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Begriff Definition
Weyde, Clara

Clara Weyde, geboren 1984, ist Regisseurin.

Weyde studierte Kommunikations- und Politikwissenschaft und arbeitete zwei Jahre als Regieassistentin am Theater Bremen. Es folgte ein Regiestudium an der Theaterakademie Hamburg, das sie 2015 abschloss. Im selben Jahr gewann sie den Start Off Preis, 2016 wurde sie mit dem Rolf Mares Preis in der Kategorie "Herausragende Inszenierung" ausgezeichnet.

Nachtkritiken zu Inszenierungen von Clara Weyde:

Ruf der Wildnis am Schauspiel Hannover (12/2017)

Supergutman am Theater Bonn (1/2018)

König Ubu am Theater Bielefeld (3/2019)

Der Sandmann am Staatstheater Nürnberg (6/2019)

Ruhig Blut am Schauspielhaus Graz und bei der Langen Nacht der Autoren am Deutschen Theater Berlin (6/2019)

Weitere Beiträge zu Clara Weyde:

Meldung: Hamburger Start off-Preis an Regieabsolventin Clara Weyde (6/2015)

Meldung: Rolf Mares Preise 2016 vergeben (11/2016)

Wieler, Jossi

Jossi Wieler, geboren 1951 in der Schweiz, ist Theater- und Opernregisseur.

Von 1972 bis 1980 lebte er in Israel und studierte an der der Universität von Tel Aviv Regie. Seine ersten Inszenierungen entstanden am israelischen Nationaltheater Habima. 1982 inszenierte er erstmals in Deutschland, am Düsseldorfer Schauspielhaus. Von 1983 bis 1985 war er fester Regisseur am Theater Heidelberg. Ab 1988 war er fester Regisseur am Theater Basel, ab 1994 am Schauspielhaus Hamburg. Seit 1994 inszeniert er auch Opern. Wieler ist Mitglied der Akademie der Künste in Berlin und erhielt 2002 den Konrad-Wolf-Preis. Ab der Spielzeit 2011/2012 ist Wieler Intendant der Staatsoper Stuttgart. 2013 erhielt er den Kulturpreis des Landes Baden-Würtemberg.

Zu seinem 60. Geburtstag gab der Theaterwissenschaftler Hajo Kurzenberger den Sammelband "Jossi Wieler – Theater" heraus, den Simone Kaempf für nachtkritik.de besprach.

Nachtkritiken zu Inszenierungen von Jossi Wieler

Ödipus auf Kolonos an den Münchner Kammerspielen (9/2007)

Rechnitz (Der Würgeengel) an den Münchner Kammerspielen (11/2008)

Iphigenie auf Tauris an der Schaubühne Berlin (5/2009)

Das letzte Band/Bis dass der Tag euch scheidet bei den Salzburger Festspielen (8/2009)

Prometheus, gefesselt an der Schaubühne Berlin (11/2009)

Angst bei den Salzburger Festspielen/Münchner Kammerspielen (7/2010).

I'm searching for I:N:R:I am Staatstheater Stuttgart (3/2016)

Wien, Freie Szene

In Wien liefern die großen Bühnen eigenproduzierte Avantgarde, während die Off-Szene im Bereich Theater stagniert. Seit den 1980er Jahren haben sich freie Theatergruppen in ihren Produktionsweisen einzementiert. Mit der Eröffnung des brut im November 2007 soll sich das ändern, Georg Petermichl beleuchtet die Situation der Freien Szene Wiens zwischen Reform und Zukunft.

Wilke, Alexandra

Alexandra Wilke, geboren 1980, ist Regisseurin.

Von 2003 bis 2007 Studium der Schauspielregie an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" in Berlin. Regieassistentin am Schauspiel Chemnitz von 2008 bis Sommer 2011. In der Zeit realisierte sie u. a. die Uraufführungen "Küß mich hinter Kaufhof" von Anne Habermehl und "Menschen bei der Arbeit" von Henriette Dushe. Und inszeniert auch sonst hauptsächlich Gegenwartsdramatik. Seit 2011 freie Regisseurin in Chemnitz, am Volkstheater Rostock, Theater Plauen-Zwickau, Staatstheater Cottbus, Theater Magdeburg und am Schauspiel Leipzig. 

nachtkritiken zu Inszenierungen von Alexandra Wilke:

Küss mich hinter Kaufhof (UA) am Theater Chemnitz (5/2009)

Lohnarbeit und Liebesleid... (UA) am Theater Chemnitz (12/2010)

Die Handgriffe der Evakuierung (UA) am Theater Chemnitz (3/2012)

Die zweieinhalb Leben des Heinrich Walter Nichts (UA) am Schauspiel Leipzig (11/2014)

Grand Prix de la Vision (UA) am Schauspie Leipzig (11/2016)

Wilson, Robert

Robert Wilson, geboren am 4. Oktober 1941 in Waco, Texas, ist ein Theater- und Opernregisseur, Autor, Maler, Lichtdesigner, Bühnenbildner, Videokünstler und Architekt.

Wilson studierte zunächst Betriebswirtschaft, dann Architektur und Bühnenbild. Ab 1966 machte er in New York mit Theaterperformances auf sich aufmerksam, etwa mit "Deafman Glance" von 1970. Mit der Uraufführung seiner Oper "Einstein on the Beach" mit Musik von Philip Glass 1976 in Avignon begann seine Karriere in Europa: So realisierte er an der Berliner Schaubühne "Death, Destruction & Detroit" (1979) und "Death, Destruction & Detroit II" (1987) sowie am Thalia Theater Hamburg "The Black Rider" (1991) und "Alice" (1992). Ab Mitte der 1980er arbeitete er in mehreren Projekten mit Heiner Müller zusammen, den er 1977 kennengelernt hatte. Neben seinen Theaterarbeiten ist Wilson als Maler, Zeichner und Designer tätig. 1993 erhielt Wilson den Goldenen Löwe der Biennale Venedig für die Installation "Memory/Loss" zusammen mit Hans Peter Kuhn. Am 4. Oktober 2011 gratulierten nachtkritik.de ihm zum 70. Geburtstag.

Nachtkritiken zu Inszenierungen von Robert Wilson:

Die Dreigroschenoper am Berliner Ensemble (9/2007)

Shakespeares Sonette am Berliner Ensemble (4/2009)

Lulu am Berliner Ensemble (4/2011)

The Life and Death of Marina Abramović am Theater Basel (6/2012)

Peter Pan am Berliner Ensemble (4/2013)

Das Mädchen mit den Schwefelhölzern bei der Ruhrtriennale (9/2013)

Einstein on the Beach bei den Berliner Festspielen, Rekonstruktion von 1976 (3/2014)

Faust I und II am Berliner Ensemble (4/2015)

Endspiel am Berliner Ensemble (12/2016)

Der Sandmann bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen (5/2017)

Mary Said What She Said bei den Wiener Festwochen (5/2019)

Das Dschungelbuch am Düsseldorfer Schauspielhaus (10/2019)

Andere Texte zu Robert Wilson:

Presseschau vom 6. Oktober 2014: Süddeutsche und Neue Zürcher berichten von Robert Wilsons Inszenierung von "Les Nègres" am Pariser Odéon-Theater

Kommentar vom 5. Dezember 2014: Robert Wilson vermeidet mit Jean Genets "Les Nègres" am Pariser Théâtre de l'Odéon nur scheinbar diskriminierenden Zeichengebrauch

Link:

www.robertwilson.com

Winkler, Angela

Angela Winkler, geboren am 22. Januar 1944 in Templin, ist Schauspielerin.

Winkler begann 1964 ein Schauspielstudium an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart, das sie jedoch nach zwei Monaten abbrach. Stattdessen nahm sie privaten Schauspielunterricht. 1967 erhielt sie ihr erstes Theaterengagement in Kassel, anschließend Castrop-Rauxel. Ihr Filmdebüt gab sie 1969 in Peter Fleischmanns "Jagdszenen aus Niederbayern", der ihr zum Durchbruch verhalt. Für die Rolle in "Die verlorene Ehre der Katharina Blum", von Volker Schlöndorff nach der gleichnamigen Erzählung von Heinrich Böll 1975 verfilmt, wurde sie vielfach ausgezeichnet. Bei Peter Stein an der Berliner Schaubühne spielte sie von 1971 bis 1978. Zu ihrem bevorzugten Regisseur wurde später Peter Zadek. Sie ist Mutter von vier Kindern, darunter die mit dem Down-Syndrom geborene Nele Winkler, ebenfalls Schauspielerin. Zuletzt erhielt Angela Winkler 2019 für ihre Rolle als Irina in Drei Schwestern den Deutschen Schauspielpreis.

Wirth, Andrzej

Andrzej Wirth, geboren 1927 im polnischen Wlodawa, ist Theaterwissenschaftler.

Wirth promovierte nach seinem Studium der analytischen Philosophie in Lodz und Warschau mit einer Dissertation über Brecht. Diese Arbeit, publiziert auch auf Deutsch, machte ihn auch in Fachkreisen außerhalb Polens bekannt. Auf die Einladung des Berliner Ensembles ging Wirth 1956 für zwei Jahre nach Berlin und nahm Kontakt mit deutschen Akademikern und Literaten auf. Er schloß sich der Gruppe 47 an und wurde als Kritiker, Übersetzer und Herausgeber zum Vermittler zwischen deutscher und polnischer Kultur. Seine zweibändige Anthologie des polnischen modernen Dramas (Luchterhand 1966) beeinflusste die Rezeption des polnischen Theaters in Deutschland. In den sechziger Jahren galt er mit seinem Mitstreiter Jan Kott als einer der bedeutendsten Theaterkritiker Polens.

Seit 1966 lehrte er an den Universitäten von Stanford, Harvard, Yale, Oxford und London, an der City University of New York und der Freien Universität Berlin. Als Theaterkritiker schrieb er über Bertolt Brecht, Jerzy Grotowski, Heiner Müller und Robert Wilson. 1982 gründete er das Institut für angewandte Theaterwissenschaften an der Justus-Liebig-Universität Gießen, das er bis zu seiner Emeritierung 1992 leitete. Sein Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Gründungsjahre Hans-Thies Lehmann schrieb später das Standardwerk "Postdramatisches Theater" und prägte damit einen Begriff, der auf praktisch alle Produktionen der Studierenden und Absolventen des Instituts anwendbar ist. Unter Wirths Leitung tat sich vor allem eine durch Brecht, Müller, Wilson, Gertrude Stein und Rainer Werner Fassbinder geprägte Generation von Autoren-Regisseuren wie Tim Staffel und René Pollesch sowie Regisseure wie Helena Waldmann und Sergio Morabito hervor.

2008 erhielt Wirth den ITI-Theaterpreis, Pollesch hielt die Laudatio, Wirth bedankte sich mit einer Rede. 2013 erschien seine "Gesprochene Autobiografie".

Wissert, Julia

Julia Wissert, 1984 in Freiburg geboren, ist Regisseurin und designierte Intendantin des Schauspiel Dortmund.

Wissert studierte Regie an der Universität Mozarteum Salzburg sowie Drama und Media Arts an der University of Surrey in London. Ihre Diplomarbeit "Schwarz.Macht.Weiß. Eine kritische Analyse der Arbeitsverhältnisse Schwarzer Theatermacher_innen an deutschsprachigen Bühnen" setzt sich mit strukturellem Rassismus an deutschen Theatern auseinander. Als Regisseurin arbeitete sie unter anderem am Berliner Maxim Gorki Theater, am Theater Luzern, am Schauspielhaus Bochum, am Nationaltheater Brno (Tschechien). Sie ist außerdem Teil des deutsch-namibischen Künstler*innen Kollektivs Kaleni. 2012 wurde sie für ihre Bearbeitung von Ibsens "Nora" beim Körber Studio Junge Regie mit dem Publikumspreis ausgezeichnet, 2014 wurde ihr der Kurt-Hübner-Regiepreis verliehen. Im Februar 2019 machte sie mit einer Anti-Rassismusklausel in Künstler*innenverträgen von sich reden, um im Rahmen eines Vertragsverhältnisses Beteiligte vor rassistischen Äußerungen und Übergriffen zu schützen. Mit Beginn der Spielzeit 2020/21 soll sie Schauspielintendantin in Dortmund und damit die Nachfolgerin von Kay Voges werden.

 

Beiträge von Julia Wissert auf nachtkritik.de:

Interview: Es fehlt der Gegenentwurf (5/2019)

Nachtkritiken zu Arbeiten von Julia Wissert:

Rechtes Denken am E.T.A.-Hoffmann-Theater Bamberg (10/2015)

2069 - Das Ende der anderen am Schauspielhaus Bochum (5/2019)

Weitere Beiträge zu Julia Wissert:

Meldung: Körber-Preis Junge Regie (5/2012)

Meldung: Kurt-Hübner-Regiepreis für Julia Wissert (12/2014)

Bericht: Wer sind wir in einer weißen Welt? – Diskussion über "Theater und Postkolonialismus" beim Theatertreffen (5/2015)

Vortrag: Dekolonisiert die Bühnen / Decolonizing the Stage von Azadeh Sharifi (9/2018)

Nachtkritik: Schaffen – Am Theater Oberhausen inszenieren Technocandy ohne Anti-Rassismus-Klausel einen Abend über die Diskriminierungen des Arbeitslebens (2/2019)

Meldung: Julia Wissert wird Intendantin in Dortmund (5/2019)

Link:

www.juliawissert.de

Wittenbrink, Franz

Franz Wittenbrink, 1948 in Bentheim geboren, ist ein deutscher Komponist und Regisseur.

Wittenbrink begann seine Theater-Karriere als Komponist, Dirigent, Arrangeur, Regisseur, Interpret und musikalischer Leiter am Nationaltheater Mannheim. Es folgte eine Dozentur an der Opernklasse an der Musikhochschule Mannheim/Heidelberg.

Anschließend arbeitete Franz Wittenbrink an Musiktheaterproduktionen und Liederabenden an verschiedenen Theatern, vor allem aber in Stuttgart und Basel. In den Spielzeiten 1993/94 bis 1999/2000 war Franz Wittenbrink Musikalischer Leiter am Deutschen Schauspielhaus Hamburg. 2011 erhielt er den Wiener Theaterpreis Nestroy.

Nachtkritiken zu Inszenierungen von Franz Wittenbrink:

So leben wir und nehmen immer Abschied (4/2009) am Wiener Burgtheater

Die Lobbyisten am Staatsschauspiel Dresden (12/2009)

Fein sein, beinander bleibn an den Münchner Kammerspielen (2/2012)

Willkommen am St. Pauli Theater in Hamburg (9/2016)

Wortmann, Sönke

Sönke Wortmann, geboren am 25. August 1959 in Marl, ist Regisseur und Produzent.

Wortmann studierte Regie an der Hochschule für Fernsehen und Film München. In den 90er Jahren feierte er als Film-Regisseur große Erfolge mit "Kleine Haie" (1992), "Der bewegte Mann" (1994) oder "Das Superweib" (1996). Parallel inszenierte er bereits in den Neunziger Jahren mehrere Arbeiten in Düsseldorf, wo er auch lebt. Am Grips Theater Berlin brachte er 2012 Lutz Hübners Klassenzimmerkomödie "Frau Müller muss weg" auf die Bühne, die er 2015 für das Kino verfilmte.

nachtkritiken zu Arbeiten von Sönke Wortmann:

Frau Müller muss weg am Grips Theater Berlin (2/2012)

Willkommen am Düsseldorfer Schauspielhaus (2/2017)

Menschen im Hotel am Düsseldorfer Schauspielhaus (9/2018)