Presseschau vom 29. November 2013 – Im Freitag spricht der Kurator Klaus Biesenbach über Christoph Schlingensief
Böse! Deutscher Kurator beleidigt Texaner
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29. November 2013. Für die Wochenzeitung Freitag (28.11.2013, 6:00 Uhr) hat Christine Kappeler mit dem Ko-Kurator der großen Christoph Schlingensief-Retrospektive in den Berliner Kunstwerken, Klaus Biesenbach, gesprochen. Biesenbach ist auch Direktor des New Yorker MoMA PS1, wohin die Ausstellung im Frühjahr 2014 weiterwandert.
Biesenbach erzählt Kappeler interessante Geschichten, wie Schlingensief (durch Biesenbach, na klar) zur Bildenden Kunst kam, was Schlingensief 1999 mit seinen falschen chassidischen Schläfenlocken an der Freiheitsstatue in New Yok anstellte, wie getürkte Fernsehteams ihn, Biesenbach, und Schlingensief vor einer Verhaftung beim Betreten amerikanischen Bodens schützten.
Biesenbach hält Schlingensiefs Aktionen, die im Stadtraum stattfanden, für "extrem wichtig für die USA". Denn dort finde derzeit "eine extreme Überlagerung von Kunstmarkt und Kunst statt". Schlingensief sei "natürlich" "vollkommen jenseits des Marktes" gewesen. Bei ihm gehe es um "einen erweiterten Kunstbegriff", in dem Kunst "gesellschaftliche Verantwortung" wahrnehmen müsse, das sei etwas, "das Christoph in den USA hoffentlich noch mal ins Bewusstsein bringt".
Die "US-Künstler" Allan Kaprow und Abbie Hoffman, sagt Biesenbach, hätten Schlingensief zwar beeinflusst. Doch in den USA sei Abbie Hoffman als "politischer Aktionskünstler richtig kriminalisiert worden". Kunst habe dort "nicht so eine Lobby". Es gebe dort nicht "diese Durchsetzung von Kunst in der Gesellschaft". Ein amerikanischer Politiker könne "fast nicht in ein Museum gehen, denn da könnte etwas sein, das ihm die Wählerschaft in Texas versaut, weil die Leute dort Kunst noch gar nicht buchstabieren können".
(jnm)
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