medienschau
Unsere auswahl ist subjektiv
Presseschau vom 27. April 2012 – die taz über einen "neuen Akt im Drama 'Ernst Busch'"
Millionen versenken
27. April 2012. Der geplante Neubau für die Berliner Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" steht wieder auf der Kippe, berichtet Esther Slevogt in der taz.
Presseschau vom 27. April 2012 – Interview mit René Pollesch im SZ-Magazin
Wider den Selbstbetrug
27. April 2012. Im Interview mit Tobias Haberl, das das SZ Magazin heute veröffentlicht, raucht René Pollesch Kette und erklärt, warum er nicht glaubt, dass die Liebe das geeignete Instrument ist, um die Menschen zusammenzubringen: "Ich glaube, dass die Liebe uns eher trennt. Sie hat keinen Gebrauchswert. Wir schaffen es nicht, durch die Liebe zu einer Gemeinschaft zu kommen, die mehr ist als bloße Geselligkeit." Die Liebe sei außerdem sowieso aus der Mode gekommen "in einer Gesellschaft, in der keiner mehr raucht und alle Fahrradhelme tragen" und in der alle so lange leben wollen wie möglich, denn: "Der Liebende will kein langes Leben, er will das große Gefühl." Auch die Verbindlichkeit sei in der Nichtraucher-Fahrradhelmträger-Gesellschaft "keine Kategorie mehr". "Verbindliche Menschen gelten als langweilig."
Presseschau vom 26. April 2012 – Die SZ und die taz berichten über Uwe Eric Laufenbergs Rücktritt als Intendant der Oper Köln
Lottospiel
26. April 2012. Die Streitigkeiten schwelen schon seit längerem. Mit der Spielplanpressekonferenz der Kölner Oper für 2012/13 wurde aber nun bekannt, dass Intendant Uwe Eric Laufenberg hinwirft und im August 2013 sein Amt aufgeben wird. Über die Causa berichten heute die Süddeutsche Zeitung und die taz.
Presseschau vom 25. April 2012 – Unklarheit über die Förderung Freier Theater in Sachsen-Anhalt
Soll hier jemand ausgehungert werden?
25. April 2012. Maria Böhm schlägt angesichts der Lage der freien Theaterszene in Sachsen-Anhalt in der Mitteldeutschen Zeitung (17.04.2012) Alarm.
Presseschau vom 23. April 2012 – Im Tagesspiegel spricht Schauspieler Michael Klammer über Blackfacing und Rassismus
Wer ist hier falsch besetzt?
Berlin, 23. April 2012. In einem Interview mit Peter Laudenbach im Tagesspiegel spricht Michael Klammer, Schauspieler am Maxim Gorki Theater, über die Blackfacing-Debatte. Die schwarzen Masken der Schauspieler in Michael Thalheimers Unschuld-Inszenierung am Deutschen Theater sind für ihn kein Problem: "So stark, wie die beiden Schauspieler geschminkt sind, hat das eine klare Zeichenhaftigkeit. Es symbolisiert die Fremdheit der Figuren. Theater muss mit solch artifiziellen Mitteln arbeiten dürfen."
Presseschau vom 22. April 2012 – Christine Wahl überprüft im Tagesspiegel aktuelle Ibsen-Lesarten
Mächtige Ibsen-Welle
Berlin, 22. April 2012. "Ibsen scheint seinen russischen Kollegen Tschechow als Diskurs-Dramatiker der Stunde abzulösen", schreibt Theatertreffen-Jurorin Christine Wahl im Berliner Tagesspiegel (22.4.2012). Zeit also, die neue "mächtige Ibsen-Welle" in einem längeren Essay etwas ausgiebiger in Augenschein zu nehmen.
Presseschau vom 14. April 2012 – Süddeutsche Zeitung berichtet über einen Besuch im Freedom Theatre im palästinensischen Dschenin
Nach dem Mord
14. April 2012. Mounia Meiborg schreibt in der Süddeutschen Zeitung (14.4.2012) über das Freedom Theatre im Flüchtlingslager von Dschenin, im Westjordanland.
Presseschau vom 14. April 2012 – Die Aachener Zeitung über Schauspielerarmut
Ein Tabu-Thema?
14. April 2012. "In wohl kaum einem anderen Beruf herrscht ein solch krasses Missverhältnis zwischen öffentlicher Wahrnehmung und alltäglicher Realität, zwischen dröhnendem Applaus und drohender Armut," schreibt Jenny Schmetz in der Osterausgabe der Aachener Zeitung (wo wir ihn erst heute entdeckt haben). Wer, so Schmetz, denke nicht zuerst an Glamour, Fans und Autogramme, wenn er hören würde: 'Ich bin Schauspielerin'? "Klingt ja auch eindeutig aufregender als 'Ich bin Sachbearbeiterin'."
Presseschau vom 13. April 2012 – Die Berliner Zeitung hält es für eine Falschmeldung, dass das Grips Theater pleite geht
Falscher Alarm
13. April 2012. Das Grips Theater stehe vor der Pleite, beginnt die Pressemitteilung des Theaters, wird überall getitelt. So eine Behauptung sichere Aufmerksamkeit, "falsch ist sie trotzdem", schreibt Birgit Walter heute in der Berliner Zeitung.
Presseschau vom 12. April 2012 – Der Tagesspiegel über das von der Insolvenz bedrohlte Berliner Grips Theater
Seinen Sinn verloren
12. April 2012. Als in den vergangen Wochen vollkommen realitätsfern über einen angeblichen Infarkt der Kultur diskutiert wurde, sei mächtig pauschalisiert aber nicht richtig hingeschaut worden, schreibt Rüdiger Schaper heute im Berliner Tagesspiegel, und weist auf das von der Insolvenz bedrohte Berliner Grips Theater hin. (siehe auch die Meldung auf nachtkritik.de). Es sei viel von Übersättigung und fetten Staatskunstapparaten die Rede gewesen. Tatsächlich operiere manch staatlich subventioniertes Theater längst am unteren Rand. Das prekär finanzierte Grips Theater zum Beispiel.
Presseschau vom 7. April 2012 – Die Berliner Zeitung über eine mögliche Intendanz Nicolas Stemanns am Maxim Gorki Theater Berlin
Spiel- und Denkstätte
7. April 2012. Dem Vernehmen nach hat Nicolas Stemann gute Aussichten, Intendant am Berliner Maxim Gorki Theater zu werden, schreibt Dirk Pilz in der Berliner Zeitung (7.4.2012). Auch wenn seinen Informationen zufolge bisher noch kein Vertrag unterschrieben worden ist. Mit Blick auf Nicolas Stemanns offenes Arbeitsprinzip, die Verschränkung der Genres und Gedankenwelten in dessen Arbeiten, ist diese Aussicht Anlass für Pilz, die Zukunft von Berlins kleinstem Stadttheater in den rosigsten Farben zu malen.
Presseschau vom 5. April 2012 – Die Welt über die theatertraditionellen Unterschiede zwischen Frankreich und Deutschland
Ideologisch suspekt
5. April 2012. Anlässlich des eben zuende gegangenen Pariser Theaterfestivals "Paris-Berlin", mit dem sich Théâtre de l'Odéon-Intendant Olivier Py in Richtung Avignon verabschiedet hat, schreibt Johannes Wetzel in der Welt über die deutsch-französischen Theater-Beziehungen.
Presseschau vom 2. April 2012 – Die Mitteldeutsche Zeitung über den Fall ihres Kritikers Andreas Hillger
Kulturfilz oder reines Gewissen
Die Mitteldeutsche Zeitung (MZ) ist in ein schiefes Licht geraten, als Anfang letzter Woche bekannt wurde, dass ihr Theaterkritiker Andreas Hillger unter Pseudonym Theaterstücke verfasste, die nicht zuletzt in der MZ besprochen wurden, und deren Regisseure Hillger selbst auch weiterhin rezensierte. Die Chefredaktion will davon nichts gewusst haben. Die MZ hat daraufhin Joachim Frank, den ehemaligen Chefredakteur der Frankfurter Rundschau, beauftragt, den Fall zu untersuchen. In der Ausgabe vom 31.3.2012 hat Joachim Frank nun unter der Überschrift In eigener Sache die Ergebnisse seiner Recherchen vorgelegt.
Presseschau vom 25. März 2012 – Umfrage: Wie viel Interkulturalität leistet sich das deutsche Theaterwesen?
Am Ende fehlt die Auswahl?
25. März 2012. Es gäbe kaum Schauspieler, Intendanten, Dramaturgen oder Regisseure mit ausländischen Wurzeln, moniere Nurkan Erpulat ("Verrücktes Blut"), schreibt dpa. Das deutsche Theater versäume es, die interkulturelle Wirklichkeit auch im eigenen Betrieb abzubilden, meinen Kritiker. dpa hat in dieser Sache eine Umfrage gemacht, die Halterner Zeitung (22.3.2012) hat sie abgedruckt, die Süddeutsche Zeitung zog nach (23.3.2012).
Presseschau vom 23. März 2012 – Die taz über Blackfacing-Diskussion am Deutschen Theater Berlin nach der Vorstellung von "Unschuld"
Whitefacing ist kein Gegenmittel
23. März 2012. 70 Zuschauer sind am Mittwochabend im Deutschen Theater Berlin zum Publikumsgespräch geblieben nach der Vorstellung von Unschuld, in der erstmals darauf verzichtet wurde, die Gesichter schwarz zu malen. Dass sich Andreas Döhler stattdessen weiß anpinselte, heizte die Debatte hinterher nochmal an, wie Joanna Itzek heute in der taz Berlin berichtet.
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