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Urteil im Prozess Adèle Haenel gegen Christophe Ruggia

3. Februar 2025. Ein französisches Gericht hat den Filmregisseur Christophe Ruggia des sexuellen Missbrauchs der Schauspielerin Adèle Haenel schuldig gesprochen. Der Missbrauch fand statt, als die Schauspielerin minderjährig war. Ruggia wurde zu einer vierjährigen Gefängnisstrafe verurteilt, zwei davon auf Bewährung. 

Der Fall war einer der ersten #MeToo-Fälle in der französischen Kulturlandschaft. Haenel ging früh an die Öffentlichkeit mit dem Vorwurf an Ruggia, sie während der Dreharbeiten zum Film “Les Diables” (“Die Teufel”) mehrfach missbraucht zu haben. Die Dreharbeiten fanden im Jahr 2001 statt, als Haenel 12 und Ruggia 36 Jahre alt war. 

Haenel stieg im Zuge der öffentlichen Verhandlung des Falls komplett aus dem Filmgeschäft aus und konzentrierte sich aufs Theater. 2024 war sie mit Gisèle Viennes “Extra Life” zum Berliner Theatertreffen eingeladen.

(New York Times / sd)

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Kommentare  
Urteil gegen Christophe Ruggia: Bewunderung
Ich verneige mich vor Adèle Haenel, einer großartigen Schauspielerin, und insbesondere einer Künstlerin, die nicht auf roten Teppichen und in Interviews von "daiwööhrs" und "dschender" redet, sondern die wirklich etwas tut. Ich wünschte mir, deutsche Kolleginnen hätten den gleichen Mut und würden all die grapschenden Regisseure zumindest mal öffentlich nennen.

Wie ihre Figur im größten Liebesfilm aller Zeiten sagt: "Am Ende gewinnt immer die Wut."
Urteil Christophe Ruggia: Wichtiger Beitrag
Gut dass der Mann endlich verurteilt wurde.
Adele Haenel hat mit ihren klaren Worten und ihrer Bereitschaft, sich dafür nochmals ins Rampenlicht zerren zu lassen, einen wichtigen Beitrag dazu geleistet. Tatsächlich würde ich mir für Deutschland auch eine etwas kritischere Debatte wünschen.
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