Viel Geld, viel Ehr

Tokio, 14. Juni 2019. Die französische Regisseurin Ariane Mnouchkine wird mit dem hoch dotierten japanischen Kyoto-Preis ausgezeichnet. Das lässt sich der englischsprachigen Website des Preises entnehmen. Der Preis ist mit 360.000 Euro dotiert, gehört neben dem Nobelpreis zu den wichtigsten Ehrungen in Kultur und Wissenschaft und zeichnet das Lebenswerk aus.

Die 1939 als Tochter eines russsischen Emigranten und einer Engländerin bei Paris geborene Mnouchkine leitet seit 1964 das von ihr gegründete Pariser Théâtre du Soleil in der die Cartoucherie de Vincennes. Der Durchbruch gelang ihr 1970 mit dem französischen Revolutionpanorama "1789". "Mephisto – Roman einer Karriere" nach Klaus Mann, die Zyklen "Les Shakespeare“ – mit "Richard II.", "Heinrich IV." und "Was ihr wollt" – und "Les Atrides" – mit Euripides' "Iphigenie in Aulis" und Aischylos' "Orestie" – folgten und begründeten den Weltruhm der Regisseurin und ihres von asiatischen Theatertraditionen stark beeinflußten Theaters. Ariane Mnouchkine hat auch Filme gedreht, darunter ihr berühmter Molière-Film aus dem Jahr 1978. In der Preisbegründung heißt es: "Referring to traditional performances of both the East and the West, she has been innovating theatrical expressions through her collaborative creations based on the methodology of her unique theatrical organization which eschews hierarchical order."

Weitere Preisträger 2019 sind der Chemiker Ching W. Tang und der Astrophysiker James Gunn. Der Kyoto-Preis ist eine jährlich verliehene Auszeichnung für überragende Leistungen in Wissenschaft und Kunst und wird seit 1985 vergeben. Es gibt drei Preiskategorien, wobei der Schwerpunkt in der entsprechenden Kategorie zwischen den verschiedenen Disziplinen rotiert. In der Kategorie "Kunst und Philosophie" wechseln sich die Disziplinen Musik, Kunst, Theater und Kino sowie Philosophie und Ethik ab. Der seit 1984 von der Inamori-Stiftung vergebene Preis "für das Lebenswerk herausragender Persönlichkeiten" ging u.a. bereits an die Choreographin Pina Bausch, den Philosophen Jürgen Habermas, den Komponisten Pierre Boulez und die Primatenforscherin Jane Goodall. Zuletzt war aus dem Bühnenbereich der Choreograf John Neumeier ausgezeichnet worden

Die feierliche Verleihung findet traditionell am 10. November in Kyoto statt.

(geka)

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