Medienschau: Süddeutsche Zeitung – Es ist eigentlich an den Theatern alles ganz anders
Machtmissbrauch und Kollektiv? Von wegen
Machtmissbrauch und Kollektiv? Von wegen
21. Dezember 2021. In einem sehr schönen und lesenswerten, leider hinter der Bezahlschranke dümpelnden Beitrag nimmt sich Peter Laudenbach in der Süddeutschen der modernen Mythen im deutschsprachigen Theaterbetrieb an. Und klärt auf und demaskiert.
Die Volksbühne in Berlin wird von einem Kollektiv geführt? Von wegen, dort herrscht ärgste Buddy-Wirtschaft. Der Frankfurter Professor Thomas Schmidt kennt sich aus mit Machtmissbrauch am Theater? Meine Güte, wenn Machtmissbrauch schon dann vorliegt, wenn der Intendant zu grüßen vergisst. Die deutschen Theater sind feudale Betriebe von allmächtigen Intendanten (zumeist) geführt? Ach was, im Theater herrscht doch das vier-Augen-Prinzip zwischen Geschäftsführer und Haus-Chef, außerdem sitzen in den unteren Hierarchierängen ja viel mehr Leut' als oben und die "unterwachen" fleißig ihre Herren, sagt Luhmann, sagt Laudenbach. Zum Beitrag in der Süddeutschen (€).
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Nur viel Schweigen....
Natürlich gibt es Arschlöcher in den Theaterbetrieben, die von Führung keine Ahnung haben. Ich meine dabei nicht nur die Intendantinnen und Intendanten selbst. Viele Abteilungsleiter sind Deppen und in der Führung inkompetent. Aber mit Verlaub: das gibt es überall - nicht nur in den Kulturbetrieben. Dass Theater immer die "Guten" sein wollen - auch im Führungsstil - ist daher wenig hilfreich. Dass diejenigen, die außen sind, allerdings von uns fordern, die Guten zu sein, ist verständlich. Es fordert uns auch heraus, darüber nachzudenken, wie man einen Kunstbetrieb gut leitet. Ein "wertebasierter Verhaltenskodex", wie vor kurzem vom Bühnenverein formuliert, setzt da ein richtiges Zeichen. Nur müssen wir diesen Kodex in den Theater auch gut "füllen". Und wichtig: dieser Kodex ist nicht als Einbahnstraße gedacht von "oben nach unten".