Weitere Kollateralschäden der Krise

Berlin, 16. September 2012. Wie wir auf der Webseite der Tageszeitung Der Trierische Volksfreund (15.9.2011) lesen, plant die hoch verschuldete Stadt Trier 2012 bei ihrem Theater "bis zu einer Million Euro einzusparen" – bei einem Gesamt-Etat von derzeit 14,5 Millionen Euro.

Die Existenz des Drei-Sparten-Hauses, das jedes Jahr rund 100 000 Besucher zählt, sei aber dadurch nicht gefährdet, habe Triers Kulturdezernent Thomas Egger (FDP) erklärt, schreibt Der Volksfreund weiter.

Um in den neu aufgelegten Entschuldungsfonds des Landes Rheinland-Pfalz aufgenommen zu werden, müsse die Stadt Trier, die ein Schuldenberg von rund 700 Millionen Euro belastet, im kommenden Jahr voraussichtlich fünf Millionen zusätzlich sparen (und im übernächsten Jahr und im überübernächsten und so fort). Ein Fünftel der Summe soll das Theater alleine beitragen. Von Kürzungen betroffen seien aber alle Dezernate der Stadt, habe Egger erklärt.

Der Intendant des Trierer Theaters Gerhard Weber prognostizierte laut der Trierer Tageszeitung "einen radikalen Kulturabbau". In einer Petition an den Trierer OB Klaus Jensen, die das Theater vor wenigen Tagen initiiert hat, ist derweil bereits von einer drohenden Schließung von Sparten – oder des gesamten Theaters die Rede.

Erschwerend kommt hinzu, dass das Theatergebäude in Trier dringend renoviert werden müsste. Die notwendige Summe wird auf 23 Millionen Euro geschätzt. Der Investitionshaushalt der Stadt hat ein Volumen von derzeit 10 Millionen Euro.

(Der Trierische Volksfreund / jnm)

Mehr gibt es im Krisometer: Theaterkrise Südwest - jetzt bröckelt es in Trier (16.9.2011).

Kommentar schreiben