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Volkstheater Rostock tritt aus dem Deutschen Bühnenverein aus

Rettungsmaßnahme

5. Dezember 2013.Die Bürgerschaft der Hansestadt Rostock hat gestern den Austritt der Volkstheater Rostock GmbH aus dem Deutschen Bühnenverein, also dem Arbeitgeberverband deutscher Theater und Orchester,  beschlossen, das teilt das Theater in einer Presseerklärung mit. Das mehrheitlich von den Fraktionen getragene Votum beauftragt das Volkstheater, die Mitgliedschaft mit sofortiger Wirkung zu
kündigen.

Hintergrund für die Entscheidung ist der neue Flächentarif für Orchestermusiker, laut dem alle seit 2009 ausgesetzten Lohnerhöhungen des öffentlichen Dienstes im vollen Umfang nachgeholt werden müssen.

Im Ergebnis würde dies für Rostock eine Nachzahlung von mindestens einer Million Euro als auch eine zusätzliche Lohnerhöhung von 8,9 Prozent bedeuten. Die Personalkosten stiegen damit um ca. 460.000 Euro pro Jahr, was die Existenz des Theaters erneut auf die Kippe stellen würde. Stefan Rosinski, kaufmännischer Geschäftsführer, und Intendant Peter Leonard zu der gestrigen Debatte: "Interessensvertretungen sind essentiell wichtig. Aus nachvollziehbaren Gründen haben der Bühnenverein und die Gewerkschaften einen Auftrag für das gesamte Bundesgebiet – ohne Unterschied. Das ließ uns zu wenig Spielraum für eine individuelle Lösung. Doch Rostock braucht einen eigenen Tarifweg."

Vorausgegangen waren Verhandlungen mit dem Bühnenverein, bei denen das Theater auf seine prekäre Lage verwiesen hatte und um eine Sonderregelung bat. Dies sei auch in einem Protokoll festgehalten und in einem Schreiben vom Juni von der VTR-Geschäftsführung nochmals bestärkt worden, berichtete die Internet-Zeitung Das-ist-rostock.de vor zwei Tagen. In den Verhandlungen vom Oktober 2013 sei davon dann keine Rede mehr gewesen.

Auch Sewan Latchinian, designierter Rostocker Theaterintendant und stellvertretender Vorsitzender der Intendantengruppe im Deutschen Bühnenverein, hat der Stadt den Austritt empfohlen: "Unser Vertreter, der Deutsche Bühnenverein, hat nicht in unserem Sinne verhandelt. Das ist ein Fall von Untreue. Wir brauchen diesen Befreiungsschlag. Der Tarif ist nicht wichtiger als die Kunst. Wir müssen die Insolvenz abwenden und die Arbeitsplätze erhalten. Deshalb müssen wir uns jetzt selbst helfen. Wenn sich das Volkstheater konsolidiert hat, können wir ja wieder eintreten."

Unterdessen hat der Deutsche Bühnenverein reagiert. Auf seiner Homepage schreibt er zu den kritisierten Tariferhöhungen: "Die Erhöhung beträgt angesichts der für das Volkstheater Rostock mit der DOV verhandelten Sonderregelung lediglich 6,1 Prozent. Diese Lohnerhöhung müsste das Volkstheater Rostock nur umsetzen, wenn bis zum 31. Juli 2014 kein Haustarifvertrag mit Gehaltsverzicht vom Bühnenverein abgeschlossen wird. Die DOV hat sich gegenüber dem Bühnenverein bereits zu entsprechenden Haustarifverhandlungen bereit erklärt."

(sik)

Mehr zu der prekären Rostocker Situation:

Meldung vom 28. Oktober 2013: Erneut weniger Geld für das Rostocker Volkstheater

Meldung vom 28. Mai 2013: Volkstheater Rostock schließt Theater am Stadthafen

Meldung vom 16. Mai 2013: Dreht sich der Wind in Rostock?

 

 

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Kommentare

Kommentare  
#1 Bühnenverein-Austritt Rostock: tollkühne Aktion anne 2013-12-05 14:02
tollkühne aktion, toll und kühn. fast eine revolution. so könnte das volkstheater überleben und wieder lebendiger werden. glückwunsch ...
#2 Bühnenverein-Austritt Rostock: Strukturdebatte anheizenp.z. 2013-12-05 14:08
man kann wichtige Strukturdebatten an bundesdeutschen Bühnen auch dadurch anheizen, indem man den Bühnenverein verlässt. Dieses Geflecht von DOV und DBV, von Musikern und Schauspielern, von Chorleuten und Bühnenmeistern, von TV-ÖD und NV-Bühne macht die ganze Theaterkunst kaputt. Ein gordischer Knoten. Lasst uns von vorne anfangen, bevor die Theater, insbesondere die Musiktheater, daran kaputt gehen. Denn wir brauchen diese produktiven Zonen. Lasst uns die Systemfrage stellen.
#3 Bühnenverein-Austritt Rostock: mehr Geld wäre besserRostocker 2013-12-05 14:38
Es geht auch anders, aber so geht es auch. Zwar wäre mehr Geld fürs Theater besser, aber so kann das Volkstheater freier mit seinem Geld umgehen, sinnvoller, gerechter.
In Halle/Saale sollen 130 Stellen abgebaut werden, in Dessau 2 Sparten, gottseidank muß das jetzt in Rostock nicht sein.
#4 Bühnenverein-Austritt Rostock: Entsolidarisierungsf 2013-12-05 14:54
Ja, Super-Idee: bestimmt führt diese Entsolidarisierung und Isolierung in die Rettung des Volkstheaters. Klar.
#5 Bühnenverein-Austritt Rostock: Entsolidarisierung BühnenvereinMITLESER 2013-12-05 15:22
ZU sf.
ABER ENTSOLIDARISIERT HABEN SICH DOCH DER BÜHNENVEREIN UND DIE MUSIKERGEWERKSCHAFT,ODER?
#6 Bühnenverein-Austritt Rostock: es muss gezahlt werdenStammtisch 2013-12-05 15:49
Super Idee. Der künstlerische Bereich bekommt ja sowieso schon nur die geringen Gagen. Und was wird aus dem TVÖD-Bereich? Und was wird dann bei den nächsten Tarifsteigerungen? Die Schere zwischen Kunst und "Nicht"-Kunst nimmt zu.
Und warum wurden keine Rückstellungen gebildet? Es gab doch Empfehlungen des Bühnenvereins und es war klar, dass es bei den Musikern seit 2009 keine Nullrunde geben wird. Um diese Zahlung werden die Rostocker auch ohne Bühnenverein nicht drumrumkommen.
#7 Bühnenverein-Austritt Rostock: Mindestgagespacefly 2013-12-05 23:03
Für die Beschäftigten ist das eine Katastrophe. Es bedeutet für sie noch weniger Geld, da ihre Tarifverträge zwar weitergelten, aber sie nicht mehr an Lohnerhöhungen teilnehmen:

Wenn der Arbeitgeber aus dem Arbeitgeberverband austritt, gelten alle zu diesem Zeitpunkt geltenden Tarifverträge weiter.

Die Tarifbindung entsteht auch für alle Mitglieder der Gewerkschaft, die während der vertraglichen Laufzeit des Tarifvertrages eingestellt werden. (§3 Abs. 3 TVG)

Die Nachwirkung gibt zwar Sicherheit, ist aber kein Ersatz für die z.B. bei Lohn- und Gehaltstarifverträgen notwendige jährliche Anpassung.

Schlimm ist es auch nach dem Austritt für die Beschäftigten, die keiner der Gewerkschaften angehören: Für die gilt z.B. nicht mal die Mindestgage des NV Bühne.
#8 Bühnenverein-Austritt Rostock: BV-Kommentarspacefly 2013-12-05 23:24
#9 Bühnenverein-Austritt Rostock: Ergänzungspacefly 2013-12-06 10:47
Kleine Ergänzung: der letzte Absatz von Nr 7 gilt für neu engagierte Kollegen nach dem Austritt.
#10 Bühnenverein-Austritt Rostock: schlimm?MITLESER 2013-12-06 15:05
ZU spacefly:

WER KANN DENN ERNSTHAFT SCHLIMM FINDEN, DASS IN EINER SITUATION IN DER ES LEIDER KEIN MEHR AN GELD GIBT, KEIN MITARBEITER GEKÜNDIGT WERDEN MUSS?
#11 Bühnenverein-Austritt Rostock: künstlerische DeppenGrotesk 2013-12-06 16:14
Die einzigen Deppen sind die, die ohne Tarifverträge am Theater arbeiten. Das sind oft - nicht immer - jene, die den ganzen künstlerischen Input mitbringen, die Kunst eben, weswegen es diese ganzen Häuser ja überhaupt gibt!
#12 Bühnenverein-Austritt Rostock: das Problemverve 2013-12-06 16:17
Das Problem ist doch, das die Theater von der allgemeinen Entwicklung der Einkommen und Kostensteigerung in Rostock und M/V abgekoppelt sind. Nicht aber deren Träger.
#13 Bühnenverein-Austritt Rostock: umgekehrtMITLESER 2013-12-06 18:59
ZU Grotesk und verve:

ABER ENTSCHEIDEND IST DOCH, DASS ES WEITERHIN EIN THEATER GIBT,
ODER?

NICHT DAS VOLKSTHEATER BEDROHT DIE TARIFLOGIK, DAS TARIFSYSTEM BEDROHT VIELE THEATER.
#14 Bühnenverein-Austritt Rostock: wer hier bloggt@buster 2013-12-06 19:37
Hier blogt die Bürgerschaft.
#15 Bühnenverein-Austritt Rostock: andere Strukturen nötigGrotesk 2013-12-06 20:34
Das Tarifsystem bedroht die Theater nicht, sondern das Verständnis der Politik, dass man Kunst und Theater nicht nach Tarif bezahlen muss. Und wenn man glaubt, man könnte einen Teil nach Tarif bezahlen, einem anderen aber die übrigen Almosen vorwerfen, dann geht das schon mal gar nicht. Die Misere des deutschen Stadttheaters wird nicht zu lösen sein, solange sich Bühnenverein, Verdi und Politik nicht an einen Tisch setzen, um andere Strukturen zu finden. Bleiben alle auf ihrem hohen Roß sitzen, passiert das, was jetzt passiert: Kannibalisierung des Theaters. Wohl bekomm's!
#16 Bühnenverein-Austritt Rostock: wer hier alles bloggt MITLESER 2013-12-06 22:00
ZU @buster

UND DIE BELEGSCHAFT BLOGGT HIER AUCH, UND DIE ZUSCHAUERSCHAFT UND DIE ORCHESTERGEWERKSCHAFT UND DIE LESERSCHAFT, UND, UND, UND. NA IST DOCH GUT, SO SOLL ES DOCH SEIN, ODER NICHT?
#17 Diskussion Dokutheater: zu wenig Geld im SystemSandro Zimmermann 2013-12-07 00:51
Man soll Künstlergruppen nicht gegeneinander ausspielen, aber ich bin grad sehr froh, dass die meisten "meiner" Theater kein Orchester haben.
Dennoch, das Problem der Theater ist doch nicht, dass einige Gruppen gut organisiert sind und andere aus Einzelkämpfern bestehen (müssen). Es ist einfach zu wenig Geld im System, um die Menschen, die sich vierzehn Stunden am Tag den Arsch aufreißen, anständig zu bezahlen.
Ich will da gerne nochmal Lea Ruckpaul und Albrecht Goette zitieren, die bei der Festveranstaltung "100 Jahre Schauspielhaus Dresden" das sehr schön auf den Punkt gebracht haben:
tmseinhamsterradio.wordpress.com/?attachment_id=42
#18 Bühnenverein-Austritt Rostock: Alleinerziehend Überleben sichernEllen 2013-12-07 19:16
Ich arbeite als Schauspielerin in Rostock. Wie meine Kollegen, werde ich nach einem Haustarif bezahlt. Alle arbeiten mehr als die im öffentlichen Dienst üblichen vierzig Stunden. Als Alleinerziehende Mutter eines Kindes bin ich dennoch angehalten, zu meiner Gage Leistungen durch die Arbeitsagentur zu beantragen. Die Anstrengungen, die ich zu unternehmen habe, um meine Existenz zu sichern, stehen in keinem Verhältnis zu dem Ertrag, den ich durch meine Arbeit erzielen kann. Es macht für mich keinen Sinn mehr, über einen literarischen Stoff nachzudenken, wo ich nicht einmal aus eigener Kraft mein eigenes Überleben sichern kann.
#19 Bühnenverein-Austritt Rostock: Intendant und GeschäftsführerThomas Müller 2013-12-07 20:14
Intendant und Geschäftsführer werden auch nicht nach Tarif bezahlt.
#20 Bühnenverein-Austritt Rostock: Kettenreaktion?Musiker 2013-12-07 22:35
Bleibt nur zu hoffen, das der Austritt nicht zu einer Kettenreaktion anderer Theater führt. Das wäre dann auch das Ende des Bühnenvereins.
#21 Bühnenverein-Austritt Rostock: Ständig zensiertThomas Müller 2013-12-08 11:44
Liebe Leute von Nachtkritik. Sie zensieren ständig Kommentare. Kommentare zur Sache, die weder verletzend noch beleidigend sind. Hier mein Vorschlag: ich fertige ab sofort Bildschirmfotos meiner Kommentare. Werden diese nicht veröffentlicht, werde ich sie auf eine eigene Seite stellen. Auf diese Weise wird Ihr politischer Auftrag für alle sichtbar.

(Werter Thomas Müller,
ohne zu wissen worauf Sie genau anspielen: Wie Sie sich denken könnnen ist die Grenze dessen, was veröffentlichbar ist und was nicht, eine diffizile Angelegenheit, die wir versuchen bestmöglich zu meistern. Es geht dabei nicht nur um Beleidigungen, sondern auch um unüberprüfbare Tatsachenbehauptungen von anonymen Kommentatoren usw. Dabei folgen wir natürlich keinem politischen Auftrag als vielmehr der Tatsache, dass wir als Seitenverantwortliche auch für die Kommentare haften. So wie Sie für Ihre eigene Seite haften werden, wenn Sie sie denn erstellen, womit wir selbstverständlich kein Problem hätten.
mw für die Redaktion.)
#22 Bühnenverein-Austritt Rostock: Totschlagargument "Arbeitsplätze erhalten"?donald 2013-12-08 12:29
Grundsätzlich ist es nicht falsch, wenn der BV über seine verkrustete Struktur- und Spartenpolitik nachdenken muß, da ich auch glaube, dass sich viele bald mit dem Totschlagargument "Arbeitsplätze erhalten" aus der Tarifbindung flüchten werden. Demnach können wir dann alle froh sein, einen job zu haben...
#23 Bühnenverein-Austritt Rostock: Für die Schauspieler beim Orchester sparenMITLESER 2013-12-08 14:10
ZU Ellen und donald:

KANN ES SEIN, DASS ES BEI DIESER DURCHHAUUNG DES GORDISCHEN KNOTENS DORT IN ROSTOCK GERADE DARUM GEHT, EINER ZU GERING BEZAHLTEN SCHAUSPIELERIN MEHR GELD ZAHLEN ZU KÖNNEN, WEIL ES EINEM GUTVERDIENENDEN ORCHESTERMUSIKER NICHT AUCH NOCH GEGEBEN WERDEN MUSS?

SIEHT MAN AN ELLEN NICHT, DASS ARBEITSPLATZERHALT, KEIN TOTSCHLAGARGUMENT IST, SONDERN LEBENSMITTEL?

IST NICHT SO AUCH DAS ORCHESTER VOR VERKLEINERUNG ODER HERABSTUFUNG GERETTET WORDEN, MOMENTAN?
#24 Bühnenverein-Austritt Rostock: ungerechte Verteilungendonald 2013-12-08 15:47
Ich kann Ihnen versichern, dass es am VTR keine fest angestellte Schauspielerin gibt, die aufgrund ihres Gehalts auf zusätzliche Aufstockungsleistungen von der Agentur für Arbeit angewiesen ist. Aber, wie gesagt, dass sich an den Strukturen und den ungerechten Verteilungen und damit an den ungleichen Interessenvertretungen im
BV etwas andern muß, steht außer Frage. Liebe Ellen, mich berührt Ihre Situation auch und auch Ihr Mitleid, lieber Mitleser. Aber ist diese Notlage wirklich durch den NV Bühne verschuldet?
#25 Bühnenverein-Austritt Rostock: radikal und subversivanne 2013-12-08 16:28
in den letzten jahren ist die zahl der festen künstlerischen beschäftigten, aber auch aller anderen festen theaterleute immer kleiner geworden, aber die tarife sind insgesamt gestiegen. da können doch orchestergewerkschaft und bühnenverein, aber auch die theater nichtalles richtig gemacht haben.
deshalb finde ich stefan rosinskis forderung nach eigenen tarifwegen, oder sewan latchinians satz: tarife dürfen nicht über der kunst stehen, so begrüßenswert radikal und subversiv.
es braucht neue formen, in der kunst, aber auch bei der verteilung der gelder...
#26 Bühnenverein-Austritt Rostock: Chance für NeuesNochn Rostocker 2013-12-09 00:21
@Mitleser
So ist es! Theater ist eine gemeinschaftliche Kunst und keine Solokämpferplattform!! Mit diesem Schritt können endlich angemessene Gehälter auch für alle anderen Sparten - NICHT NUR für das Orchester - gezahlt werden!
Bravo Rostock! Eine Chance für etwas NEUES!
#27 Bühnenverein-Austritt Rostock: RechnungRadio London 2013-12-09 00:34
Es geht ja hauptsächlich um die Tariferhöhungen der Orchestermusiker. Da hab Ich mal ein bisschen gerechnet... Laut dem Text sind Lohnerhöhungen laut Orchestertarifvertrag eine Mehrbelastung von 460.000 Euro pro Jahr bei einer Lohnerhöhung von 8,9%. das bedeutet das die vom Theater für Orchestergehälter ausgegebene Summe sich relativ leicht errechnen lässt... ich komme da auf 5,17 Millionen Euro pro Jahr. Laut Homepage hatdas Theater 82 Musiker, daraus folgt im Schnitt verdient ein Orchestermusiker 5252 Euro brutto pro Monat. Ich finde nicht das man sich da beschweren kann wenn da mal eine Tarifrunde ausgesetzt wird...
#28 Bühnenverein-Austritt Rostock: man muss sich schämenSandro Zimmermann 2013-12-09 01:06
Der Beitrag von Ellen ist mir sehr nahegegangen.
Es ist zum Kotzen, dass sowas möglich ist, selbst in fester Anstellung noch Aufstockung beantragen zu müssen.
Man muss sich schämen für dieses reiche Land.
#29 Bühnenverein-Austritt Rostock: Will man ein Theater?Stefan 2013-12-09 01:24
Das Ziel ist immer: weniger Geld für Kultur! Jetzt ist vor etlichen Jahren für Unsummen eine Musikhochschule in Rostock gebaut worden, deren Absolventen jetzt in spartenübergreifend auf Niedriglohnniveau arbeiten sollen. Die Fragen sind ganz einfach. Will man ein Theater oder nicht? Und will man die Angestellten da genauso behandeln, wie alle anderen Angestellten der Hansestadt Rostock oder nicht? Macht den Laden dicht, aber heult dann nicht rum, wenn in 20 Jahren nur noch der Mopp in HRO wohnen will, die Intelligenten abwandern und die Kriminalität steigt. Im Sommer gibts zum Glück noch die Touris als Trostpflaster. Es lohnt sich immer, mal in die Städte zu schauen, die diesen Weg beschritten haben...
#30 Bühnenverein-Austritt Rostock: gegeneinander ausspielenThomas Müller 2013-12-09 12:49
In Rostock wird der Versuch unternommen, die Schauspieler und Musiker gegeneinander auszuspielen. Der Tarifvertrag der Musiker soll aufgekündigt werden, allerdings nicht mit dem Ziel die Schauspieler genauso gut zu bezahlen wie die Musiker, sondern mit dem Ziel, die Dumpinglöhne, die man den Schauspielern bereits jetzt zahlt, zukünftig auch den Musikern zu zahlen. Jungen Musikern wird man deutlich schlechtere Verträge anbieten. Das wird zu Spannungen innerhalb des Orchesters führen. Die Diskurse werden sich nicht um inhaltliche Fragen drehen, sondern um organisatorische. Im Übrigen werden Intendant und Kaufmann schon jetzt nach keinem Tarif bezahlt. Deren Gehälter werden frei verhandelt. Über die Höhe ist Stillschweigen vereinbart. (…)

(Lieber Herr Müller, der letzte Satz Ihres Kommentars operiert mit einer von unserer Seite aus nicht nachprüfbaren Behauptung. Deswegen können wir ihn so nicht veröffentlichen. wb für die Red.)
#31 Bühnenverein-Austritt Rostock: Konsequenz der SparpolitikGHM 2013-12-09 13:02
Mal wieder wird an denjenigen gespart, die ohnehin schon am Rande des Existenzminimums herumkrebsen. Wirklich eine tolle Aktion mit Vorbildcharakter. Warum schafft man das Theater nicht gleich ganz ab? Denn darauf läuft diese Sparpolitik doch hinaus.
#32 Bühnenverein-Austritt Rostock: seherische Fähigkeiten?@müller 2013-12-09 15:47
Ihr ganzer Kommentar operiert mit nicht überprüfbarem oder einfach erfundenem insofern wäre korrekterweise der ganze kommentar zu entfernen oder besitzen sie seherische Fähigkeiten?
#33 Bühnenverein-Austritt Rostock: wo gespart werden mussGerit Herold 2013-12-09 17:38
@32: Ohne Angabe des eigenen Namens zu fordern, jemand anderem die Stimme zu verbieten, führt gleich zum Kern der Debatte: Ist die finanzielle Lage der Stadt wirklich derart schlecht, wie mantraartig durch die Administration behauptet, dann kann es unmöglich genügen, dass lediglich am Theater gespart wird. Wenn Haustarifverträge, dann auch für die Verwaltungsangestellten im Rathaus.
#34 Bühnenverein-Austritt Rostock: Wie Sie es wollenG.Herolt 2013-12-09 19:40
@nk & @21: Ganz wie Sie es wollen! Die Redaktion behält sich vor, Kommentare die nicht und möglicherweise gar nicht für den Markt selber, den Erhalt und den Betrieb des Marktes zu verwenden sind, ganz und gar zu löschen.
#35 Bühnenverein-Austritt Rostock: Im Vergleich zum StudienratTeut Reiher-Merten 2013-12-09 20:37
Die Tarifverträge der Musiker sind das Ergebnis jahrzehntelanger Verhandlungsarbeit. Anders als bei den Verträgen für Schauspieler, ist hier beispielsweise eine Gesamtarbeitszeit festgeschrieben. Die Musiker haben also die Chance zu entscheiden, ob sie Überstunden machen wollen oder nicht. Sie sind zumindest ein stückweit mündig in der Ausübung ihrer Arbeit. Ihre im Vergleich zu den Schauspielern höheren Gagen, sind das Ergebnis erfolgreicher Gewerkschaftsarbeit. Eine Arbeit, wie sie die Schauspielervertretung nicht zu leisten imstande war. Vergleicht man darüber hinaus diese vermeidlich hohen Musikergagen mit den Arbeitsentgelten der Angestellten in der Verwaltung, beispielsweise im Rathaus, so wird man feststellen, dass die Angestellten dort durchaus nicht weniger verdienen. Natürlich hinkt dieser Vergleich, genauso wie es sich verbietet, das Einkommen von Studienräten mit dem Einkommen von Theatermusikern zu vergleichen. Frühmusikalische Erziehung, Musikschule, Musikstudium, Meisterklasse. Weder der Abteilungsleiter im Katasteramt, noch der Gymnasiallehrer für Deutsch und Geschichte, hat bereits im Vorschulalter seine berufliche Ausbildung begonnen. Die Debatte auf dieser Seite zeigt also auch, welche Wertschätzung den Kunstschaffenden in Rostock entgegen gebracht wird.
#36 Bühnenverein-Austritt Rostock: Rostocker EigenheitenArkadij Zarthäuser 2013-12-09 22:31
@ Stefan

Naja, und das "Theater am Stadthafen", das erst 1997 errichtet wurde, hat jetzt am 31.12.2013 auch die letzte Premiere am Start; das ist wieder so ein Jammer von kurzfristiger Investition in einen Neubau und zeigt deutlich an, daß gerade die Politik, die so gerne von "Sachzwängen" spricht und handelt, es merkwürdigerweise hier nicht als einen solchen Sachzwang begreift, daß Strukturen da sind, so einen Laden dann auch zu rocken. Ob der Mob nun tatsächlich so ganz besonders mit oder ohne Theater vor allem in Rostock (-Lichtenhagen) beheimatet ist oder mitunter die Touristen nicht teilweise den übleren Mob
repräsentieren, möchte ich an dieser Stelle nicht sonderlich kommentieren, ich halte Ihre Stoßrichtung ja durchaus für die richtige. In Rostock beginnt sich das studentische Milieu am Doberaner Platz und Umgebung jedenfalls auf meineserachtens ziemlich piefige Weise davon abzukoppeln, was Sie gerade für das Theater dort wünschen, von Lichtblicken wie dem Film-Theater "Li-wu" einmal abgesehen, der Blick auf Rostocker Eigenheiten sollte für meine Begriffe auch nicht zu kurz kommen, auch nicht der Blick auf einen Spielplan, der wirklich ein wenig die Abschaffbarkeit des Theaters suggeriert..
#37 Bühnenverein-Austritt Rostock: Fünf nach zwölfMITLESER 2013-12-10 00:14
ZU Gerit Herold:

GUTER VORSCHLAG. UNTERSTÜTZENSWERT. ABER REALISTISCH LEIDER NICHT.

ES GEHT IN ROSTOCK, GLAUB ICH, UM REALISIERBARE KRISENMANAGMENTSZENARIOS UND NICHT UM POLEMIK, WEIL ES 5 NACH 12 IST UND 24 UHR SCHNELLER KOMMEN KÖNNTE ALS ANDERSWO.
#38 Bühnenverein-Austritt Rostock: Rettet das Publikum@37 2013-12-10 14:51
Da helfen auch keine Großbuchstaben: Zumindest das bürgerliche Leben scheint in Rostock bereits erfolgreich abgeschafft. Anders ist es nicht zu erklären, dass das Theater und seine Macher vor allem als Kostenfaktor wahrgenommen werden. Wenn es überhaupt noch etwas zu retten gibt, dann ist es das Publikum.
#39 Bühnenverein-Austritt Rostock: vollstes VerständnisArkadij Zarthäuser 2013-12-10 18:30
Die Nordsektion des Deutschen Bühnenvereins ist in meinen Augen ein ziemlicher Krampf, und wer da aussteigt, hat mein vollstes Verständnis, ich möchte hier noch einmal an das leidige Thema "Norddeutsche Theatertreffen" erinnern. Naja, und wer dann zB. Herrn Zehelein auf derlei anspricht wie das "Norddeutsche Theatertreffen", dann heißt es auch nur "Wenden Sie sich an die Sektion Nord des Bühnenvereins".
NK, erkundigen Sie sich ggfls. bei Herrn Zehelein, ob diese meine Angaben hier, seinerzeit gefragt und geantwortet in Kiel nach dem Bühnenvereinstreffen, stimmen:
ich will hier nur ein Symptom ansprechen, daß dieser Verein kaum mehr als ein um sich kreisendes Festtagsmenü darstellt im Grunde; die Zeitschrift "Die deutsche Bühne" halte ich noch für das Beste, was dieser Verein zustande bringt, es arbeiten dort auch einige KritikerInnen, die ich schätze, aber wenn der Rostocker Theaterleitung da die Hutschnur platzt, findet das durchaus meine Zustimmung. Obige Erwähnung "Rostocker Eigenheiten" ist eigentlich dazu angetan, diesen Zustimmungseindruck noch zu verstärken, wenn man in die Zukunft schaut und eine neue Intendanz, deren Spielplan, so oder so, ein anderer sein wird als der jetzige,
sich vor Augen führt..
#40 Bühnenverein-Austritt Rostock: wozu?MITLESER 2013-12-10 18:54
ZU @37:

DAS ALLES GESCHIEHT JA WOHL FÜRS PUBLIKUM. NUR, WIE UND WOZU EIN PUBLIKUM, WENNS NIX MEHR ZU SCHAUEN/HÖHREN GIBT?
#41 Bühnenverein-Austritt Rostock: MeinungZUSCHAUER AUS ROSTOCK 2013-12-10 20:04
HIER BEI UNS IN ROSTOCK WIRD NOCH SOLIDES THEATERHANDWERK GEBOTEN. STÜCKE DIE DAS PUBLIKUM VERSTEHT. UND DIE SCHAUSPIELER HABEN NÄHE ZUM PUBLIKUM. KLASSIKER WIE GOETHE DAZU GROSSE SCHRIFTSTELLER WIE LUTZ HÜBNER DIE DEM VOLKE NOCH AUFS MAUL SCHAUEN. DAS ALLES MUSS ERHALTEN WERDEN. WIR BRAUCHEN KEINE GEWERKSCHAFTEN KEINE BEVOMUNDUNG AUS HAMBURG.
#42 Bühnenverein-Austritt Rostock: Zeit für Neuordnungewald 2013-12-11 02:49
als ich anfing, 1992, da wurde gerade die mindestgage für schauspieler eingeführt. ich bekam 1600 mark brutto. das waren 1200 netto. die musiker bekamen von anfang an das doppelte. das war zwar gut, daß es nun eine mindestgage gab (nach der wende zockte man unwissende ostschauspieler für 1000 mark brutto ab, das wurde durch die mindestgage verhindert). aher diese ungerechtigkeit zwischen musiker,(viel geld), tänzer(sehr wenig geld), schauspieler (wenig geld) und tehcniker (sehr viel geld) und intendanten (sehr sehr viel geld) an eine haus , die alle angeblich an einem strang zu ziehen haben, ist einfach ungerecht und eines bühnenvereins nicht würdig..klar, all das sind mit und durch unterschiedliche strukturen und gewerkschaften entstanden..aber es ist zeit, dies alles nue zu ordnen!!!!
#43 Bühnenverein-Austritt Rostock: Rostocker KriterienStefan Schmith 2013-12-11 13:00
Ich erinnere mich an einen Besuch des damals frisch gewählten Oberbürgermeisters Methling in der evangelischen Studentengemeinde Rostock. Es muss in etwa Ende 2005 oder Anfang 2006 gewesen sein. Methling machte damals den Vorschlag, freiwerdende Stellen im Klangkörper der Norddeutschen Philharmonie durch Studenten der Musikhochschule zu besetzen. Nach Abschluss ihres Studiums sollten diese dann durch neue Studenten ersetzt werden. Das alles mit dem Ziel, auf die angeblich desolate Haushaltslage der Stadt zu reagieren. Als ein Rostocker Verein einen schrottreifen Eisbrecher erwerben will, um diesen als maritimes Denkmal in den Farben einer ostdeutschen Reederei zur Traditionspflege zu unterhalten, ist die Stadt gerne bereit dieses Vorhaben großzügig zu unterstützen. Es gibt zu diesen Zeitpunkt bereits zwei große Kauffahrteischiffe in der maritimen Sammlung der Stadt. Auch der in der dritten Fußballiga spielende Verein Hansa Rostock konnte von der Stadt mehrfach und kurzfristig erhebliche Zuwendungen erhalten. Zuletzt, nachdem der Verein durch Missmanagement vor der Pleite stand. Zudem beobachte ich, dass Veranstaltungen mit einem Eventcharakter, beispielsweise die Hanse Sail, die Methling vor seiner Amtsübernahme geleitet hat, in keiner Weise von einem angeblichen Spardruck belastet sind. Ich habe den Eindruck, dass alles, was nicht auf der Stelle zu vermarkten ist, als überflüssig empfunden wird. Eine Folge davon ist, dass bekannte Gegenwartskünstler aus dem E-Bereich Rostock eher meiden, die Stadt und insbesondere das Theater mit seinen Sparten im eigenen Saft schmoren. Ein schlechtes Zeichen ist auch, dass es in Rostock so gut wie gar keine freie Szene gibt. Jedes Anderssein, jeder noch so kleine Versuch etwas anders zu machen, sich zu erfinden und tatsächlich neue Wege zu beschreiben, wird auf der Stelle ins Lächerliche gezogen. Betroffen davon ist, man muss heute schreiben: war, unter anderem der Studiengang Popularmusik an der Hochschule für Musik und Theater. Was nun also passiert, auch der Ton in den Kommentaren zu diesem Artikel belegt es, ist das für Rostock übliche.
#44 Bühnenverein-Austritt Rostock: worum's gehtdonald 2013-12-11 13:03
Liebe Mitkommentatoren, man sollte nicht aus dem Blick verlieren, was in Rostock mit dem Austritt bezweckt werden soll. In erster Linie geht es darum, eine weitere drohende Zahlungsunfähigkeit abzuwenden und nicht darum, Gerechtigkeit herzustellen. Interessant ist, wie sich das bei den bestehenden Arbeitsverträgen auswirkt. Falls z.B. die Orchestermusiker sich zu neuen Arbeitsverträgen nach Haustarif entschlössen, wäre sicher mehr Spielraum für mehr Tarifgerechtigkeit gegeben. Es sollte aber klar sein, dass die Stadt und das Haus Geld einsparen wollen, jedoch mit unterschiedlichen Zielen. Die Stadt, der OB, plant eine Abwicklung des Hauses oder zumindest einen radikalen Einschnitt bezüglich der städtischen Ausgaben und die Leitung des Hauses kämpft für den Erhalt des Hauses, der Arbeitsplätze und um sich selbst zu profilieren, was heißt, dass ALLE enormen Einsatz und Kompromissbereitschaft an den Tag legen MÜSSEN. Ein geeigneter Haustarifvertrag kann also zur Durchsetzung dieser verschiedenen Interessen äußerst dienlich sein! Darum gehts.
#45 Bühnenverein-Austritt Rostock: Doppelrolle LatchinianKatja Müller 2013-12-11 15:05
In dieser Posse nicht hinreichend gewürdigt ist bislang die Rolle des Sewan Latchinian. Wie oben beschrieben, tritt dieser gleich in einer Doppelbesetzung auf. Einerseits vertritt er als stellvertretender Vorsitzender die Intendantengruppe im Deutschen Bühnenverein. Andererseits empfielt er als designierter Intendant seinem Arbeitgeber, der Stadt Rostock, den Austritt aus diesem, von ihm mitgeleiteten Verein. Die Frage, wer in diesem Spiel tatsächlich die Interessen der Arbeitnehmer vertritt, bleibt zunächst unbeantwortet. Möglicherweise gibt es hier gar keine Stimme. Zumindest Latchinian hat sich anscheinend behelfen können, indem er für sich selbst ein Gehalt "zwischen 160-170tsd. Euro pro Jahr" eingefordert hat, wie diesem Link zu entnehmen ist:

www.nachtkritik.de/index.php?option=com_content&view=article&id=7991:sewan-latchinian-ab-2014-intendant-in-rostock&catid=126:meldungen-k&Itemid=1
#46 Bühnenverein-Austritt Rostock: RespektMITLESER 2013-12-11 17:11
ZU Katja Müller:

WAS SOLLN DENN DIE OLLEN KAMELLEN? DAS HAT SICH DOCH LÄNGST ALS ENTE ERLEDIGT, ALS DAMALS SCHON UNGENAU RECHERCHIERT UND SO IM VERTRAG NICHT VOLLZOGEN.
IM OBIGEN ARTIKEL STEHT DOCH KLIPP UND KLAR, DASS LATCHINIAN DEN BÜHNENVEREIN KRITISIERT UND ALLE ARBEITSPLÄTZE ERHALTEN WILL. EINE SEHR SCHWIERIGE DOPPELROLLE, DIE RESPEKT VERDIENT, STATT HÄME, ODER?
#47 Bühnenverein-Austritt Rostock: große HoffnungInsider 2013-12-11 17:45
Ich hab selbst erlebt, wie Latchinian auf der Betriebsversammlung, verkündet hat, dass er auf Teile seiner Intendantenbezüge verzichten würde, wenn die Orchestermusiker dies auch tun, um das gesamte Volkstheater zu retten.
Latchinian ist die Hoffnung. Sehr mutig. Macht ihn nicht kaputt.
Reiche Intendanten sitzen woanders, nicht in Senftenberg oder Rostock.
#48 Bühnenverein-Austritt Rostock: beäugenbachmann 2013-12-11 21:36
hallo insider. dann muss das wohl stimmen, wenn er das gesagt hat. das sind übrigens keineswegs "olle kamellen", werter mitleser. das ist gerade jetzt hochinteressant. dieser intendant möchte in jedem fall mehr gehalt als der vorige chef (also mehr als 120.000 und evt. weniger als 160.000) und rechtfertigt dies damit, dass er eh vieles alleine mache und ja, sogar bereit sei, das theater zu retten (!). jetzt bekommen wir einen ersten vorgeschmack, wie diese rettung ablaufen soll. dieses mittel des austritts aus dem bühnenverein ist dem zweck dienlich, ob gerecht oder nicht. aber, das wird höchstwahrscheinlich nicht das letzte mittel gewesen sein, welches eingesetzt wird, um das theater und damit auch den eigenen posten zu retten, der ja, wie hier schon erwähnt, keinem Tarifvertrag unterliegt. herr methling wird auch seine mittel dazu einbringen, aber bestimmt nicht dazu, das theater zu retten, vielleicht den neubau, oder besser die auftragsvergabe für den neubau. wir werden sehen, auf wessen kosten dies alles in zukunft geschieht. toi toi toi und alles gute für die beschäftigten und die region, die ein theater verdienen könnte, wenn sie es mal wahrnehmen wollte. das muss man geschickt anstellen. dezent mögen es die mecklenburger am liebsten. grossspuriges auftreten wird hier mit absoluter ignoranz bestraft und gesundem abwägen beäugt. in diesem sinne.
#49 Bühnenverein-Austritt Rostock: rigoros umdenkenInsider 2 2013-12-12 10:09
@bachmann
Er hat's aber auch nicht leicht, der Neue, bei sooo viel Misstrauen! Mein Gott!! Ich war auch sehr angetan, was Latchinian in der Betriebsversammlung gesagt hat und es war absolut glaubwürdig!! Dieses Haus, diese Stadt braucht eine komplett neue Ausrichtung und Struktur! Wie wir aus der Geschichte ja wissen, sind Reformen meist mit einem rigorosen UMDENKEN verbunden! Also erst schreien, wenns wirklich weh tut! Jetzt ist erst mal Aufbruch und Hoffnung und Erneuerung angesagt! Wer nicht wagt, der nicht gewinnt! Wir haben Bock drauf!
#50 Bühnenverein-Austritt Rostock: Umdenkenpjotr 2013-12-12 18:02
was soll man denn machen ?1.5 mill. tariferhoehung 0,5mill.will die Landesregierung im nächsten Jahr sparen in der laufenden Spielzeit wurde wegen einer kürzung um 0,5 mill.eine spielstaette zugemacht .sollen sie lieber eine sparte schliessen oder nur noch gehaelter zahlen aber nichts mehr produzieren.es waere toll wenn der buehnenverein anfangen wuerde bei der aushandlung der Tarifverträge die kommunen und Länder darauf zu verpflichten die zusätzlichen Mittel auf die Subventionen der Theater draufzupacken .ansonsten werden in ab sehbarer Zeit sehr viele Theater austreten müssen weil sie sonst nichts mehr produzieren können .die frei an den Theater arbeitenden buehnenbilder gastschauslieler Regisseure etc
bezahlen seit Jahren mit immer geringeren gagen für die tarifangleichungen der festangestellten .das sind nunmal die Posten an denen man noch sparen kann.
#51 Bühnenverein-Austritt Rostock: auf dem Rücken der AngestelltenInsider 3 2013-12-13 13:07
Ich weiß nicht, ob die Entscheidung des Austritts wirklich klug ist. Jahrzehntelang kämpft man für eine gemeinschaftlich organisierte Vertretung (wobei die künstlerischen Sparten unterschiedlich stark vertreten sind) und dann wird das mit einem Wisch beseitigt und jeder Künstler ist wieder im Würgegriff der Nöte und Zwänge der Geschäftsführung des Theaters, was nichts Gutes bringen kann und andererseits werden die finanziellen Fehlplanungen der letzten Jahre wieder auf dem Rücken der Angestellten und nicht der Verursacher ausgetragen. Was nützt einem ein armes Vierspartenhaus, da kann ein Intendant noch soviel Enthusiasmus versprühen. Rostock ist nicht Senftenberg, gottseidank, nicht Senftenberg.
#52 Bühnenverein-Austritt Rostock: nicht SenftenbergSenftenbergerin 2013-12-13 14:27
Ja, Insider 3, Gottseidank ist Senftenberg nicht Rostock, sonst hätten wir nicht so tolles Theater.
#53 Bühnenverein-Austritt Rostock: Immobilienmakler statt PhilosophenHarald Birkhoff 2013-12-15 13:27
Kultur in Rostock wird weniger durch Philosophen und Wissenschaftler als durch Kaufleute und Investoren geprägt. Der Einfluss der Immobilienmakler auf die Gestaltung des städtischen Lebens ist ein großer. So fällt es leicht, ein weiteres Bauprojekt im urbanen Stadtraum zu beschreiben, ein weiteres Sportevent als Vermarktungsmotor zugunsten einer Minorität zu erkennen, als einen einzigen zeitgenössischen Dramatiker zu nennen, womöglich aus Rostock selbst, dessen Werk einen tatsächlichen Bezug zur hier skizzierten Realität hat.
#54 Bühnenverein-Austritt Rostock: HintergrundberichtTheaterfan 2013-12-19 16:57
Aber es bleibt die Tatsache, dass Bühnenverein und DOV das Volkstheater an die Wand gefahren hätten, wenn es nicht ausgetreten wäre. Heute ist im FREITAG ein Hintergrundbericht, der die Rolle beider Gruppierungen kritisch beleuchtet und auch sonst kein gutes Licht auf den Bühnenverein wirft:

www.freitag.de/autoren/der-freitag/solisten-im-streichorchester
#55 Bühnenverein-Austritt Rostock: der Versuch beginntAhmet Yilmaz 2013-12-21 13:00
Gar keine Verhandlungen. Das Zahlen der Belegschaft nach eigenem Ermessen, das ist es, was dem Arbeitgeber von Natur aus das Liebste ist. Man stelle sich nun vor, die Vertretungen seien gekündigt. Eine neue Gehaltsrunde ist angesetzt, je ein Schauspieler, Tänzer und Musiker verhandeln stellvertretend für ihre Kollegen. Ihnen gegenüber sitzen die Vertreter der Bürgerschaft, der Oberbürgermeister, der Kultursenator, der Stadtkämmerer, Intendant und kaufmännischer Geschäftsführer des Theaters. Die Verhandlungen sollen hinter geschlossenen Türen geführt werden, über eventuelle Absprachen wird ein Stillschweigen vereinbart. Der Versuch beginnt, betrachten wir ihn aus einer sicheren Distanz.
#56 Bühnenverein-Austritt Rostock: wie ManagerAlev Gül 2013-12-21 14:50
In dem oben erwähnten Artikel der Zeitung Der Freitag wird zu recht darauf hingewiesen, dass viele Intendanten ihre Arbeit offensichtlich als die eines Managers begreifen. Das Freisetzen von Personal, das Drücken von Gehältern und Gagen, sind Folgen dieses Verständnisses. Gerade deshalb stellen diese Intendanten, zumindest in eigener Sache, derart exorbitante Lohnforderungen. (...)
#57 Bühnenverein-Austritt Rostock: HoffnungenMITLESER 2013-12-21 21:22
ZU 55:

ABER GENAU AUF DIESE PERSÖNLICHEREN, DIREKTEN VERHANDLUNGEN DER BETROFFENEN VOR ORT SETZEN JA SOVIELE NUN NEUE HOFFNUNGEN, UND WERDEN DIE ENTWICKLUNGEN MIT GROßEM INTERESSE VERFOLGEN.
WENN DIE SYSTEME AN IHRE GRENZEN GERATEN, ODER PERVERTIEREN,BRAUCHT ES SNOWDENS UND NEUE COURAGIERTE VERSUCHE, ODER?
#58 Bühnenvereinaustritt Rostock: AhnungsloseWitold Kotecki 2013-12-22 13:08
Anonymus Großbuchstabe, wo es keine Argumentation gibt, wird wohl jetzt das Rad der Systemkritik gedreht. Das ändert natürlich überhaupt nichts daran, dass nur Ahnungslose ohne eigenen Anwalt in eine Verhandlung ziehen.
#59 Bühnenverein-Austritt Rostock: übliche PraxisGetraut Müller 2013-12-22 13:31
Bereits jetzt ist es übliche Praxis, dass die Verträge für freischaffende Mitarbeiter, Bühnenbildner, Theatermusiker, Autoren usw. alleine durch die kaufmännische Abteilung des Hauses erstellt werden. Den Betroffenen bleibt lediglich die Entscheidung, ob sie diese Verträge unterschreiben oder nicht unterschreiben. Ein Verhandeln, das Entgegenkommen aus unterschiedlichen Perspektiven, ist überhaupt nicht mehr vorgesehen. Als Folge davon entziehen sich die Häuser unter anderem aus der Verantwortung, ihren Anteil zur sozialen Absicherung und Altersvorsorge an die im Grunde regelmäßig von ihnen gebrauchten freien Mitarbeiter zu zahlen. Der Versuch, das Zahlen der Mehrwertsteuer, wie auch die Übernahme von Fahrt- und Unterkunftskosten auf die Freien abzuwälzen, ist längst zur Alltagspraxis verkommen. Insbesondere an dieser Stelle zeigt sich der Wert einer professionellen Interessenvertretung.
#60 Bühnenverein-Austritt Rostock: KrisenmanagementMITLESER 2013-12-22 19:15
ZU 59:

ALLES NICHT BELEGTE UNTERSTELLUNGEN. IST DOCH RICHTIG, DASS NUN GESPRART WIRD. HABEN DOCH ALLE WAS VON, WENN DADURCH DAS THEATER GERETTET WERDEN KANN. IST DOCH KEIN GEHEIMNIS, DASS ES BEI DEN FREIEN EXZESSE GAB. REALISIERBARES KRISENMANAGEMENT, DARUM GEHT ES JETZT.
#61 Bühnenverein-Austritt Rostock: Exzesse?Sandro Zimmermann 2013-12-22 22:28
Mit Großbuchstaben illustriert man gewöhnlich Gebrüll, insofern passt der Schriftstil.
Bei den Exzessen wär ich gern dabei gewesen, da scheine ich richtig was verpasst zu haben. Das ist ja dann selbstverständlich keine "nicht belegte Unterstellung".
#62 Bühnenverein-Austritt Rostock: Pause in den FerienR. Roesch 2013-12-23 00:54
Wie es euch gefällt. So ist einem Artikel, und zwar aus dem Zentralorgan Ostsee Zeitung vom 09.09.2013, zu entnehmen, dass am Volkstheater Rostock, als einzigem Haus im Urlaubsland Mecklenburg Vorpommern, in den Ferien tatsächlich nichts gespielt würde. Der zuständige Kaufmann Rosinski bemüht dazu auf Anfrage der Zeitung den Verweis auf einen geltenden Tarifvertrag, nach dem jedem Mitarbeiter im Monat Juli „vier Wochen Urlaub zustünde“.
#63 Bühnenverein-Austritt Rostock: seit Jahren gespartpeter 2013-12-23 00:57
Es gab bei den "Freien" Exzesse? In Rostock?!? Wann war das denn?
Und gespart wurde in Rostock doch schon seit Jahren.
#64 Bühnenvereins-Austritt Rostock: didaktische Absicht?R. Roesch 2013-12-23 15:10
Sehr geehrte Redaktion, ich habe den Eindruck, dass es kritische Kommentare in diesem Treat besonders schwer haben. Zum einen wurden massiv Kommentare mithilfe der Bewertungsfunktion weggeklickt, so dass ein zumindest fragwürdiges Bild zu den Meinungen entstanden ist. Zum anderen erscheinen Kommentare gar nicht erst, was in mindestens einem Fall bereits reklamiert wurde. Was meinen Kommentar anbelangt, habe ich auf Fakten verwiesen, die ich mit einer Verlinkung sowohl auf eine ältere Nachtkritikseite als auch auf eine Seite des Volkstheaters belegt habe. Ist Ihre Seite ein Forum für Theaterinteressierte, oder wird lediglich ein didaktischer Anspruch gepflegt? Ich möchte Sie also bitten, meinen Kommentar zu veröffentlichen.


(Sehr geehrte/r R. Roesch, die Kommentarbewertung nehmen die Leser untereinander vor. Ihr jüngster Beitrag zum beruflichen Werdegang des Kaufmännischen Geschäftsführers des Rostocker Volkstheaters, schien uns von einer polemischen Absicht getragen. Wir konnten das diskutable Argument darin nicht ausmachen. Mit freundlichen Grüßen, Christian Rakow und Georg Kasch / Redaktion)
#65 Bühnenvereins-Austritt Rostock: LektürempfehlungR. Roesch 2013-12-23 16:25
Sehr geehrte Herren, in seinem auf Nachtkritik veröffentlichen Artikel „Die Deutschland GmbH und ihre Theater“, stellt Stefan Rosinski bereits am 20.03.2013 ausführlich seine Sicht auf die Dinge vor. Rosinski bemüht für seinen Versuch exemplarisch Situationen, die durch sein eigenes berufliches Wirken herbeigeführt wurden. Ein ausdrücklicher Hinweis auf dieses Wirken erfolgt jedoch bestenfalls implizit. Aus diesem Manko heraus, empfiehlt sich die Lektüre der biografischen Notiz zu Rosinskis Werdegang.
(...)
#67 Bühnenvereins-Austritt Rostock: Holzhammer-SchreibeArkadij Zarthäuser 2013-12-23 19:04
@ Sandro Zimmermann

Stimme Ihnen voll und ganz zu, diese Holzhammerschreibe mit den Großbuchstaben spricht Bände und läßt für kommende Zeiten auch ein wenig fürchten. Sollte im Stile der Großbuchstaben fortgefahren werden, so ist für die kommende Intendanz durchaus die Sorge berechtigt, daß Latchinian hier mit Doberaner-Platz-Claque nahezu volkstribunhaft agieren wird. Versenkt ruhig auch diesen Kommentar,
nach der Versenkung der "Georg Büchner" bin ich es ja von Rostock garnicht mehr anders gewohnt; dabei ist Rostock irgendwie seit 1990 meine Lieblingsstadt : das hat sie auch ohne Theater geschafft. Wenn die Großbuchstaben-Ideologie sich durchsetzt, ist es für meine Begriffe zu erwarten, das möchte ich hier nicht verhehlen, daß dann der Laden noch 5-6 Jahre mit pseudohippen und immer mal wieder auch beachtlichen Sachen müde gespielt werden wird, um ihn dann nur umso entschiedener dicht machen zu können. Frohes Fest und Guten Rutsch !
#68 Bühnenvereins-Austritt Rostock: Zentrum der Diskussionanne 2013-12-23 20:12
es wäre schön, wenn wir aus den randgebieten der diskussion, wieder zum zentrum zurückkehren könnten, oder es lassen.
geht es nicht um den spannenden punkt, was tun wenn einem theater , aus eigenem verschulden oder ungerechterweiese kein zuschuß mehr erhöht wird, und entweder nur noch etwas geld für einen neuen intendanten und dessen neuen künstlerischen versuch zur verfügung steht aber dann keins mehr für eine tariferhöhung beim orchester.
es geht doch nicht um großbuchstaben oder kleinbuchstaben, auch wenn ich gern klein schreibe, manches mit den großbuchstaben meist von mitleser finde ich durchaus anregend...
#69 Bühnenvereins-Austritt Rostock: unangemessen hochR. Roesch 2013-12-23 23:40
In dem unter @54 verlinkten Beitrag aus der Wochenzeitung Der Freitag wird darauf hingewiesen, dass die Norddeutschen Philharmonie in einer unangemessen hohen Kategorie als so genanntes A-Orchester eingestuft sei, was schlussendlich Auswirkungen auf die Gagen der Musiker hat. Dieses Potential ist bislang noch nicht einmal Gegenstand der Diskussion. Schon allein der Umstand, dass der Kaufmann Rosinski bereits im März 2013 erste Eckpunkte eines Konzepts skizziert, das nun als Lösungsansatz zur Sprache kommt, zeigt ferner auf, dass die erneute Debatte um die Gagen der künstlerischen Mitarbeiter gerade nicht einem weiteren, sich überraschend einstellenden Engpass geschuldet ist. Vielmehr wird in Rostock ein Modell erarbeitet, welches das Haus als eine fabrikartige Produktionsstätte begreift, ungeachtet der Tatsache, dass der tatsächliche Wert des „Produktes“, das durch den Spielbetrieb entsteht, mit betriebswirtschaftlichen Faktoren überhaupt nicht zu erfassen ist.
#70 Bühnenvereins-Austritt Rostock: Theater vs. maritime SammlungR. Roesch 2013-12-24 13:58
Die chronische Unterfinanzierung des Volkstheaters ist keine Folge eines Unvermögens, sondern eine politische Entscheidung, die nun durch die designierte Intendanz des Hauses mitgetragen wird. Anders ist es nicht zu erklären, dass die Stadt einerseits dem künstlerischen Personal weitere Kürzungen der Gagen zumuten möchte, andererseits der Oberbürgermeister Methling im NDR-Fernsehen den Ankauf weiterer Alttonnage für Rostocks maritime Sammlung ankündigt.

www.ndr.de/fernsehen/sendungen/nordmagazin/media/nordmagazin20737.html
#71 Bühnenvereins-Austritt Rostock: Frohes GroßschreibenMITLESER 2013-12-24 14:03
WERTE MITSTREITER, KURIOS WAS FÜR DEUTUNGEN DURCH EINE GROßSCHREIBUNG ENTSTEHEN, VON GEBRÜLL BIS HOLZHAMMER. DABEI GIBT ES FÜR MICH NUR EINEN AUGENÄRZTLICHEN GRUND, ICH SEHE EINFACH BESSER SO.
LEIDER ABER STAMMT HÖCHSTENS DIE HÄLFTE DER MITLESERTEXTE WIRKLICH VON MIR. BEISPIELSWEISE 60. EXZESSE NICHT. WER AUCH IMMER, WARUM LUST HATTE DA AUFZUSTEIGEN IST RÄTSELHAFT.
ICH WÜRDE GERN UNTER MEINEM SYNONYM WEITERHIN GELEGENTLICH GROßSCHREIBEN DÜRFEN, JA?
FROHES FEST.
#72 Bühnenvereins-Austritt Rostock: ResignationR. Roesch 2013-12-24 15:21
Wie nahezu alle Städte im Osten, so hat auch die Stadt Rostock nach der Wende erhebliche Veränderungen durchlebt. Vor allem die Schließung ganzer Industrien, die Abwicklung der großen Reedereien, ist tief im Bewusstsein der Einwohner eingeschlossen. Ein gewisses Maß an Resignation ist zum festen Teil der gelebten Alltagskultur geworden. Es geht heute nicht mehr darum, ein großes Ganzes zu gestalten, sondern lediglich darum, die eigenen Interessen durchzusetzen. Entsprechend gestaltet sich die Debatte in diesem Forum. Kritische Kommentare werden weggeklickt, anonyme Schreiber fordern ihr Recht auf Meinungsäußerung. Dabei stellt sich heraus, dass ein Theater, das nicht bereit ist, sich mit der Frage der Gerechtigkeit kritisch auseinanderzusetzen, bereits insolvent ist.
#73 Bühnenvereins-Austritt, Rostock: die Kommentare der AnderenHamit al-Malik 2013-12-24 15:38
@Großbuchstabe: Als anonymer Kommentator Namensrechte einzufordern, ist keine gute Entscheidung. Im Übrigen bin ich ebenfalls etwas blind und zwar auf dem rechten Auge. Umso mehr freue ich mich für Sie, dass sie zumindest die Kommentare der anderen lesen können.
#74 Bühenvereins-Austritt Rostock: BelastungenZuschauer 2013-12-24 16:08
@MITLESER: Obskure Deutungen und krude Unterstellungen gehören hier doch regelmäßig zum guten schlechten Ton. Ob Groß- oder Kleinschreibung ist sowas von egal, daraus eine Geisteshaltung abzuleiten, ist allerdings nicht groß, sondern ziemlich klein. Nicht davon beeindrucken lassen. Frohes Fest!

@R.Roesch: Ich glaube nicht, dass das Ausspielen einer Kulturinstitution gegen eine andere sinnvoll ist. Kultur ist eben mehr als nur Theater, und in dem von Ihnen erwähnten Artikel, der es aus unerfindlichen Gründen hier nicht in die Presseschau geschafft hat (Verehrte Redaktion, warum eigentlich?), wird außerdem auf die anderen Belastungen verwiesen, die Städte wie Rostock meistern müssen. Das Problem ist nach diesem Freitag-Artikel doch auch, dass DOV und BV die unzutreffende Einstufung der Norddeutschen Philharmonie als A-Orchester hinnehmen, mag sie auch noch so überholt sein, und da offenbar nicht heran wollen. Eher soll bei den anderen Sparten gekürzt werden. Da kann Rosinski auch nichts machen. Deshalb tritt Rostock ja aus dem BV aus.
#75 Bühnenverein-Austritt Rostock: schöner BildvergleichRoland Schäldich 2013-12-24 19:12
@37: Besonders hat mir Ihr Bildvergleich gefallen, in Rostock sei es bereits „5 nach 12 und 24 Uhr könnte schneller kommen als anderswo“. Bitte unbedingt mehr davon
#76 Bühnenverein-Austritt Rostock: auf null setzenRorst Hahe 2013-12-24 19:25
Wieso nicht den ganzen Laden pleite gehen lassen? Gibt es dazu Erfahrungen? Hat das schon mal einer ausprobiert? Könnte doch ganz gut sein, mal alles auf null zu setzen.
#77 Bühnenverein-Austritt Rostock: keine GlaubensfrageElza Brandt 2013-12-25 01:42
@74 Anonymus: Keineswegs ist angeregt worden, das Theater gegen die maritime Sammlung der Stadt auszuspielen. Vielmehr wird darauf hingewiesen, dass sich die Stadt unter Roland Methling in ihrer Planung gegen das Theater und für das Sammeln alter Schiffe entscheidet. Das ist im Übrigen keine Frage des Glaubens, so wie ein altes Schiff keine Kulturinstitution ist.
#78 Bühnenverein-Austritt Rostock: faule FruchtErzkatzi Miezi 2013-12-25 11:09
Der Verlust der Fähigkeit, den Zweifel gerade nicht als unabwendbar hinzunehmen, ist die faule Frucht Volkstheater. Das Theater ist ein Tank, der von innen gereinigt werden muss. So spricht Volksbühne Messe in seinem Manifest, was Zensor zur Kenntnis nehmen wird. Die Insolvenz als Möglichkeit herauszufinden, ob es der Creme ernst ist mit ihrem Theater.
#79 Bühnenverein-Austritt Rostock: Identitäts-Fragefratzi fritzi 2013-12-25 12:57
@78 nonni meese?
#80 Bühnenverein-Austritt Rostock: Täuschung wäre schönArkadij Zarthäuser 2013-12-25 14:07
@ Mitleser

Hätten Sie das früher geschrieben, so zum Zeitpunkt von §37 und §38, dann wären uns vielleicht krude Unterstellungen und obskure Deutungen erspart geblieben, aber ihr(e)
Trittbrettfahrer haben offenbar auch den Vorzug jener Großschreibung für sich erkannt,
und mein Paragraph nimmt im übrigen die Großschreibung mehr als ein Symptom, weniger als hinreichenden Deutungsgrund, die Formulierung "spricht Bände" ist dahingehend einfach unglücklich. Ich denke, daß derjenige, der mit offenen Augen und Herzen geradlinig seine Wege in Rostock auszuschreiten versteht, derlei Symptome garnicht selten wird finden können; wem das mit dem Schriftbild so vollends gleich ist, will ich gar keine Gleichgültigkeit unterstellen, ich kann nur nicht umhin, eine solche zu vermuten. Wenn ich Ihnen speziell hier zu nahe getreten bin, tut mir das leid, und wenn meine sogenannten obskuren Deutungen im Falle der besagten Symptome sich dann als unrichtig herausstellen sollten, dann umso besser.
Ich breche mir, tatsächlich im Gegensatz zu den meisten Menschen, die mir hier auf nk oder draußen auf der Straße begegnen, keinen Zacken aus der Krone, wenn ich einem Irrtum aufsitze, einen Fehler mache oder zu forsch meine Kurzschlüsse ziehe, was schon vorgekommen ist (auch auf dieser Seite). Gerade, was meine obigen Befürchtungen angeht, wäre es geradezu schön und aufregend, ich würde mich täuschen; man will ja garnicht immer Recht behalten..
#81 Bühnenverein-Austritt Rostock: Labor für TheaterförderungKrickel Krakel 2013-12-25 15:16
Liebes Theaterdeutschland,

wir sollten uns über die "Rostock-Frage" freuen. Wir werden in diesem Kleinstadt-Labor erfahren, wie viel wert Theaterkunst ist. Hier trifft ein theaterwütiger Intendant auf eine ehemals Errungenschaft in der Kunst, nämlich Tarifstrukturen, Der städtischen Willem zur Erneuerung auf eine bankrotte Landespolitik. Hier wird stellvertretend für ganz Theaterdeutschland die entscheidende Frage ausgefochten. Es entspringt dem Labor entweder ein neues "Rostocker-Modell", das beispielhaft zeigt, wie durch Kommunikation und Lösungswillen Stadttheater finanziert werden kann oder wir werden erleben, wie ein Neuanfang eines engagierten Intendanten und der Versuch der Vernetzung von Theatern hemmungslos zerlegt wird.
Am Ende sehen wir in ein Labor, aus dem neue Impulse (der Rostocker-Weg eben) für die Förderung von Theatern ausgehen kann. Theatermacher und Kämmerer dieser Republik schaut auf diese Stadt! Sie wird uns zeigen, wie es um die Zukunft des Theaters und ihrer Akzeptanz in der Politik in unterfinanzierten Städten bestellt sein wird. Seht zu, wie am Ende ein Intendant, die Stadt Rostock, der Bühnenverein oder ein Bundesland den Kürzeren zieht. Was auch immer:Etwas neues entsteht!

Es grüßt Krickel Krakel (nach Diktat verreist)
#82 Bühnenverein-Austritt HRO: Ursachen und FolgenJosef Schumpeter 2013-12-26 04:20
@15 grotesk
Es geht nicht um verdi. Die DOV ist wohl die hauptursache dafür, dass es keine gleichwertigen Tarifverträge für Theatermitarbeiter gibt. Bzw. Politik und BV, die dies sich so diktieren lassen.
@ 74
Sie schreiben „Das Problem ist nach diesem Freitag-Artikel doch auch, dass DOV und BV die unzutreffende Einstufung der Norddeutschen Philharmonie als A-Orchester hinnehmen, mag sie auch noch so überholt sein, und da offenbar nicht heran wollen.“ Dies ist leider ein Deutschland-Problem. Mit der Größe des Orchesters steigt automatisch die Qualität und damit die Bezahlung. Wenn es kleiner wird, dann sinkt weder Qualität noch Bezahlung. Deshalb kann auch ein Orchester, welches nicht über 99, sondern nur die Hälfte der Musiker hat, weiter nach A bezahlt werden. Und danach richtet sich dann auch automatisch die Bezahlung des Opernchores des jeweiligen Hauses – der dann oft deutlich mehr verdient, als die Solisten im Musiktheater. Hier braucht es eine Strukturreform. Dabei ist es nicht den Musikern vorzuwerfen, dass sie gut verdienen. Es ist dem BV und den Einzelgewerkschaften und insbesondere den Kultusministern als Arbeitgeberebene vorzuwerfen, dass sie diese Ungerechtigkeit immer weiter fortführen.
@ 76 Rorst Hahe
Bei einer Insolvenz des Rostocker Theaters geht die Philharmonie zurück an die Stadt und wird weiter super bezahlt, werden alle anderen „auf null“ gesetzt werden. Ergebnis des cleveren Verhandelns der DOV und der immer wieder erschreckenden Unfähigkeit der deutschen Provinzpolitiker.
Stipendiaten der Horst-Rahe-Stiftung sind eigentlich nur noch Studenten aus der klassischen Musik. Popularmusik und Schauspiel sind rausgefallen. Ist dies eine wirtschaftliche Richtungsbeschreibung für MV?
@81
Momentan gibt es noch keinen leuchtenden Rostocker Weg. Aktuell werden die Ungerechtigkeiten nur auf niederem Niveau stabilisiert. Privilegien und Erpressbarkeit sind nicht neu verteilt – direkt am Abgrund sitzen bei jeder Sparrunde diejenigen Künstler, die kurzfristig und auf Honorar beschäftigt werden.
Ja, wir brauchen neue Modell. Nein, ohne mehr Geld im System wird es ein Theater und insbesondere ein Musiktheater für die breite der Bevölkerung nicht mehr geben können.
#83 Bühnenverein-Austritt HRO: volle Zustimmung, Achtung IronieJoseph 2013-12-26 15:57
Richtig. Das kann natürlich nicht angehen, dass die Ungerechtigkeiten weiterhin nur auf niedrigem Niveau stabilisiert werden. Sie sollten zumindest als Haustarifvertrag manifestiert werden. Da ist der Provinzpolitiker gefordert. Sehr richtig. Die ehemals verfressenen Freiberufler nun vorgeführt als bestes Beispiel. Modellhaft. An ihnen sieht man, wie es gemacht werden kann. Alle Sozialleistungen weg und die Mehrwertsteuer können sie auch noch selbst bezahlen. Ganz in Ihrem Sinne, mit herzlichen Grüßen, tatsächlich aus Connecticut, Ihr Joseph
#84 Bühnenverein-Austritt HRO: Unterdrücken von Meinungen@Arkadij 2013-12-26 16:16
Lieber Arkardij, Ihr letzter Beitrag in dieser Sammlung hat mich beeindruckt. Ihre Freundlichkeit beeindruckt mich, zumal auch einer Ihrer Kommentare gelöscht wurde. Daran sieht man, dass auch das Forum Nachtkritik Elemente enthält, die möglicherweise für Zwecke zu gebrauchen sind. Das Unterdrücken von Meinungen jedenfalls, kann kein Qualitätsmerkmal für ein tatsächlich offenes Forum sein.
#85 Bühnenverein-Austritt HRO: unangetastete InteressenM. Brandt 2014-01-02 17:46
Von einem Ausstieg aus dem Tarifvertrag wären ausschließlich Mitarbeiter betroffen, deren Arbeit einen künstlerischen Charakter hat. Die Interessen der am Haus beschäftigten Verwaltungsangestellten blieben ebenso unangetastet, wie die der Bühnenarbeiter und Techniker.
#86 Bühnenverein-Austritt HRO: EntsolidarisierungFranziska Krüger 2014-01-03 14:11
Vielmehr noch als an den Arbeitsbedingungen der freischaffenden Mitarbeiter, kann man an den bereits entsolidarisierten Gewerken, dem Reinigungsdienst und der Sicherheit, schon heute sehen, wie sich die Intendanzen und Stadtvertreter die Rettung der Häuser vorstellen. So dient die Installation von so genannten Haustarifverträgen vor allem dem Ausbau von Macht und Einfluss der Arbeitgeberseite. Ein solcher Haustarifvertrag entsteht nicht durch ein Verhandeln zweier gleichberechtigter Parteien, die ein gemeinsames Interesse verbindet. Solche Verträge entstehen im Büro des Kaufmanns und im Rathaus. Sie werden den Betroffenen lediglich zu Unterschrift vorgelegt. Eine durch die öffentliche Hand finanzierte Einrichtung wird auf diese Weise in ihrer Organisation dem Blick der Öffentlichkeit entzogen. Das betrifft nicht nur die Gehälter von Kaufmann und Intendant, über die bereits jetzt zumeist Stillschweigen vereinbart wird, sondern auch die Gehälter und Gagen der Angestellten.
#87 Bühnenvereins-Austritt Rostock: Wirklich?@85 2014-01-06 14:41
Ist das wirklich so?
#88 Bühnenverein-Austritt-HRO: zwei Richtungenmartin baucks 2014-01-06 16:44
Sehr geehrte Franziska Krüger,

Theater ist ein Risikoprojekt. In den letzten Jahrzehnten wurde das Risiko hauptsächlich von Künstlern getragen, während alle anderen Bereiche versuchten sich Sicherheiten zu verschaffen. Diese Sicherheiten lösen sich nun allmählich auch auf. Dies ist für sich alleine noch nicht als positive Entwicklung zu betrachten, da zuviele Entscheidungen immer noch politischer und kaufmännischer Natur sind.

Aber es gibt scheinbar nur zwei Richtungen, in die sich die Theater entwickeln können. Entweder zurück in die alte Sicherheit. Das hieße stabile Subventionen durchsetzen. Oder einen Aufbruch in noch mehr wirtschaftliche und zugleich künstlerische Freiräume zu wagen, der wahrscheinlich politisch nicht mitgetragen werden würde.

Aber die Risikobegrenzung der letzten zwei Jahrzehnte ist auch kein Weg. Denn ohne ein Ergebnis offenes Arbeiten gibt es keine Kunst.
#89 Bühnenverein-Austritt HRO: nur bedingt Buhmannstammtisch 2014-01-06 17:04
Nein, so ist es natürlich nicht.
Liebe Frau Krüger, nehmen Sie sich mal ein Jahr frei und begleiten Sie die Haustarifverhandlungen irgendeines Theaters. Schnell werden Sie merken, dass die Arbeitgeberseite nur bedingt der Buhmann ist. Das A und O ist, faire Kompromisse zu finden.
#90 Bühnenverein-Austritt HRO: Pflege der AngstÖzgün Bulut 2014-01-06 22:02
Wäre es um die Theater so schlecht bestellt, wie wieder und wieder beschrieben, dann würde es die Fantasiegehälter, die an einige wenige exponierte Figuren in diesem Betrieb gezahlt werden, nicht geben. Ein Theater, das sich ernsthaft mit den kulturellen Entwicklungen der Stadt auseinander setzt, braucht eben auch jene Mitarbeiter, die mit dem anderen Ende der Skala vertraut sind. Die synthetisch erzeugte Armut durch miese Bezahlung, erzeugt ihrerseits eine Gruppe von so genannten Künstlern, die sich das Theater leisten können. Auf diese Weise bleibt das Spiel die Fortführung der gymnasialen Theater AG, wo Söhne und Töchter lernen, wie wichtig die Pflege der Angst tatsächlich ist.
#91 Bühnenverein-Austritt HRO: man kämpftdonald 2014-01-06 23:56
vor allem der zweite teil deines kommentars ist sehr klug ausgedrückt, özgün. es wird am theater im rahmen der hierarchie oft und viel mit den ängsten der künstler gespielt. so bleiben sie abhängig, hasslieben ihren chef, am meisten hassen sie sich selbst und haben angst und können daraus sogar noch energie schöpfen. kreativ sein kann man im zustand der angst nicht unbedingt, aber man kämpft. nur wofür und vor allem für wen?
#92 nachtkritik.de-Veranstaltung Rostock: Livestream?Klaus Welter 2014-02-04 10:14
Liebes Nachtkriritk-Team,
wird die Diskussion am 6.2. in der Volksbühne zur Finanzierung von Theater auch in einem Stream ins Netz übertragen? Ich denke, dass es viele gibt, die es leider nicht nach Berlin schaffen. Ich würde mich angesichts des wichtigen Themas sehr freuen und gerne unserem Kämmerer Bescheid geben
Klaus Welter

(Lieber Herr Welter,
wir haben uns darum bemüht, einen livestream bereitzustellen. Das ist misslungen. Jetzt arbeiten wir daran, die veranstaltung per Video zu dokumentieren und die Aufnahme "zeitnah" ins Netz zu bringen.
Morgengruß
jnm)

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