Ab in die Niemandsbucht 

Gmunden, 1. August 2007. Wenigstens im Salzkammergut weiß man Peter Handke noch zu schätzen. Die Festwochen in Gmunden richten für den Dichter ein Festival aus. Ab morgen reisen dort dann Mitstreiter und Weggefährten wie Wim Wenders oder Bruno Ganz an, deren Film "Der Himmel über Berlin" am Nachmittag das Fest eröffnen wird, obwohl die Veranstaltung ja eigentlich "Ins tiefe Österreich" heisst. Am Abend hält dann Wim Wenders die Eröffnungsrede.

Später wird Elisabeth Trissenaar aus Handkes Erzählung über seine Mutter "Wunschloses Unglück" lesen, die ansonsten in Salzburg gerade als Jedermanns Mutter auf der Bühne steht.

Der Freitag ist dann dem kontroversen Komplex "Handke und Jugoslawien" gewidmet, dessen Brisanz gelegentlich mit Handkes Unvermögen in Verbindung gebracht wird, Dichtung und Wirklichkeit menschenrechtskompatibel auseinanderzuhalten. Deswegen wird dann der Samstag umso schöner sein: Bruno Ganz liesst abendfüllend aus Handkes Roman "Mein Jahr in der Niemandsbucht" vor.

Am Sonntagvormittag finden sich die Festivalgäste nach dem Frühstück um elf noch einmal zu einer kommentierten Lesung aus aktuellen Theaterstücken, Essays, Kritiken und Interviews Peter Handkes ein, die sich unter dem Titel "Sehnsucht die Toten zu wecken" mit seinem Theaterbegriff auseinandersetzt. 

Ab Montag hat das Festival dann schon die nächste österreichische Literaturgrösse auf dem Programm und präsentiert als szenische Lesung eine Kollage aus Texten von Elfriede Jelinek: "in bed with jelinek" heisst frei nach Madonna das Spektakel.

(sle)

 

 

 
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