medienschau
Unsere auswahl ist subjektiv
Presseschau vom 14. Dezember – Chris Dercon gibt der dpa ein Interview zur Zukunft der Volksbühne
"Frag nicht, was Berlin für dich tun kann"
14. Dezember 2016. Der designierte Intendant der Volksbühne Berlin Chris Dercon hat der dpa ein Interview gegeben, aus dem mehrere Medien zitieren, unter anderem der RBB. Im Kern hat es die Botschaft: Dercon möchte ein festes Ensemble für die "neue" Volksbühne. Dafür wolle er "exponierte, bekannte Künstlerinnen und Künstler, aber auch solche, die noch ein Versprechen sind oder deren Star-Charakter sich bereits jenseits der großen Häuser entwickelt hat", rekrutieren. Konkreter wird er nicht.
Presseschau vom 13. Dezember 2016 – die taz analysiert die Debatte um die Münchner Kammerspiele und diagnostiziert falsche Fronten
Mehr Sorgfalt
13. Dezember 2016. "Beflissene wie dampfende Stellungnahmen für und wider Lilienthal umgingen en gros die von der SZ-Kritikerin Christine Dössel angezettelte Qualitätsdiskussion", schreibt Sabine Leucht in der taz (ausgehend von einer Kritik zu Rimini Protokolls "Top Secret International" an den Münchner Kammerspielen) – dabei hätten sich einige Autoren (inklusive Dössel) zu sehr in die Idee verbissen, die Kammerspiele "retten" zu müssen. "Andere wollten offenbar partout nicht in die reaktionäre Ecke gestellt werden und bejahten das 'Experiment' ohne weitere Differenzierung", so Leucht. "Lilienthal selbst hielt nonchalant das Label des Performativen wie ein Schutzschild vor sich, als würde sich Kritik daran von vornherein verbieten, weil es eben 'anders' ist und deshalb per se schon toll."
Presseschau vom 13. Dezember 2016 – Die Neue Zürcher Zeitung spricht mit Matthias Lilienthal über seinen umstrittenen Kurs für die Münchner Kammerspiele
"Überhaupt kein Bruch"
13. Dezember 2016. Er würde nichts anders machen, wenn er "jetzt die Zeit anderthalb oder drei Jahre zurückdrehen könnte", sagt Matthias Lilienthal im Interview mit der Neuen Zürcher Zeitung. Im Rückblick auf seine ersten anderthalb Spielzeiten als Intendant der Münchner Kammerspiele, die zuletzt in die Dauerkritik geraten sind, räumt Lilienthal ein: "Ich hatte ehrlicherweise vonseiten der Zuschauer in der ersten Spielzeit mit stärkeren Reaktionen gerechnet und gehofft, dass die Medien in einer anderen Art und Weise unsere Arbeit übersetzen würden."
Presseschau vom 10. Dezember – Die Süddeutsche Zeitung porträtiert Chris Dercon
"Diese Aggressivität habe ich noch nie erlebt"
10. Dezember 2016. Lange schwieg Chris Dercon, nun, kurz nachdem sein Auftritt in der belgischen Botschaft hohe Wellen schlug, porträtiert Jörg Häntzschel in der Süddeutschen Zeitung (10.12.2016) den designierten Castorf-Nachfolger.
Presseschau vom 9. Dezember 2016 – Deutschlandradio Kultur interviewt den soeben ins Amt getretenen Berliner Kultursenator Klaus Lederer
"Auch Chris Dercon hat zweifelsohne seine Fähigkeiten"
9. Dezember 2016. "Ich werd erstmal mit allen reden und mir die vorliegenden Informationen jetzt erstmal alle auf den Tisch holen", sagt Klaus Lederer im Interview mit Deutschlandradio Kultur auf die "Volksbühnen-Frage". Das sei doch normal, "wenn man so ein Amt antritt, dass man mit allen Beteiligten redet, auch mit den Beteiligten, mit denen seinerzeit nicht geredet worden ist", so Lederer: "Also auch mit den Beteiligten aus dem Theater, aus den Gewerken im Theater, den Schauspielerinnen und Schauspielern, auch der derzeitigen Intendanz".
Presseschau vom 6. Dezember 2016 – die Welt berichtet über einen Abend mit Chris Dercon in der Berliner belgischen Botschaft
Diagnose Identitätssucht
6. Dezember 2016. "Ich weiß nicht, ob ich Berlin noch helfen kann. Willkommenskultur jedenfalls ist etwas anderes", hat der designierte Intendant der Volksbühne Berlin Chris Dercon bei einem Abend in der belgischen Botschaft in Berlin gesagt, berichtet Swantje Karich in der Welt.
Presseschau vom 5. Dezember 2016 – Die Welt und die TAZ kritisieren Berliner Sophiensaele für Zensur einer Inszenierung
Der hat N**** gesagt!
5. Dezember 2016. Die Leitung der Berliner Sophiensaele hat die Inszenierung "Leopardenmorde" der freien Gruppe K.U.R.S.K. nach der ersten Vorstellung aus dem Programm des an ihrem Haus gastierenden Festivals "Freischwimmer" gestrichen. Der Grund: An dem Abend fiel mehrmals der rassistische Ausdruck "Neger".
Presseschau vom 5. Dezember 2016 – Die FAZ kritisiert die Strukturreform in Mecklenburg-Vorpommern scharf
"Kulturelle Grundversorgung"
5. Dezember 2016. Jan Brachmann kritisiert in der FAZ (5.12.2016) die große Strukturreform in Mecklenburg-Vorpommern. Diese sieht u.a. die Fusion des Theater Vorpommern mit seinen Standorten in Stralsund, Greifswald, Putbus auf Rügen mit der Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg / Neustrelitz zum "Staatstheater Nordost" vor.
Presseschau vom 3. Dezember 2016 – Das Hamburger Abendblatt betrachtet die Einkommenssituation der Schauspieler*innen in Deutschland
Was Schauspieler verdienen
3. Dezember 2016. Peter Wenig schreibt im Hamburger Abendblatt (3.12.2016) einen lesenswerten und ausführlichen Artikel über die Einkommenssituation der Schauspieler*innen in Deutschland. Er begleitet den Schauspieler Oliver Warsitz, der im Hamburger Ernst-Deutsch-Theater zwei Diener-Rollen in "Bunbury" spielt.
Presseschau vom 2. Dezember 2016 – Die Berliner Zeitung spricht mit Ulrich Khuon, dem Intendanten des Deutschen Theaters in Berlin
Mehr Mut zum Leisesein
2. Dezember 2016. Für die Berliner Zeitung haben Ulrich Seidler und Dirk Pilz mit dem Intendanten des Deutschen Theaters Ulrich Khuon gesprochen. Über Chris Dercon und die Volksbühne, über die Aufgabe des Theaters in konfrontativen Zeiten, über die Macht der Intendanten.
Presseschau vom 25. November 2016 – Die Berliner Zeitung denkt über die tieferen Ursachen der aktuellen Theaterdebatten nach
Weswegen wird so erbittert gestritten?
25. November 2016. Um das Theater wird gestritten wie lange nicht, schreibt Dirk Pilz in der Berliner Zeitung (25.11.2016 - in der Frankfurter Rundschau ist der Text auch erschienen). Das sei doch im Grunde genommen "eine herrliche Sache". Aber ob es überhaupt um Theater gehe und nicht recht eigentlich doch "um Macht und letztlich auch um Geld"? Denn: "Was als förderungswürdige Kunst und Kultur gilt, ist in jeder Gesellschaft eine Machtfrage." Kulturpolitik entscheide sich immer an der Frage "wer oder was als repräsentativ gelten soll". Ob es das "angeblich Klassische oder das vermeintlich Neue ist, ins Schaufenster der Kultur stellt eine Gesellschaft immer das, worin sie sich wiedererkennt". Genau dieses sei aber "derzeit so ungeklärt wie lange nicht".
Presseschau vom 25. November 2016 – Der Stadtrat München diskutiert über die Kammerspiele, die tz berichtet
Es brodelt
25. November 2016. In einer Sitzung des Stadtrats von München wurde gestern die Neuausrichtung der Kammerspiele diskutiert. Es berichten u.a. die tz und die Süddeutsche Zeitung (SZ). Zunächst wird die leidenschaftlich geführte Debatte, über die wir ausführlich berichteten, zusammengefasst, dann der sozialdemokratische Kulturreferent Hans-Georg Küppers (in der tz) zitiert: "Krise? Nein! Die Kammerspiele sind in einem Veränderungsprozess. Das braucht Zeit. (...) Ich glaube, der Funke wird irgendwann überspringen."
Presseschau vom 24. November 2016 – Die Basellandschaftliche Zeitung zu geplanten Kürzungen am Theater Basel
Umverteilung
24. November 2016. Das Präsidialdepartement Basel will zugunsten der Kaserne Basel beim Theater Basel sparen. Das berichtet die Basellandschaftliche Zeitung (18.11.2016). Die Zeitung zitiert einen Ratschlag der großrätlichen Bildungs- und Kulturkommission, der die Regierung mit folgenden Worten wiedergibt: "Der Regierungsrat plant die Beitragserhöhung an die Kulturwerkstatt Kaserne ab der Spielzeit 2019/20 teilweise beim Theater Basel zu kompensieren."
Presseschau vom 23. November 2016 – Laurie Penny im New Statesman zu "Hamilton" und politischem Theater in Trump-Zeiten
"A culture at war with itself"
23. November 2016. "Dissent is delegitimised when artists cannot challenge authority", – wenn Künstler Autoritäten nicht herausfordern dürfen, delegitimiert das die politische Auseinandersetzung, schreibt die britische Bestseller-Autorin und feministische Aktivistin Laurie Penny im New Statesman zur aufgeheizten Diskussion infolge der Broadway-Ereignisse vom Wochenende, als der designierte US-Vizepräsident Mike Pence als Zuschauer des Musicals "Hamilton" erst vom Publikum ausgebuht und dann von der Bühne aus mit politischer Message direkt angesprochen wurde (Donald Trump äußerte sich später auf Twitter und verlangte eine Entschuldigung).
Presseschau vom 22. November 2016 – Die Berliner Zeitung rüffelt die neue Berliner Kulturpolitik
Berliner Bananenrepublik
22. November 2016. In der Berliner Zeitung rollen Jens Balzer und Christian Schlüter mit den Augen, weil der designierte Berliner Kultursenator Klaus Lederer angekündigt hatte, die Personalie Chris Dercon – der 2017 die Berliner Volksbühne übernehmen soll – zu prüfen. Und sie ziehen Schlüsse: "Die Koalition ist sich einig, Müller zieht einen klaren Strich unter die Renner-Ära und nimmt die massive Beschädigung von Dercon in Kauf."
Presseschau vom 18. November 2016 – Chefdramaturg der Münchner Kammerspiele wirft Kritikern Stimmungsmache vor
Etikettenschwindel?
18. November 2016. In einem Interview mit der FAZ (18.11.2016) nimmt Benjamin von Blomberg, Chefdramaturgen der Münchner Kammerspiele, Stellung zur Kritik am Kurs des Hauses unter Intendant Matthias Lilienthal. Diese sei "aus heiterem Himmel" gekommen.
Presseschau vom 17. November 2016 – Die Badische Zeitung berichtet von drohendem Renten-GAU am Theater Freiburg
Bedrohliche Renten
17. November 2016. Einem Bericht der Badischen Zeitung (17.11.2016) zufolge, droht dem Theater Freiburg eine Nachzahlung von bis zu zwei Millionen Euro an Rentenbeiträgen. Die Rentenversicherung fordert nach mehreren Prüfungen Sozialbeiträge für Künstler, die als Gäste am Theater arbeiteten.
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