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Heidelberg: Bernadette Sonnenbichler wird Intendantin
Die künftige Heidelberger Intendantin Bernadette Sonnenbichler © Sandra Then
28. November 2024. Wie die Rhein-Neckar Zeitung meldet, wird die Regisseurin Bernadette Sonnenbichler ab der Spielzeit 2026/27 neue Intendantin am Theater Heidelberg. Die Personalie, die das Ergebnis einer Sitzung des Heidelberger Gemeinderats vom gestrigen Mittwochabend darstellt, wurde gegenüber nachtkritik.de vom Theater bestätigt.
Sonnenbichler folgt damit auf Holger Schultze, der seit 2011 in Heidelberg als Intendant wirkt. Mit der 1982 in München geborenen und am Max Reinhardt Seminar in Wien ausgebildeten Regisseurin wird damit erstmals eine Frau an der Spitze des Heidelberger Theaters stehen. Sonnenbichler soll laut RNZ mit dem seit 2020 in Heidelberg arbeitenden Kaufmännischen Direktor Thomas Eisenträger eine Doppelspitze bilden.
Seit einer Tätigkeit als Assistentin am Schauspielhaus Graz zwischen 2006 und 2008 arbeitet Bernadette Sonnenbichler als Regisseurin für Theater und Rundfunk, u. a. für das Schauspiel Stuttgart, Berliner Ensemble, Schauspiel Frankfurt, Residenztheater München, Staatstheater Nürnberg, Schauspielhaus Graz und das Theater Aachen. Am Düsseldorfer Schauspielhaus ist sie seit der Spielzeit 2016/17 Hausregisseurin und seit Beginn des Jahres 2022 Oberspielleiterin. Auch am Theater Heidelberger hat sie in der Vergangenheit bereits zweimal inszeniert, zuletzt im März dieses Jahres "Die Reise des G. Mastorna" nach Federico Fellini. Auch als Hörspielregisseurin ist Bernadette Sonnenbichler vielfach ausgezeichnet worden.
Zur rund 20-köpfigen Findungskommission, die seit Ende Juni mit der Neubesetzung der Intendanz befasst war, gehörten laut RNZ "Mitglieder des Gemeinderats, die Spitze des Personalamts, mehrere Delegierte des Theaters mit zusammen einer Stimme, die Sozialbürgermeisterin Stefanie Jansen als Gleichstellungsbeauftragte der Stadt sowie eine Gruppe externer Experten". Eingegangen seien rund 60 Bewerbungen, unter denen sich Bernadette Sonnenbichler durchgesetzt habe. Es wird erwartet, dass sie ab Mitte 2025 die vorbereitende Arbeit zu ihrer Intendanz aufnimmt.
(RNZ / Theater Heidelberg / jeb)
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ich glaube, sie haben recht und unrecht.
Was ist seriös? Wer entscheidet das?
Ich glaube sehr gut zu verstehen, was sie meinen. Seriös im Sinne von, mensch lernt das nötige Handwerk für den Job nach und nach, reift als Persönlichkeit, gewinnt die Einsicht, dass Leitung dafür da ist viele andere zum Strahlen zu bringen und nicht sich selber selbstherrlich alles zu nehmen, was geht, mensch übernimmt nach und nach mehr Verantwortung z.B. in Positionen wie Chefdramaturgie oder Oberspielleitung, lernt am Beispiel erfahrener Amtsträger*innen (im Guten wie im Schlechten natürlich) und DANN geht mensch daran sich selbst für diese Position befähigt zu sehen und bewirbt sich darauf und wird DANN wohlmöglich auch berufen. Ja, das ist wirklich schön. Und nicht so oft zu haben aktuell.
Ich würde sagen, weil diese Definition von Seriösität für Kulturpolitiker*innen nicht mehr einen so hohen Stellenwert hat. Das pic mit der jungen, angesagten Person, bei der die Kulturpolitik sich "aber echt was getraut hat" ist einfach zu, zu reizvoll. Was die Mitarbeiter*innen dann infolge über Jahre alles aushalten müssen, weil ein*e Praktikantin in Leitungsfunktion mit u.U. heftig mangelnder fachlicher wie persönlicher Reife anrichtet, ist den Verantwortlichen dann häufig einfach sch***egal. Mitarbeiter*innen können in Scharen beschädigt gehen, im Theater kommt immer irgendwer nach, denken sich scheinbar diese Politiker*innen. Pics machen sie aber auf jeden Fall jedes Jahr immer mal wieder und zack stehe sie innovativ und auch nicht mehr so angreifbar in ihrer sonstigen Amtsführung dar. Wie schön. Für sie. Das ist auch eine Form von Seriösität. Seriöse, zeitgemäße Machtsicherung auf dem Rücken vieler Mitarbeiter*innen. [Es kann natürlich auch gutgehen, nur leider fehlen mir gerade die realen Beispiele]
Bernadette Sonnenbichler ist mit ihrer langjährigen Erfahrung als Düsseldorfer Oberspielleiterin eine wirklich seriöse Wahl im ersten Sinne für diese Intendanz und dann, was überhaupt nicht notwendig ist, finde ich, ist sie auch noch eine sehr gute Regisseurin. Bravo Heidelberg!