Kommentar zum drohenden Aus für das große Freie-Szene-Festival "Impulse"

Der schiefe Leuchtturm des Westens

von Esther Boldt

15. Februar 2014. Eine unscheinbar auftretende Pressemeldung versetzt seit Dienstag die deutsche Theaterszene in Aufruhr: Die Kunststiftung NRW hat ihre Theaterförderung neu konzipiert und beendet nach 25 Jahren ihre Förderung der Theater-Biennale "Impulse". Beim letzten Mal musste schon Festivalprogramm abgespeckt werden, weil die erhoffte Projektförderung der Bundeskulturstiftung ausblieb, nun aber ist das Fundament der Biennale viel grundlegender erschüttert. In den letzten Jahren hatte die Förderung durch die Stiftung 150.000 Euro betragen, nach vielen intensiven Gesprächen mit der Stiftung während und nach der vergangenen Ausgabe beantragte das Festival in diesem Jahr 200.000 Euro – nun bekommt es überraschend gar nichts.

Der Theater-Kummerkasten

So wollen wir nicht mehr arbeiten!

29. Januar 2014. Am Wochenende hat sich die Dramaturgische Gesellschaft zur Jahreskonferenz "Leben, Kunst und Produktion. Wie wollen wir arbeiten?" getroffen. Hier unser Tagungsbericht von Stefan Bläske.

Am Rande dieser Tagung (und auch sonst) erzählen Theatermitarbeiter, dass sie vor lauter Arbeit, Abenddiensten etc. im letzten Jahr eigentlich nur Inszenierungen am eigenen Haus sehen konnten. Dass sie die einzigen Stunden außerhalb des Theaters bei der Physiotherapie verbringen. Man hört von More-than-Fulltime-Mitarbeitern, dass sie am Ende jeder Vorstellung nun auch noch Werbezettel verteilen sollen (während das Einlasspersonal aus Einspargründen längst zuhause ist). Man hört von Leitungen reicher Theater, die ihren unbezahlten Hospitanten nicht mal ein bisschen Geld geben wollen, wenn diese als Beleuchtungsstatisten einspringen. Von Intendanten, die gerne mündliche Zusagen machen und nicht einhalten. Von Geschäftsführenden Direktoren, die es während achtwöchiger Probenzeiten nicht hinbekommen, den Vertrag eines Gastes fertig zu machen. Von solchen, die Reisekostenabrechnungen von Mitarbeitern, die sie nicht mögen, einfach "verlieren". Man hört von tristesten Unterbringungen der Regieteams, und von Häusern, die ihr Ensemble nur von September bis Mai bezahlen und in den Theaterferien arbeitslos sein lassen. Das alles sind freilich nur unzuverlässige Beispiele aus zweiter Hand, und so interessiert uns: Was sind Ihre Erfahrungen und Erlebnisse im "Traumberuf am Theater"?

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