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Berliner Theaterhistoriker Paul S. Ulrich verstorben
Der Theaterhistoriker Paul S. Ulrich (1944–2023) © Frank-Rüdiger Berger
2. November 2023. Der Berliner Theaterwissenschaftler Paul S. Ulrich ist tot. Wie die Gesellschaft für Theatergeschichte in einer Presseaussendung mitteilt, starb Ulrich bereits am 29. Oktober 2023 im Alter von 79 Jahren nach schwerer Krankheit, "mitten in den Vorbereitungen zu neuen Publikationen".
1944 in den USA geboren und seit 1970 in Berlin wohnhaft, erschloss der Theaterhistoriker fünfzig Jahre lang Quellen zur Geschichte des deutschsprachigen Theaters vom 18. bis zum 20. Jahrhundert. So erfasste er etwa die biographischen Daten von über 100.000 Theaterleuten des deutschsprachigen Raumes, um sie als Buch sowie als CD-ROM zu publizieren. Zudem baute er die umfangreichste Sammlung von Theater-Almanachen und -Journalen auf und erschloss die darin erhaltenen Informationen in der gerade im Abschluss befindlichen Reihe "Topographie und Repertoire des Theaters". Gemeinsam mit dem Don Juan Archiv in Wien machte Ulrich ferner die Theater-Journale im Internet zugänglich.
Paul S. Ulrich trug damit zu einer beträchtlichen Wissenserweiterung rund um die Kunstgattung Theater bei. Er gehörte dabei keiner Universität an, sondern arbeitete bis zu seiner Pensionierung hauptberuflich als Bibliothekar für die Amerika Gedenkbibliothek / Zentral- und Landesbibliothek Berlin. Seit 2005 leitete er außerdem die Gesellschaft für Theatergeschichte in Berlin.
Seine sämtlichen Datensammlungen übergab Paul S. Ulrich der Theaterwissenschaftlichen Sammlung der Universität Köln, welche sie öffentlich zugänglich machen wird.
(Gesellschaft für Theatergeschichte / cwa)
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