meldungen
Berliner Kulturstaatssekretär André Schmitz tritt zurück
"Schwerwiegender Fehler"
Berlin, 3. Februar 2014. Der Berliner Kulturstaatssekretär André Schmitz (SPD) wird morgen seinen Rücktritt bekannt geben. Das meldet der Berliner Tagesspiegel auf seiner Website (aktualisiert 18:22h). Hintergrund ist die heute durch einen Bericht der B.Z. bekannt gewordene Tatsache, dass Schmitz Steuern in Höhe von rund 20.000 Euro hinterzogen hat. Auf die Medienberichte hatte Schmitz bereits am Vormittag reagiert: "Ich habe einen schwerwiegenden Fehler begangen, den ich sehr bedauere." Er habe ein "in der Schweiz ererbtes Guthaben" 2005 in eine Lebensversicherung der Credit Suisse eingezahlt – eine Art Scheinversicherung zwecks Steuerersparnis –, die Versicherung und das Konto 2007 dann wieder aufgelöst. Rund 425.000 Euro wurden laut B.Z. bei einer Bank-Razzia im Juli 2012 entdeckt. Die Causa ist deshalb von besonderem Belang, weil Schmitz de facto als Berliner Kultursenator wirkt, der einen Etat von rund 360 Millionen Euro verantwortet.
Schauspieler Philip Seymour Hoffman gestorben
Ein Master weniger
3. Februar 2014. Der amerikanische Theater- und Filmschauspieler Philip Seymour Hoffman ist am Sonntagabend in New York gestorben. Das meldet u.a. die New York Times. Der 46-jährige sei von einem Freund in einer Wohnung in Greenwich Village gefunden worden, die er als Büro genutzt habe. Todesursache sei aller Wahrscheinlichkeit nach eine Überdosis Heroin.
Düsseldorfer Theaterbelegschaft protestiert
"Es gibt keine künstlerische Krise"
Düsseldorf, 2. Februar 2014. Die Belegschaft des Düsseldorfer Schauspielhauses wehrt sich in einem offenen Brief gegen Führungs-Spekulationen, kulturpolitische Verfehlungen und negativistische Berichterstattung. Man habe den Eindruck, die Presse wolle "eine Krise regelrecht herbeischreiben und kulturpolitische Machtkämpfe auf dem Rücken des Düsseldorfer Schauspielhauses austragen". Es gebe aber keine künstlerische Krise, sondern vielmehr eine kulturpolitische, verursacht durch zögerliche Kulturpolitik auf Stadt- und Landebene.
Maximilian Schell ist tot
Oscar-Preisträger und Gründgens' Hamlet
Innsbruck, 1. Februar 2014. Der österreichisch-schweizerische Schauspieler Maximilian Schell ist tot. Wie u.a. die Berliner Morgenpost meldet, starb er im Alter von 83 "an der Folge einer plötzlichen und schweren Erkrankung". Der Oscar-Preisträger gehörte zu den wichtigsten deutschen Film- und Bühnenschauspielern.
Grabtafel von Thomas Bernhard gestohlen
Neuerlicher Vandalismus
Wien, 1. Februar 2014. Die Grabtafel des Schriftstellers Thomas Bernhard ist vom Grinzinger Friedhof in Wien entwendet worden. Das meldet die österreichische Tageszeitung Die Presse (online 31.1.2014) unter Berufung auf APA. Der Diebstahl liege bereits einige Tage zurück. Laut Bernhards Halbbruder und Erben Peter Fabjan sei das Grab mit seinem Barockkreuz "schon einmal" Opfer eines "brutalen Vandalismus" gewesen. Gemeinsam mit Thomas Bernhard sind in der Grabstätte sein "Lebensmensch" Hedwig Stavianicek sowie deren 1944 verstorbener Ehemann Franz beerdigt. Thomas Bernhard lebte von 1931 bis 1989 und gilt als einer der wichtigsten Autoren der deutschsprachigen Erzähl- und Dramenliteratur des 20. Jahrhunderts.
Burgtheater kündigt umfangreiche Sparmaßnahmen an
Burg ohne Corinna Kirchhoff und Udo Samel
31. Januar 2014. "Angesichts der angespannten Situation im und rund um das Burgtheater" hat Burg-Intendant Matthias Hartmann am Donnerstag spontan eine Vollversammlung einberaumt. Das berichtet die Wiener Tageszeitung Die Presse am Donnerstagabend.
Entlassene Burgtheater-Vizedirektorin wehrt sich
"Ehrenbeleidigung, Kreditschädigung und üble Nachrede"
Wien, 29. Januar 2014. Die fristlos entlassene Vizedirektorin des Burgtheaters Silvia Stantejsky will den Chef der Bundestheaterholding Georg Springer verklagen. Springer äußerte sich vor Kurzem im ORF mit den Worten: "Matthias Hartmann wurde vorgegaukelt, dieses Wort verwende ich jetzt ganz bewusst, dass das alles [der Theaterhaushalt, Anm. d. Red.] finanzierbar sei und zwar durch ein doloses System, das nicht nachvollziehbar war", durch ein "buchhalterisches Parallelsystem".
Leitungswechsel am Schlachthaus Bern
Aus zwei mach eins
Bern, 28. Januar 2014. Maike Lex wird ab März 2014 die alleinige Geschäftsführung und künstlerische Leitung des Schlachthaus Theaters Bern übernehmen. Wie Theater der Zeit meldet, ist sie bereits seit vier Jahren Co-Intendantin des Hauses. Ihre bisherige Co-Intendantin Myriam Prongué, die zehn Jahre lang in dieser Position tätig war, wird Ende Februar das Haus verlassen und die Abteilungsleitung des Bereichs Theater bei Pro Helvetia übernehmen.
Autor und Dramaturg Reinhard Palm ist tot
Von Jerusalem bis Yoga
27. Januar 2014. Der Autor und langjährige Chefdramaturg des Schauspielhauses Zürich Reinhard Palm ist tot. Wie der Wiener Standard bereits am 17.1.2014 mit Bezug auf Palms Verlag meldete, ist Palm im Alter von 56 Jahren durch Freitod aus dem Leben geschieden. Der 1957 in Salzburg geborene Autor studierte u.a. Völkerkunde, Arabisch und Hebräisch und verbrachte einen Forschungsaufenthalt in Jerusalem. Er promovierte mit einer Arbeit über Pilgerwesen und Orienterfahrung im Spätmittelalter an der Universität Salzburg.
Schweizer Fernsehen wegen Blackfacing-Sketch angezeigt
Rassismus mit System?
26. Januar 2014. Die Theatermacher Samuel Schwarz und Raphael Urweider haben in der vergangenen Woche Anzeige gegen das öffentlich-rechtliche Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) erstattet. Grund ist der vom SRF am 29. Dezember 2013 in der satirischen Jahresrückblicks-Sendung "Endspott" ausgestrahlte und sich des Blackfacing bedienende Sketch von Birgit Steinegger, in der diese mit schwarz angemaltem Gesicht als amerikanische Talkmasterin Oprah Winfrey (in Sachen "Täschligate") aufgetreten war (Sketch von 06:00 bis 08:51).
Soubeyrand entscheidet sich für Intendanz in Senftenberg
Vertrag unterschrieben
25. Januar 2014. Manuel Soubeyrand hat am gestrigen Freitagnachmittag seinen Intendantenvertrag mit der Neuen Bühne Senftenberg unterschrieben. Das meldet die Lausitzer Rundschau.
Schauspieler Hans Christian Rudolph gestorben
"Der beste und auch der wichtigste"
24. Januar 2014. Der Hamburger Schauspieler Hans Christian Rudolph ist am Donnerstag im Alter von 70 Jahren gestorben. Das meldet u.a. das Hamburger Abendblatt.
Erasmuspreis für Kuratorin Frie Leysen
Toleranz und undogmatisches Denken
23. Januar 2014. Die Festivalmacherin Frie Leysen erhält den mit 150.000 Euro dotieren Erasmuspreis der niederländischen Stiftung Praemium Erasmianum. Die seit 1958 jährlich verliehene Auszeichnung geht an Personen, die einen "außerordentlichen Beitrag im kulturellen oder wissenschaftlichen Sektor in Europa und darüber hinaus" geleistet haben. Die Preisträger stehen für "Toleranz, kulturelle Vielfalt und undogmatisches kritisches Denken", heißt es auf der Website der Stiftung Praemium Erasmianum. Unter den Erasmuspreisträgern befinden sich der Philosoph Jürgen Habermas (2013), der Schriftsteller und Politiker Václav Havel (1986), der Dirigent Nikolaus Harnoncourt (1980), der Ethnologe Claude Lévi-Strauss (1973), der Maler Sigmar Polke (1991) oder die Theaterregisseure Peter Sellars (1998) und Peter Stein (1993).
Schluss beim "Tatort" für Martin Wuttke
Mehr Zeit für die Bühne
22. Januar 2014. Simone Thomalla und Martin Wuttke werden bald nicht mehr im Leipziger "Tatort" zu sehen sein. Das habe der MDR mitgeteilt, wie Spiegel Online meldet. Thomalla und Wuttke sollen demnach nur noch in drei Folgen als Ermittler-Duo Eva Saalfeld und Andreas Keppler auftreten. Danach solle der Sonntagskrimi aus Sachsen "grundlegend neu gestaltet" werden, habe Fernsehdirektor Wolf-Dieter Jacobi angekündigt. Martin Wuttke arbeitet als einer der führenden deutschsprachigen Bühnenschauspieler regelmäßig an der Berliner Volksbühne und am Wiener Burgtheater. Simone Thomalla wird von Spiegel Online als "Boulevardsternchen" tituliert und ist die Ex-Lebensgefährtin des ehemaligen Schalker Fußballmanagers Rudi Assauer.
Stellungnahme des Bühnenvereins zum Austritt von Sewan Latchinian
Handlanger einer verfehlten Kulturpolitik
Köln, 22. Januar 2014. Auf den Austritt des designierten Intendanten des Rostocker Volkstheaters Sewan Latchinian aus dem Deutschen Bühnenverein (siehe Meldung) hat jetzt der Bühnenverein in einer Stellungnahme reagiert. Latchinians Behauptung, die Mitgliedschaft des Volkstheaters im Bühnenverein gefährde dessen Existenz, wird darin als "abwegig" zurückgewiesen.
Dessau soll Schauspiel und Ballett schließen
War's das?
Halle / Dessau, 22./23. Januar 2014. Das Anhaltische Theater Dessau soll ab 1. Januar 2016 kein eigenes Schauspiel und Ballett mehr haben. Das meldet die Mitteldeutsche Zeitung auf ihrer Website (22.01.2014 07:49 Uhr) "unter Berufung auf Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD)".
Leipziger Theaterwissenschaft droht Schließung – Proteste angekündigt
Keine Theaterwissenschaft mehr in Leipzig?
22. Januar 2014. Die Universität Leipzig hat bekanntgegeben, dass sie 24 Stellen einsparen will – fünf davon in der Theaterwissenschaft. Das meldet das Leipziger Stadtmagazin Kreuzer.
Manuel Soubeyrand auch im Gespräch für den Intendantenposten Pforzheim
Seltsame Pattsituation
21. Januar 2014. Thomas Münstermann und Manuel Soubeyrand sind die beiden Kandidaten, auf die sich die Findungskommission für den Intendantenposten des Theaters Pforzheim geeinigt hat. Das berichtet die Pforzheimer Zeitung in ihrer Ausgabe vom vergangenen Freitag (17.1.2014). Die Entscheidung über die Vergabe des Postens zur Spielzeit 2014/15 soll im kommenden Monat fallen.
Schweriner Intendant Kümmritz übernimmt auch Neubrandenburg / Neustrelitz
Doppelt hält besser?
21. Januar 2014. Der Generalintendant des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin Joachim Kümmritz wird auch Intendant und Geschäftsführer der Theater- und Orchester-Gesellschaft Neubrandenburg/Neustrelitz. Das meldet der NDR. Kümmritz übernimmt in Neubrandenburg/Neustrelitz die Nachfolge von Wilhelm Denné, der sein Amt dem NDR zufolge zum Jahresende 2013 niedergelegt hatte.
Damit sei die Theater- und Orchestergesellschaft im begonnenen Umstrukturierungsprozess voll handlungsfähig, zitiert der NDR die Gesellschafter und vermutet, dass die Personalie bedeutet, dass "das Musiktheater in Neustrelitz (...) künftig womöglich von Schwerin bespielt werden könnte".
(NDR / sd)
Mehr zur Lage der Theater in Mecklenburg-Vorpommern:
- Theater Parchim verlegt Spielbetrieb wegen Baumängeln in die Stadthalle – Meldung vom 17. Januar 2014
- Ständige Konferenz der Theaterintendanten in Mecklenburg-Vorpommern gegründet – Meldung vom 19. November 2013
- Mecklenburg-Vorpommerns Kultusminister will Schwerin und Parchim fusionieren – Meldung vom 15. Oktober 2013
- Mecklenburg-Vorpommern wird Staatstheater-Gesellschafter – Meldung vom 15. August 2013
- Wolfgang Bordel übernimmt Schauspiel in Neubrandenburg / Neustrelitz - Meldung vom 6. Dezember 2011
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