Kämpferischer Fürsprecher

7. Januar 2011. Wenige Wochen vor seinem 96. Geburtstag ist Gad Granach einer Mitteilung aus seinem Umfeld zufolge gestern Abend in Jerusalem gestorben. Am 29. März 1915 war Granach als Gerhard Granach in Rheinsberg geboren worden. Sein Vater Alexander Granach gehörte zu den bedeutendsten Theaterschauspielern der Weimarer Republik. 1936 wanderte Gad Granach ins damalige Palästina aus.

Zeitlebens war Granach ein wegen seines Charmes und beißenden Humors höchst beliebter Zeitzeuge. Einer, der in jungen Jahren das Berliner Theater und seine Heroen und Heroinnen erlebt und teilweise kennengelernt hatte. Elisabeth Bergner, Heinrich George, Emil Jannings, Veit Harlan, Ernst Busch... "Wie sein Vater ist auch Gad ein wunderbarer Schauspieler, nur dass er in seinem Wohnzimmer statt auf einer Bühne auftritt", schrieb Henryk M. Broder zu Granachs 90. Geburtstag – Granach, der stets auch ein ebenso ironischer wie kämpferischer Fürsprecher des jüdischen Staates war.

Immer wieder führten ihn Reisen auch nach Berlin. Zuletzt im Dezember 2008, als in der Akademie der Künste die Edition der Briefe seines Vaters aus dem Exil an seine Schweizer Gefährtin Lotte Lieven "Du mein liebes Stück Heimat" (Ölbaum Verlag) vorgestellt wurde.

(sle)


 

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