. Die USA wollen zum Ende des Jahres 2017 aus der UN-Kultur- und Bildungsorganisation UNESCO austreten. Wie u.a. Deutschlandfunk Kultur mit Bezug auf Agenturmeldungen berichtet, soll die Entscheidung kommende Woche begründet werden. Die Trump-Regierung wirft der UNESCO seit Längerem antiisraelische Tendenzen vor.

Neue Leiterin am Deutschen Literaturarchiv

In Schillers Geburtsort am Neckar

12. Oktober 2017. Die Germanistin Sandra Richter wird 2019 neue Leiterin des Deutschen Literaturarchivs in Marbach am Neckar. Das meldet u.a. der WDR. Das in Friedrich Schillers Geburtsstadt ansässige Deutsche Literaturarchiv sammelt Dokumente zur Literatur- und Geistesgeschichte von 1750 bis zur Gegenwart und beherbergt rund 1400 Nachlässe von Schriftstellern und Gelehrten.

Dramaturg Olaf Kröck wird neuer Intendant der Ruhrfestspiele

Grubenglück

Recklinghausen, 10. Oktober 2017. Der Theatermacher Olaf Kröck wird neuer Intendant der Ruhrfestspiele. Wie unter anderen der TV-Sender 3sat meldet, hat sich der Aufsichtsrat einstimmig für den 45-Jährigen entschieden. Kröck löst am 1. August 2018 Frank Hoffmann (63) ab, der das Theaterfestival dann 13 Jahre lang leitete.

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