Medienschau: Presse – Neues von Shakespeares Lover
Das Herz vom Speer durchbohrt
Das Herz vom Speer durchbohrt
10. September 2025. Über Shakespeare und seinen mutmaßlichen Lover spekuliert heute Die Presse im Anschluss an neue literaturwissenschaftliche Indizien.
Dass Shakespeares berühmte Sonette, homoerotischer Natur sind, wird in der Literaturwissenschaft lange schon diskutiert. Die dem jungen Mäzen Henry, dem dritten Earl von Southampton, gewidmeten Gedichte, legen eine engere Beziehung des Schriftstellers zu seinem Mäzen ("schöner Jüngling" / engl. "fair youth" genannt) nahe. Jetzt soll der Zufallsfund eines Medaillons im Hause Southampton die amouröse Verbindung beglaubigen, berichtet Karl Gaulhofer in der Presse.
Southampton habe nach neuester Deutung Shakespeare "als Liebesgabe ein Medaillon mit seinem Porträt geschenkt", schreibt Gaulhofer. Aber Southamptons baldige, von der Familie forcierte Heirat "verletzte den Dichter so tief, dass er später das Bild herausriss und es mit der überkritzelten Rückseite retournierte". Das Porträt war auf einer Herz-Spielkarte angebracht und die besagte Kritzelei zeigt dort – anstelle des übermalten Herzens – eine Schaufel oder einen Speer (engl. spear), wie ihn Shakespeare später in seinem Wappen trug.
Mehr zu der Entdeckung steht in der Analyse der Kunsthistorikerinnen Elizabeth Goldring und Emma Rutherford im Times Literary Supplement, auf die sich der Presse-Bericht stützt.
(presse.com / chr)
- Shakespeares Sonette kamen diesen Sommer in der Regie von Michael Sturminger beim Lausitz-Festival zur Aufführung. Robert Wilson zeigte sie 2009 am Berliner Ensemble, Matthias Hartmann 2012 am Wiener Burgtheater.
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