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Schauspiel Dresden: Gemälde aus Ahnengalerie entfernt
Irena Rüther-Rabinowicz: "Antonia Dietrich", nach 1945 © Städtische Sammlungen Freital
11. April 2024. Das Staatsschauspiel Dresden entfernt das Gemälde "Antonia Dietrich" des Malers Wolfgang Willrich (1897–1948) aus seiner Ahnengalerie, wie das Haus selbst mitteilt. Das 1928 entstandene Bild porträtiert ein Ehrenmitglied des Hauses. Der Maler Wolfgang Willrich war ein Vertreter der nationalsozialistischen Kunstpolitik und war unter anderem maßgeblich an der Ausstellung "Entartete Kunst" 1937 in München beteiligt.
"In Vorbereitung der Ausstellung 'Irena Rüther-Rabinowicz – Jahrhundertzeugin' vom 13. April bis 18. August 2024 in der Städtischen Galerie Dresden machte uns der Kurator Dr. Johannes Schmidt im Januar auf die Biografie des Malers aufmerksam. Dieser wertvolle Hinweis gab nicht nur Anstoß für eine Provenienzrecherche, sondern auch für eine interne Auseinandersetzung im Umgang mit Kunstwerken aus der NS-Zeit", schreibt das Staatsschauspiel in seiner Presseaussendung. "Willrich war fanatischer Vertreter der NS-Kunstpolitik. Darüber hinaus wird sein NS-geprägter künstlerischer und politischer Nachlass von privaten Personen weiter für die Vermittlung von nationalsozialistischen Ideologien eingesetzt."
Als Ersatz für das Willrich-Gemälde stellt das Staatsschauspiel Dresden in seiner Ahnengalerie künftig eine Reproduktion des Bildes "Schauspielerin Antonia Dietrich" von der jüdischen Künstlerin Irena Rüther-Rabinowicz aus. Die Städtischen Sammlungen Freital habe die Reproduktion genehmigt. Das Gemälde von Wolfgang Willrich werde bis auf Weiteres im Depot verwahrt werden.
(Staatsschauspiel Dresden / chr)
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