Medienschau: Ostthüringer Zeitung – Intendant Kay Kuntze über den Streit um seine Verlängerung

"Es war ein Angriff auf das Theater"

"Es war ein Angriff auf das Theater"

14. August 2025. Petra Lowe hat den Intendanten des Theaters Altenburg-Gera, Kay Kuntze, interviewt, um dessen Vertragsverlängerung bis 2033 es Streit gibt. Den Ball ins Rollen brachte, so das Blatt, Ende Juni der Geraer Stadtrat, der als Mehrheitsgesellschafter des Theater Kuntze kündigen wollte, das Altenburger Land jedoch nicht.

Eine von Pro Altenburg und der AfD beantragte Sondersitzung des Stadtrates am 28. Juli, bei der der Fall diskutiert werden sollte, habe sich sich nicht ergeben, weil die Fraktionen von CDU, SPD, Stadtforum und Linke geschlossen fehlten und Frist für die Kündigung verstrich. 

Er glaube nicht, dass es um seine Person ging, "sondern darum, dass Parteien des rechten politischen Spektrums eine Möglichkeit sahen, das Theater zu destabilisieren",  so Kay Kuntze im Interview. "Es war ein Angriff auf das Theater. Wenn es darum gegangen wäre, dem Intendanten zu kündigen, wären bereits vor Monaten Gründe diskutiert und geprüft worden. So etwas macht man nicht kurz vor Ablauf der Frist in der Ferienzeit."

"Kurz vor den Ferien haben die Vertreter aller drei Gesellschafter und des Freistaates mir gegenüber ihre Freude geäußert, die Zusammenarbeit fortzusetzen", so Kuntze. Der Presse habe er erst nach seinem Urlaub entnommen, "dass es im Stadtrat Gera einen Impuls gab, dass man mit 'einem Neuen und frischem Wind' die Einnahmen steigern und die Zuwendung fürs Theater reduzieren könne. Dafür sind Teile eines Stadtrats (...) naturgemäß empfänglich. Dazu kommt, dass nicht alle mit der Losung 'Nie wieder ist jetzt', die an unserem Haus hängt, einverstanden sind."

Der Ruf nach 'frischem Wind' scheine ihm gerade nach der zurückliegenden Spielzeit als vorgeschoben. "Sie ist vielleicht die künstlerisch erfolgreichste meiner Intendanz und wurde nicht nur regional, sondern auch international gefeiert. Der größte deutsche Theaterpreis Der Faust wurde in der vergangenen Spielzeit nicht nur in Gera ausgetragen – was an sich schon eine tolle Auszeichnung ist. Er ging erstmals nach Altenburg/Gera!" Auch die wirtschaftliche Situation sehe gut aus, "wenngleich sie aufgrund von Tarifsteigerungen schwieriger werden wird. 2024 haben wir unsere Einnahmen um 140.000 Euro steigern können." Unkonkrete Pauschal-Vorwürfe ließen sich immer ergänzen. "Natürlich mache ich Fehler und bei uns läuft längst nicht alles rund."

(sle)

Mehr zum Thema:

Kommentare  
Medienschau Kay Kuntze: Erst der Anfang?
Erschreckende Vorgänge im Osten: Sind Intendanten mit Haltung nun zum Abschuss freigegeben? Zunächst wird der Vertrag des erfolgreich arbeitenden Intendanten Daniel Ris in Senftenberg nicht verlängert. Nun versucht man mit einem handstreichartigen Komplott einen seit vielen Jahren in Ost-Thüringen engagiert und erfolgreich arbeitenden Intendanten rauszukicken. Erst der Anfang einer Entwicklung, in der die AfD die Spielräume künstlerisch freier Theaterarbeit versucht einzuschränken und die Spitzenpositionen mit Gesinnungsgenossen zu besetzen?
Medienschau Kay Kuntze: Keine Rede
Lieber Ric, Ruhe bewahren. Der Vorgang in Senftenberg stellt sich ja nun mittlerweile anders da, von rechter Beeinflussung keine Rede, vielmehr ein Intendant der mit den Verantwortlichen wenig verantwortungsvoll zusammenarbeiten konnte. Und in Gera kann man nur hoffen, dass Kuntze sich neu erfindet. Sein Interview liest sich wenig einsichtig, eher überheblich.
Medienschau Kay Kuntze: Link-Hinweis
https://www.tagesschau.de/inland/regional/thueringen/mdr-kontinuitaet-beim-theater-altenburg-gera-100.html
Medienschau Kay Kuntze: Sonnenkönig
Ganz in der Tradition absolutistischer Herrscher bekennt sich Generalintendant Kay Kuntze im Interview zum bekannten Prinzip des Sonnenkönigs, das dieser allerdings seinerzeit nicht einmal selbst auszusprechen wagte.
„Das Theater, das bin ich“ bekennt Kuntze freimütig. Für durchweg alle am Theater tätigen Künstler gilt zwar das strikte Prinzip der befristeten Verträge, das schon oft in Frage gestellt, aber immer wieder im Interesse des Publikums und dessen „Abwechslungsbedürfnis“ bestätigt wurde.

Aus der Tatsache, dass ihm die vom Grundgesetz geschützte Freiheit der Kunst viel Macht über die Künstler verleiht, schließt Kuntze keineswegs folgerichtig, dass für ihn selbst dieses Prinzip nicht gilt. Nur so ist zu verstehen, dass er die legitime Infragestellung der nur scheinbar automatischen Verlängerung seines ausdrücklich bis zum 31. Juli 2025 befristeten Vertrages als Angriff auf das ganze Theater interpretiert.

Nein, es wäre eben nicht der Untergang unseres seit nunmehr 30 Jahren gut funktionierenden Theaters, wenn nach 16 Jahren einer erfolgreichen Leitung eine neue Persönlichkeit die Intendanz übernehmen würde. Und auch keines der Mitglieder des Geraer Stadtrates hat im Zusammenhang mit seinem Votum eine Kürzung der vertraglich gesicherten und mit großer Mehrheit beschlossenen Theatersubventionen verlangt.
Der Wunsch nach einem Neuanfang kam nicht aus einer rechten Ecke des Stadtrates, sondern aus seiner demokratischen Mitte. Die Stimmen des Votums kamen aus fast allen Fraktionen. Sind nun die Mitglieder des Geraer Stadtrats überwiegend rechte Theaterfeinde?

Nein, denn erstens hätte sich dann dieser Stadtrat in den vergangenen Jahren nicht immer wieder mit absoluter Mehrheit für den Erhalt des 5 Spartenhauses auf hohem künstlerischem Niveau ausgesprochen. Und zweitens hat Herr Kuntze mit seinem Interview selbst die Argumente bestärkt, die für die Beendigung seines Vertrages sprachen. Es ist ihm völlig entgangen, dass große Teile der Belegschaft seinen Führungsstil kritisieren und sich einen Wechsel wünschen. Ihm fehlt das Gespür, eigene Defizite zu erkennen und diese im Interesse des Hauses und seiner Mitarbeiter abzubauen.
Medienschau Kay Kuntze: Gesprächsbitte
Sehr geehrter Herr Zetzsche,

bislang bezieht sich meine Einschätzung zu den von Ihnen im Stadtrat Gera ausgelösten Vorgängen nur auf Informationen aus Medienberichten und durch Dritte. Darum bitte ich Sie, meine E-Mail mit meiner Terminbitte zu beantworten, da ich gerne in einem persönlichen Gespräch die Gründe für Ihren Vorstoß zur Kündigung meines Vertrages nach wie Sie schreiben „16 Jahren einer erfolgreichen Leitung“ und den von Ihnen dafür gewählten Zeitpunkt erfahren würde. Insbesondere, da Sie hier nun auch die Belegschaft des Theaters anführen.

Mit freundlichen Grüßen,
Kay Kuntze
Medienschau Kay Kuntze: Verdienste
Von welchen "großen Teilen der Belegschaft" spricht Herr Zetzsche da konkret? Kann er das wirklich belegen? Wenn man ihn in den Premieren trifft, macht er einen freundlichen und aufgeschlossenen Eindruck, da hätte ich nicht vermutet, dass er Zweifel an der Intendanz von Herrn Kuntze hegt - schon gar nicht, dass er eine dermaßen schamlose Intrige im Stadtrat anstiftet und dabei mindestens in Kauf nimmt, dass sich die ganz rechte Ecke im Altenburger Stadtrat mit Wonne darauf stürzt. Ist das jetzt die Debattenkultur der demokratischen Mitte - Dinge gegen Personen so lange behaupten, bis sie als wahr gelten? - ohne das kritische Gespräch mit dieser Person zu suchen? Nur mal zum Geraderuckeln: Als Herr Kuntze das Theater übernahm, stand es gerade kurz vor der Insolvenz! Seine künstlerischen Verdienste um dieses 5 -Spartenhaus an den Standorten Altenburg und Gera kann man in Wikipedia nachlesen.
Das Wort "autoritär" und die Persönlichkeit Kay Kuntze schließen einander aus. Ja, er steht aus Leib und Seele für dieses Theater ein. In diesem besten Sinne ist er eine Autorität. Auch wenn das manche vielleicht gern anders interpretieren wollen (wer weiß zu welchem Nutzen).
Das Publikum in Altenburg und Gera erlebt sein Theater jedenfalls mit großer Freude.
Ich kann keine guten Gründe sehen, warum man einen solchen Intendanten freiwillig loswerden sollte.
Und offenbar hatte man schon vor einigen Jahren deshalb die Absicht, ihn langfristig vertraglich zu binden. Wenn ich das richtig weiß, war Herr Zetzsche als Mitglied des Aufsichtsrats des Theaters in diesem Prozess beteiligt.
Medienschau Kay Kuntze: Aus der Ferne
Was sind denn das für Zustände dort?
Eine Kurz-Recherche ergibt, dass das Theater Gera-Altenburg 2011 vor der Insolvenz stand und sich unter der Intendanz von Kai Kuntze seit 2012 nicht nur stabilisiert hat, sondern auch diverse Theaterpreise eingefahren, Zuschauerzahlen und Einnahmen gesteigert hat und sich einen guten Ruf weit über die Region erarbeitet hat. Offenbar für ihn und die Belegschaft überraschend, wurde in der Theaterpause dennoch versucht ihm zu kündigen. Aus der Ferne klingt das nicht nur sehr seltsam sondern auch danach Probleme zu schaffen, wo es keine gibt. Weisd irgendjemand, was eigentlich dahintersteckt?
Medienschau Kay Kuntze: Link-Hinweis
@ 7

Hier kann man einiges über die Vorgänge in Gera nachlesen.

https://www.altenburg.tv/nachrichten/21019/Kuendigungsklausel_beim_Vertrag.html

In Altenburg wurde das Thema erst später durch AfD und pro Altenburg aufgegriffen. Vor dem Hintergrund, dass zum Jahresende der kaufmännische Geschäftsführer geht und seit vielen Jahren das Theatergebäude saniert wird und kein Termin für die Wiedereröffnung steht, aber auch die Ersatzbühne Theaterzelt bald nicht mehr bespielt werden kann, erhält der Versuch, den Intendanten in dieser Situation loszuwerden zusätzliche Brisanz und treten die dahinter stehenden Absichten deutlich zu Tage.
Medienschau Kay Kuntze: Kündigungsgründe
@ 4
Albert Zetzsche.
Der Bericht der OTZ über die Stadtratszitzung in Gera in der Sie die Kündigung Kuntzes eingebracht haben, widerspricht komplett Ihrer Darstellung. In der Ausgabe vom 30.7. heißt es zu Ihrer Kündigungsbegründung:
„Nicht etwa mangelnde Fähigkeit oder Misswirtschaft, weder als Intendant noch als Operndirektor, dessen Funktion Kuntze seit 2012 ebenfalls innehat. Auch im Theater gibt es keine Tumulte gegen den Chef, die seine Ablösung fordern würden. Ein Neuer soll her, frische Ideen mit einer stärkeren Hinwendung zur Stadtgesellschaft, um jüngeres Publikum anzuziehen – das sind die Forderungen, die von den Kritikern zu hören sind. Soll heißen: Die Kommunen hoffen auf mehr eigene Erlöse des Theaters – aktuell im niedrigen einstelligen Millionenbereich –, um damit weniger Zuschuss an den Musentempel zahlen zu müssen.“ Mit anderen Worten: Kuntze macht zwar alles richtig, aber wenn wir ihn kündigen, müssen wir weniger zahlen. Darum ging es.
Also jetzt bitte nicht im Nachhinein die Motivationen verdrehen!
Im übrigen ist „Mehr Hinwendung zur Stadtgesellschaft“ völlig lächerlich, angesichts des derzeitigen Projekts „Weg des Orpheus“.
Medienschau Kay Kuntze: Der Schoß ist fruchtbar
Gestern Abend in der öffentlichen Stadtratssitzung in Altenburg: Der Kaufmännische Geschäftsführer des Theaters stellt die Bilanz 2024 des Theaters Altenburg Gera vor, sie ist besser ausgefallen als der offizielle Wirtschaftsplan vorsah. Daraufhin wurde er von der Fraktion Pro Altenburg, besonders vom Fraktionsvorsitzenden geradezu zerlegt. Feindselig. In der Abstimmung lehnen die Fraktionen AFD und Pro Altenburg die in der Sache gute Bilanz fast geschlossen ab. Hier geht es nicht mehr um das Theater oder den Intendanten. Hier geht es zerstörerisch gegen die kulturellen Werte der (Stadt)gesellschaft. Das konnten alle sehen. Für die Zukunft - nicht nur des Theaters - mehr als ein Alarmzeichen! "Der Schoß ist fruchtbar noch...".
Gestern Abend konnte die mehrheitliche Zustimmung zur Bilanz durch die anderen Fraktionen hergestellt werden. Aber die Drohgebärde des Herrn Müller, Pro Altenburg, stand gespenstisch im Raum...
Das sollen alle wissen, die das Theater lieben und gleichzeitig solche Parteien wählen.
Medienschau Kay Kuntze: Alarmierend
Welchen immensen Schaden hat diese unselige Alianz Albert Zetzsche (Gera) und Peter Müller (Altenburg) angerichtet. Aus dem Nichts, ohne Anlass wird hier mit einem zerstörerische Furor gegen Intendant, Theater und Kultur gehetzt. Die Vorgänge im Altenburger Stadtrat sind höchstgradig alarmierend.
Medienschau Kay Kuntze: Erlebnis
Ich stehe noch ganz unter dem Eindruck der gestrigen Vorstellung „Der Weg des Orpheus“ ein Theater-Gesamtkunstwerk aus Musik, Licht, Kostümen... von Herrn Kunze, das sich über einen Kilometer städtischen Raum erstreckt. Etwas derart poetisches, stimmiges und gedanklich tiefes habe ich in über 30 Jahren, die ich nun regelmäßig ins Theater gehe, nicht erlebt. Da ich viel auch in große Theater gehe, regelmäßig zum Beispiel in die Semperoper, kann ich sagen, dass das Theater in Gera unter der Intendanz von Herrn Kunze keinen Vergleich scheuen muss und wir hier in Gera sehr dankbar sind. Ich habe Herrn Kunze nach der Vorstellung angesprochen und ihm gesagt, dass wir Theatergänger voll hinter ihm stehen und hoffen, dass er sich nicht von den Vollpfosten der Provinzpolitik (Pardon, das war meine Ausdrucksweise gestern) verunsichern lässt. Er hat mich dann auf diesen Blog aufmerksam gemacht und gerne folge ich seinem Wunsch über mein gestriges Erlebnis hier zu schreiben.
Medienschau Altenburg/Gera: Lasst sie in Ruhe weitermachen
Liest man Albert Zetsches Kommentar Nr. 4 genau, so rechtfertigt er mit einem „Abwechslungsbedürfnis des Publikums“, dass Künstler:innen jährlich nicht verlängert werden können. Und da die meisten Ensemblemitglieder bei Intendantenwechseln gehen müssen, sollen diese wohl auch möglichst oft wechseln, denn dann kann sich das Publikum ja über besonders viel Abwechslung freuen.
Was für eine menschenverachtende und kunstfeindliche Haltung! Ich hätte nicht gedacht, dass jemand im Jahr 2025 so antiquierten Texte schreibt.
Gute Theater-Kunst entwickelt sich gerade in angstfreien Räumen und in Kontinuität!
Wie es scheint, ist das am Theater Gera-Altenburg seit vielen Jahren der Fall. Selten genug in der Theaterlandschaft! Lasst sie doch einfach in Ruhe weitermachen.
Wie man liest, sind ja auch die Zuschauer:innenzahlen gut. Wer also verlangt hier wirklich nach „Abwechslung“?
Medienschau Altenburg/Gera: Dagegen
Im Altenburger Stadtrat war gestern der Jahresabschluss des Theaters Gegenstand.
Der Jahresabschluss ist deutlich besser ausgefallen, als im Wirtschaftsplan beschlossen. Es gab keinerlei Grund diesen nicht zu bestätigen. Dennoch haben die Fraktionen von ProAltenburg und AfD dagegen gestimmt.
Das dokumentiert noch einmal deutlich, dass diese Parteien prinzipiell gegen das Theaters agieren und Kuntzes im Interview geäußerte Einschätzung, dass die Debatte um die Kündigung seines Vertrages als Angriff auf das Theater aus dieser Ecke zu werten ist richtig ist, sekundiert von Zetzsche und dem Stadtrat Gera.
Medienschau Altenburg/Gera: Empfehlung
Ich bin seit vielen Jahren Abonnentin des Theaters Gera und begeistert von der Qualität der Aufführung, besonders im Musiktheater. Natürlich gefällt mir nicht alles gleich gut, aber insgesamt stelle ich jedes Mal fest, mit welcher Sorgfalt und auf welchem hohen Niveau hier Theater gemacht wird. Darum freue ich mich sehr, dass der Vertrag von Intendant Kay Kuntze weiterläuft.
Ich empfehle jedem Stadtrat, der die Absetzung von Intendant Kay Kuntze gefordert hat, in die aktuelle Aufführung „Weg des Orpheus“ zu gehen. Wer danach seine Meinung nicht ändert, dem ist nicht mehr zu helfen. Ganz Gera und weit darüber hinaus spricht von dieser atemberaubenden Aufführung.
Ich freue mich auf viele weitere spannende Premieren in Gera und wünsche Kay Kuntze und seinem Team weiterhin so viel Erfolg.
Medienschau Altenburg/Gera: Haltung
Ich bin Ensemblemitglied am Theater Altenburg Gera und komme gerade aus der Vollversammlung. Ich kann zwar nur für mich sprechen, weiß aber, dass hier viele genauso denken. Ich arbeite sehr gerne an diesem Theater und bin froh, einen Intendanten mit Haltung zu haben. Das war in anderen Theater, an denen ich engagiert war, durchaus nicht so.
Ich finde es auch gut und wichtig, dass vorne am Theater das Transparent „nie wieder ist jetzt“ hängt, obwohl das erschreckenderweise für Kritik sorgt.

Dass „grosse Teile des Ensembles seinen Führungsstil kritisieren“, wie Kommentar 4 behauptet oder es hier im Ensemble eine generelle Unzufriedenheit mit Kay Kuntze als Intendant gibt, wie jetzt im Stadtrat behauptet wird, kann ich überhaupt nicht bestätigen. Einzelne Nörgler schon, aber wo gibt’s die nicht? Viele von uns freuen sich jedenfalls, dass er bleibt und sind sauer auf die Politik, die in unsere Ferienzeit so viel Unsicherheit gebracht haben. Wir wussten überhaupt nicht Bescheid, ob Kay Kuntze nun gekündigt wurde oder nicht. Es kursierten die wildesten Gerüchte und Sorgen, wie es jetzt auch für jeden einzelnen weitergeht, da Wechsel der Intendanz ja leider immer noch für viele das Ende ihres Engagements bedeutet.
Medienschau Altenburg/Gera: Einsicht
Zuerst halte ich dieses Forum für höchst ungeeignet, um das hier abgebildete Thema zu diskutieren. Nun steht einmal das Interview des Herrn Kuntze hier im Netz. Somit ist es mir wichtig, doch einigen der hier offensichtlich im Eifer abgegebenen Kommentare zu begegnen. @Tom: Der Jahresabschluss 2024 ist deutlich schlechter ausgefallen als geplant: fast 800 T€ minus. Quelle: Beschlussvorlage vom 24.7.25 Nr. 55/2025 Stadtrat Gera (öffentlich einsehbar) @Stachelbeere: die ständige Nichtverlängerung von Künstlern verlangt Herr Zetzsche eben nicht! Im Übrigen ist diese unter der Intendanz von Herrn Kuntze ohnehin seit Jahren geübte Praxis! (aus künstlerischen Gründen) Ich empfehle die Lektüre der Spielzeithefte der letzten Jahre im Vergleich wer im Ensemble engagiert ist. (Ballett, Schauspiel, Musiktheater etc.) Die Fluktuation erfolgt nicht nur auf eigenen Wunsch! Wichtig ist tatsächlich, inhaltliche Fragen von internen Verhältnissen zu trennen. Niemand bestreitet, dass Herr Kuntze ein regional und überregional erfolgreicher Regisseur ist. Doch hinter dem Abglanz im Zuschauerraum und bisher guten Wirtschaftszahlen verbergen sich Missstände, die dem normalen Theatergänger und Politikern verborgen bleiben. Wir sind dankbar dafür, dass Herr Zetzsche die Gespräche mit Mitarbeitern gesucht und geführt hat. Er ist einer der Wenigen, die ihr Aufgabe als Stadtrat und Aufsichtsrat ernst nehmen! Stichworte: permanent überlastete Abteilungen aufgrund der hohen Premieren- und Stückdichte, dadurch Überstunden- und Resturlaubsstau, Verlagerungen von Produktionen an Subunternehmen, gute Stücke werden nach ihrer Premiere viel zu selten wiederholt, etc.. Eine im vergangenen Jahr vom Betriebsrat durchgeführte Mitarbeiterbefragung zur Zufriedenheit am Arbeitsplatz nutzten nur weniger als ein Viertel aller Mitarbeiter, da viele schon resigniert haben: "es ändert sich doch ohnehin nichts" !
Es ist sehr einfach, unbequeme Kritiker in die Schmuddelecke abzuschieben, umso mehr verdient es Respekt, dass wenige sich trauen, die Probleme anzusprechen und den Finger in die Wunde zu legen!
Man könnte auch hinter dem Agieren in Altenburg die Vermutung hegen, man hat alles getan, um den 60 Prozent-Gesellschafter Gera auszumanövrieren. Denn eins muss klar sein: der Altenburger Oberbürgermeister ist seit Längerem über die Lage informiert. Briefe, Berichte an den und im Aufsichtsrat lassen sich dokumentieren.
Medienschau Kay Kuntze: Abschluss
#17
Warum schreiben Sie dann, wenn es Ihrer Meinung nach nicht möglich ist, dass abgebildete Thema zu diskutieren???

Der Jahresabschluss ist nicht schlechter ausgefallen. Sie müssen dabei aber natürlich den von Stadträten und Kreistag genehmigten Wirtschaftsplan 2024 mit der Bilanz 2024 vergleichen.
Medienschau Kay Kuntze: Nachtreten
#16
Die von Zetzsche unterstützte Fraktion ProAltenburg lässt seit Jahren keine Gelegenheit aus, gegen das Theater zu schiessen und zwar prinzipiell, nicht weil sie etwa konkrete Gründe gegen die Qualität von Aufführungen, irgendwelche Ereignisse oder den aktuellen Intendanten hätten. Was hat das mit Schmuddelecke oder Mut zu tun?
Was den Jahresabschluss betrifft, sind Sie falsch informiert. In der Stadtratssitzung ist erläutert worden, dass das GEPLANTE, durch Rücklagen AUSGEGLICHENE Defizit geringer ausgefallen ist, als im Wirtschaftsplan geplant.
Da Sie offenbar über gute Kontakte in den Aufsichtsrat verfügen (oder ihm angehören?) sollten Sie das eigentlich wissen.

Ich verstehe nicht, warum jetzt immer mehr Unwahrheiten und vermeintliche Gründe gegen Kuntze konstruiert werden oder angebliche Inhalte aus Aufsichtsratssitzungen (in anderen Aufsichtsräten unterschreiben die Mitglieder eine Verschwiegenheitsklausel, ist das beim Theater eigentlich anders?) zu internen Prozessen in die Öffentlichkeit gezerrt werden. Was soll das jetzt noch bringen, außer die Stimmung noch weiter zu vergiften? Das grenzt ja inzwischen an Rufmord. Die Sache ist doch längst erledigt. Einige wollten dass Kuntze geht, andere freuen sich, dass er bleibt. Warum jetzt immer weiter nachtreten?

In der letzten Altenburger Stadtratssitzung wurde Kuntze übrigens auch noch einmal mit 20 zu 15 Stimmen bestätigt. Wäre zwar eigentlich auch nicht mehr nötig gewesen, zeigt aber noch einmal, dass es die notwendigen Mehrheiten für eine Absetzung Kuntzes einfach nicht gibt. Und nun raten Sie mal, von wo die 15 Gegenstimmen kamen. Natürlich ProAltenburg und AfD. Das hat nichts mit „in die Schmuddelecke stellen“ zu tun, das sind Fakten.
Medienschau Kay Kuntze: Rolle der Lokalzeitung
Man hätte meinen können, dass die Diskussion um Herrn Kuntze und das Theater Altenburg - Gera nun in ruhigere Fahrwasser gelangt wäre. Mit konstruktiven und lösungsorientierten Diskussionen von Theaterleitung, Betriebsrat, Aufsichtsrat, Stadtrat Gera und Altenburg sowie Kreistag Altenburg, wo möglicherweise auch Missverständnisse ausgeräumt werden könnten.
Nein! da muss die OTZ mit einem - meiner Ansicht nach reißerischem - Beitrag von Petra Lowe die Angelegenheit weiter "köcheln" lassen, ohne auch nur den geringsten Lösungsbeitrag zu leisten. Pikant ist, dass sowohl im ersten als auch im letzten Artikel einer politischen Gruppierung mit Bild und Text eine Bühne gegeben wird, die sowohl in der Vergangenheit (Boykottaufrufe gegen das Theater und das Lindenau-Museum) als auch Gegenwart (Stadtratsbeschluß zum positiven (!) Jahresabschluß des Theaters in Altenburg) keine Gelegenheit ausläßt, das Theater zu torpedieren und die mit der AfD eine traute Allianz bildet.
Ich gewinne langsam den Eindruck, dass hier eine Kampagne betrieben wird und die OTZ sich peu à peu ein BILD-Zeitungs_Image verschaffen will: Nur eine schlechte Nachricht ist eine gute Nachricht (sh. auch Artikel vom 22.Juni 2025 die Fête de la musique betreffend). Das veranlaßt mich, mein jahrzehntelanges Abonnement der OTZ zu kündigen.
Zudem möchte ich meinen Leserbrief an die OTZ auch in diesem Medium zur Kenntnis geben, der inhaltlich auch noch etwas weiter ausgreift.

Leserbrief zu „Böser Fingerzeig auf Gera – und eine ganze Stadt schweigt?“
(OTZ 18.09. 2025)

Ich habe den Artikel unter zwei Aspekten mit gelinde gesagt großer Verwunderung gelesen. Da wird von einem Fraktionsvorsitzenden in offensichtlich voller Unkenntnis der Faktenlage die Forderung aufgemacht (gleichbedeutend mit Vorwurf an das Theater), dass sich das Theater mehr für die Fête de la Musique engagieren sollte. Dazu in Kürze die Fakten zum Engagement des Theaters für das Straßenmusikfest:
- Der damalige Chefdramaturg Felix Eckerle war in die Organisation der 1. „Fête“ 2014 voll integriert und sie wurde vom Philharmonischen Orchester auf dem Markt eröffnet.
- Das Philharmonische Orchester war des weiteren 2015 und 2016 aufgetreten und im Jahr 2017 wurde das abendliche Open-air – Konzert im Hofwiesenpark auf den 21. Juni im Anschluß an die Fête gelegt.
- Das Theater war weiterhin mit Auftritten von Chor und Künstlern 2016, 2022, 2023, 2024 und 2025 vertreten.
- Philharmonische Chor hat 2018 dazu beigetragen, eine andere Veranstaltungsreihe aus der Taufe zu heben - „Adventssingen im Rathaussaal“
Den „Verein Musik für Gera“ verbindet eine enge Zusammenarbeit mit dem Theater, was auch mit Anzeigen in den Spielzeitheften 2023/2024 und 2025/2026 (S. 81) zum Ausdruck gebracht wird: „Fête de la musique trifft Theater“!
Der zweite Aspekt betrifft den Fingerzeig auf Gera. Die Äußerungen Herrn Kuntzes in seinem Interview habe ich als eindeutigen Fingerzeig in Richtung Altenburg verstanden, nicht auf Gera. Den Stadträten in Gera müßte es eigentlich bekannt sein, dass in Altenburg von zwei politischen Gruppierungen seit 10 (!) Jahren in unsäglicher Weise gegen das Theater gehetzt und verleumdet wird bis hin zu Boykottaufrufen. 2017 hatten es die Vorkommnisse dort (rassistische Übergriffe auf Schauspieler) sogar bis in „Die Zeit“ vom 09.02.2017 und ins „Heute Journal“ des ZDF am 25.02. 2017 mit Claus Kleber gebracht.
Hier wäre es angemessen, unser Theater gegen derartige Angriffe zu verteidigen gegen Menschen, die keine noch so absurde Gelegenheit auslassen, um gegen das Theater zu schießen und es zu torpedieren.

Prof. Dr. med. habil. Lothar Hoffmann
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