Fürsorge und Heilung

4. Juli 2021. Das Programm der nächsten Ausgabe des Festivals "Theater der Welt" 2023 in Frankfurt am Main und Offenbach wird erstmals von einem nicht-europäischen Kurator:innenteam verantwortet. Die Programmleitung übernehmen die Japanerinnen Chiaki Soma und Kyoko Iwaki / Arts Commons Tokyo. Das teilten die Festivalintendanten Matthias Pees (Künstlerhaus Mousonturm, Frankfurt am Main), Matthias Wagner K (Museum Angewandte Kunst, Frankfurt am Main) und Anselm Weber (Schauspiel Frankfurt) zum gestrigen Abschluss der Düsseldorfer Ausgabe von "Theater der Welt" 2021 mit.

Soma Iwaki 1200 Theater der Welt uChiaki Soma und Kyoko Iwaki © Theater der Welt

Arts Commons Tokyo wurde 2014 gegründet und besteht mehrheitlich aus weiblichen, multilingualen Kulturschaffenden, die interdisziplinäre und internationale Projekte organisieren. "Als erstes asiatisch-weibliches Team, das Theater der Welt leitet, werden wir das Prinzip der nicht-westlichen, nicht-binären und sogar nicht-menschlichen Perspektiven zum Anlass nehmen, um unsere Vorstellungen von Theater, Festivals und der Welt neu zu justieren und zu überdenken", schreiben Soma/Iwaki in der Pressemitteilung des Festivals. "Unter dem Gesichtspunkt einer operativen Ethik und unter Berücksichtigung der empirischen Kenntnisse der globalen Pandemie wollen wir ein Festival schaffen, dessen thematischen Schwerpunkt wir "Inkubationismus" nennen wollen: eine kollektive Zeit des Wartens, in der wir auf ein neues Leben hoffen und vielleicht auch Angst vor künftigen Symptomen haben", schreiben die beiden. Die Corona-Pandemie habe gelehrt, "uns nicht nur um kranke Menschen, sondern auch um kranke Tiere, Pflanzen, unsere Umwelt und die Natur zu kümmern". Das Festival solle "das Bild einer neue Welt zu entwerfen, die von der Bemühung geprägt ist, allen Wesen Fürsorge und Heilung zukommen zu lassen."

"Theater der Welt" ist ein Festival des Internationalen Theater Instituts (ITI) und wird seit 1981 alle drei Jahre an eine andere deutsche Stadt vergeben. Es ist zu je einem Drittel von der austragenden Stadt, dem Bundesland und dem Bund finanziert. Für die Ausgabe 2023 wurde vom ITI erstmals eine Ausschreibung veranstaltet, bei der sich die Bewerbung von Frankfurt gemeinsam mit Offenbach durchsetzen konnte.

(ITI / chr)

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