Schalkhaft

Köln, 20. September 2018. Der Dramatiker Ferdinand Schmalz erhält den Ludwig-Mülheims-Theaterpreis. Das wird auf der Website des im Andenken an den katholischen Schauspieler Ludwig Mülheims verliehenen Preises mitgeteilt. Das Preisgeld beläuft sich auf 25.000 Euro. Der Preis wurde in der "Hoffnung auf eine verstärkte Hinwendung zu religiösen Themen im Theater durch Ludwig Mülheims und Kardinal Joseph Höffner ins Leben gerufen", wobei der Preis "nicht nur für christliche Dramatik, sondern allgemein für religiöse Dramatik zu vergeben" sei. Er wird nunmehr zum siebten Mal seit 1991 verliehen.

Der gebürtige Grazer Ferdinand Schmalz (Jahrgang 1985) erhält den Preis insbesondere mit Blick auf seine Hofmannsthal-Neuschreibung "Jedermann (stirbt)", uraufgeführt am WIener Burgtheater durch Stefan Bachmann. Schmalz reiße das "große, parabelhafte Mysterienspiel in eine verblüffend schlüssige Heutigkeit", urteilt die Auswahlkommission. "Er schafft zutiefst theatrale Situationen, durch die die philosophischen Fragen nach dem Sinn bzw. 'Neusinn' des in der Sprache zu erfindenden und zu gestaltenden Lebens schalkhaft hindurchzwinkern."

Der Preisjury gehören Dieter Borchmeyer (Literaturwissenschaftler), Gabriele Brandstetter (Theater- und Tanzwissenschaftlerin), Jürgen Flimm (Regisseur, zuletzt Intendant der Staatsoper Berlin), Gottfried Honnefelder (Verleger), Ulrich Khuon (Intendant des Deutschen Theaters Berlin), Rainer Kurz (Ministerialrat a. D.) Pater Elmar Salmann (Theologe) und Daniela Schrader (Justitiarin im Erzbistum Köln) an.

(ludwig-muelheims-theaterpreis.de / chr)

 
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