meldung
Gagensteigerung für künstlerische Bühnen-Mitarbeiter
Mehr Geld
Köln / Berlin / Hamburg, 18. Mai 2016. Der Deutsche Bühnenverein als Arbeitgeberverband der Theater und Orchester hat sich am vergangenen Wochenende mit den Künstlergewerkschaften GDBA (Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger), VdO (Vereinigung deutscher Opernchöre und Bühnentänzer) sowie DOV (Deutsche Orchestervereinigung) auf eine Gagensteigerung für die an den Stadttheatern, Staatstheatern und Landesbühnen beschäftigten künstlerischen Mitarbeiter verständigt.
Wie der Deutsche Bühnenverein meldet, werden die Gagen zum 1. März 2016 für die Theater und Orchester in der Trägerschaft eines Landes um 2,3 Prozent, mindestens aber um 75,- Euro erhöht, für die Theater und Orchester in kommunaler Trägerschaft um 2,4 Prozent.
Der Abschluss entspricht den Lohnerhöhungen des öffentlichen Dienstes. Dieser Lohnabschluss gilt für etwa 24.000 künstlerische Mitarbeiter der Theater und Orchester, vor allem Schauspieler, Sänger, Tänzer, Musiker, aber auch Dramaturgen, Inspizienten sowie Bühnentechniker mit überwiegend künstlerischen Aufgaben.
(Deutscher Bühnenverein / geka)
mehr meldungen
meldungen >
- 20. April 2026 Kleist-Preis an Thomas Melle
- 17. April 2026 Kunststiftung Sachsen-Anhalt warnt vor nationalistischer Kulturpolitik
- 16. April 2026 Göttingen: Schauspielerin Thyra Uhde gestorben
- 16. April 2026 Salzburg: Ex-Festspielpräsident Heinrich Wiesmüller gestorben
- 16. April 2026 Konstanz: Intendantin Karin Becker verlängert
- 15. April 2026 Preisjurys der Mülheimer Theatertage 2026
neueste kommentare >
-
Burn, Baby, Burn!, Hannover Hingehen
-
Moskitos, Karlsruhe Kritiker gesucht
-
Süßer Vogel Jugend, Frankfurt Schauspielarrangement
-
Nach dem Leben, Nürnberg Ein Highlight
-
Deutsche Märchen, Leipzig Erfolgssträhne
-
Hermann Nitsch Danke
-
Deutsche Märchen, Leipzig Doppelerfolg
-
Thyra Uhde Tiefstes Mitgefühl
-
Wokey Wokey, München Virtiosität schlägt Inhalt
-
Frauenliebe und - sterben, Hamburg Leichte Irritation


Allerdings wird diese "Steigerung" durch exorbitante Mieterhöhungen in den Ballungsräumen längst aufgefressen. Es ist also nur eine Inflationsanpassung.
Die STRUKTUR allerdings der Gagen, die stimmt einfach nicht mehr. Wenn diejenigen, die für das Publikum am erkennbarsten sind am Ende der Gagenlisten rangieren, dann ist schon längst der Karren in den Dreck gefahren.
Früher hatte ein Stadttheater 24 und mehr Solisten, die sich auch gegenseitig aushelfen konnten. Daher gab es allerdings für den einzelnen Solisten nicht ganz so viel Geld, war er doch auch längst nicht in jeder Produktion vertreten, konnte gut gastieren. Und wurde auch beschäftigt, wenn er nicht mehr dreißig war.
Heute bestehen "Ensembles" teils aus 8 Sängern. Die schlechte Bezahlung (bei vollem Beschäftigungsrisiko!) ist geblieben, die Arbeitsbelastung allerdings hat sich vervielfacht. Das ist Raubbau, das ist ein krankes System.
Lächerlich, wenn der Chorist oder Orchestermusiker mehr verdient als die Solisten am Haus! Oder wenn der Techniker mehr verdient als der Schauspieler! (beides ist in der Regel der Fall)
Wie gesagt - ein krankes, durch und durch ungerechtes System.
Diese "Steigerungen" kosten mich als Intendanten also keinen Cent mehr. Ich kann sie geschmeidig durch Neu-Einstellungen umgehen (sind ja alles Zeitverträge). Oder ich engagiere Gäste.
Ja, ein krankes System. Wir brauchen eine Strukturveränderung. Und die Gewerkschaften sind scheinbar so schwach, dass diese vom Bühnenverein ausgehen muss. Da kann man ja nur auf die "Nach-Bolwin-Ära" hoffen.
die tarifsteigerung gilt natürlch für alles personal, das auf nv bühne beschäftigt ist - also auch für fest angestellte bühnen- und kostümbildner. sie gilt natürlich nicht für freischaffende bühnen- und kostümbildner, die selbständig auf werkvertrag eine produktion betreuen.
Lieber Starkult,
ich kenne keinen Techniker, der für 1.765 Euro die Bühne betreten, geschweige denn einen Handschlag machen würde. Der Unterschied der gemittelten Gehälter und Gagen beträgt im Schnitt 20 % zwischen
Schauspielern, Tänzern, Sängern und
Technikern, Verwaltung, Chor und nochmals zu
Orchester.
Erst wenn die Gehälter der Gruppe ganz unten und ganz oben an die der Technik und der Verwaltung angeglichen worden sind, können Sie von einem gegenseitigen Ausspielen schwafeln. Wenn Sie Techniker sind, können Sie Ihre Kollegen in der Sonntagsschicht (plus 25% Zuschläge, die ein Schauspieler nicht bekommt), doch bitten, jeden Monat 300 Euro in eine Solidaritätskasse zu stecken, um Gerechtigkeit herzustellen.
Und ja, es ist eine Sauerei, dass die Mindestgage nicht erhöht worden ist. Wir hatten mit einer Geste gerechnet, damit, dass die Gage auf 2000 erhöht wird. Aber hier wird noch einmal klar, wie wenig das die Intendanten und Funktionäre des Bühnenvereins-ZK interessiert. Aber wenn ein Schauspieler schnell einspringen und eine Vorstellung retten soll, dann wird gesäuselt davon, dass wir nicht auf Dich verzichten können, liebe X, lieber Y.
Mensch, GDBA, wach auf, tu was! Diese Verhandlungen sind ein Armutszeugnis. Der Bühnenverein nimmt euch doch gar nicht ernst.
Geht mit 5 oder 6% ins Rennen und knallt eine Pressemitteilung raus. Dann steht das in der Luft, damit wir ein Gefühl bekommen, Ihr tut etwas für uns. Und Bühnenverein, schämt Euch!
Die Mindestgage ist mit dem Passus "mindestens 75 EUR" gedeckt. Sie erhöht sich also auf 1.840 EUR. Jedenfalls dann wenn es hier so ist, wie in allen anderen Tarifrunden aller anderen Branchen. Ich sehe in der Pressemitteilung der GDBA allerdings gar keinen Hinweis auf ein anderes Vorgehen.
Nein, das stimmt nicht. Die Mindestgage bleibt bei 1.765 Euro. Die Tarif"erhöhung" gilt nur für Leute, die JETZT SCHON einen Vertrag haben. Für alle Neu-Einstellungen bleibt die Untergrenze bei 1.765 Euro.
Die Dynamisierung der Mindestgage parallel zu den Tariferhöhungen ist eine jahrzehnte-alte Forderung von sozial eingestellten Kolleg*innen (ich sage ausdrücklich nicht: "der Gewerkschaften"). Wenn wir diese Dynamisierung in den letzten 20 Jahren gehabt hätten, läge die Mindestgage längst schon über 2.500 Euro. Aber der Bühnenverein blockt hier ab. Und die GDBA hat weder Interesse noch Power, solche Forderungen duchzusetzen. Die schwadronieren lieber über den Untergang des Stadttheatersystems und machen sich dann in den einzelnen (Ost-)Theatern als "Retter" wichtig, indem sie einen Haustarifvertrag nach dem anderen verhandeln, anstatt klare Kante zu zeigen wie z.B. die DOV.