Medienschau: rbb|24 – Berlins Staatstheater bald privatisiert?

Die Sparwelle rollt weiter

Die Sparwelle rollt weiter

4. April 2025. Das Land Berlin prüft offenbar die Privatisierung seiner Staatstheater. Das berichtet rbb|24 unter Berufung auf internen Emailverkehr im Kultursenat.

Von einer möglichen Privatisierung betroffen wären die landeseigenen Betriebe Volksbühne, Deutsches Theater, Maxim-Gorki-Theater und Theater an der Parkaue, berichtet das rbb-Rechercheteam Nathalie Daiber, Tina Friedrich und Anne Kohlick und stützt sich auf eine E-Mail der parteilosen Kulturstaatssekretärin Sarah Wedl-Wilson. Vorbild seien offenbar Schaubühne und Berliner Ensemble, die als selbstständige gemeinnützige GmbHs geführt werden.

Darüber hinaus prüfe der Senat die Zusammenlegung von Abteilungen zwischen den Theatern. "Denkbar wäre ein Zusammenschluss aller Theaterwerkstätten im bereits bestehenden 'Bühnenservice'", heißt es im rbb-Text. In diesem Bühnenservice lassen viele Theater bereits produzieren. Die Volksbühne hingegen hat eigenständige Werkstätten.

Welche Auswirkungen eine Privatisierung hätte, sei aktuell offen. Theaterbeschäftigte, mit denen der rbb sprach, befürchten, dass es darum gehe, die Angestellten "aus den Tarifverträgen des öffentlichen Dienstes herauszulösen". Die Gewerkschaft Verdi teilte mit, dass mit Personalvertretungen "bislang niemand gesprochen" habe.

Seit 1990 sei der Anteil von privatrechtlich organisierten Theater in Deutschland von 20 Prozent auf 45 Prozent im Jahr 2022 gestiegen, führt der rbb aus. In Berlin sei diese Rechtsform allerdings "mit Insolvenzgefahr konnotiert", seit das Metropol, damals ein Operetten-Theater, 1996 aus dem Landesbesitz an den Sänger René Kollo übergeben wurde und als GmbH bereits ein Jahr später pleite ging.

(rbb|24.de / chr)

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Kommentare  
Medienschau Privatisierung Berlin: Verspäteter Aprilscherz
Hoffentlich nur ein verspäteter Aprilscherz...
Medienschau Privatisierung Berlin: Klug
Wenn das Metropol das Vorbild ist, dann ist das ja durchaus geschickter als das Manöver im Herbst letzten Jahres.
Landesbetrieb -> GmbH + Kürzungsdruck -> Insolvenz = Geld gespart + Schuld liegt beim Theater, das kein attraktives Angebot hat und nicht wirtschaften kann.
Medienschau Privatisierung Berlin: Zweifel
Ein RBB-Recherteam...?! Das ist dann wieder schlecht recherchiert und Krawall.
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