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Rimini Protokoll übernimmt Schlingensief-Gastprofessur in Bochum

Simulation Europa

Bochum, 10. Februar 2015. Das Dokutheaterkollektiv Rimini Protokoll (Helgard Haug, Stefan Kaegi, Daniel Wetzel) übernimmt ab dem Sommersemester die erste Christoph-Schlingensief-Gastprofessur am theaterwissenschaftlichen Institut der Ruhr Universität Bochum. Das melden verschiedene Medien. Mit der neuen Stiftungsprofessur will die landeseigene Kunststiftung NRW die Szenische Forschung unterstützen.

Finanzierung der Augsburger Theater-Sanierung unklar

Hilfe vom Freistaat?

Augusburg, 5. Februar 2015. Die lange geplante Sanierung des Augsburger Stadttheaters wird offenbar teurer als zunächst gedacht. Laut Augsburger Allgemeine schätze der Kulturausschuss die Sanierungskosten für das große Haus jetzt auf 118 Mio. Euro, inklusive Werkstätten und Probenbühnen auf 200 Mio. Euro. Da die Stadt so viel Geld aus eigener Kraft nicht aufbringen könne, sei die Finanzierung der dringend nötigen Sanierung unklar.

Baseler Kulturförderpreis 2015 zum dritten Mal vergeben

Zukunftweisende Künstlerpersönlichkeiten

4. Februar 2015. Der Kulturförderpreis von Basel Stadt geht 2015 an das Kollektiv Firma für Zwischenbereiche (FfZB). Das teilt die Stadt auf ihrer Internetseite mit. Die FfZB realisiert, führt die Mitteilung aus, in unterschiedlichen Konstellationen Projekte an der Grenze zwischen Theater und Vermittlung. Zum Kernteam werden die Theaterfrauen Milena Meier, Eva Rottmann und Ute Sengebusch sowie die Szenografin Martina Ehleiter und die Medienkünstlerin Olivia Suter gezählt.

Preise beim Reutlinger Monospektakel-Festival

Das Für und Wider der Parallelwelten

4. Februar 2015. Im Reutlinger Theater Die Tonne ging am vergangenen Sonntag das Solo-Festival "Monospektakel" mit einer Preisvergabe zu Ende. Das berichtet das Online-Portal der Südwest Presse. Eine siebenköpfige Jury wählte dem Bericht zufolge unter den sieben eingeladenen Stücken drei Preisträger aus. Platz eins wurde dem Stück "Ben X" des belgischen Autors Nic Balthazar zuerkannt, einer Produktion des Theaters an der Glocksee in Hannover. Der Schauspieler Jonas Vietzke, der den Preis als Darsteller der Titelrolle entgegennahm, ist auch künstlerischer Co-Leiter des Theaters.

Einladungen zum Theatertreffen 2015

Die Allerbemerkenswertesten

Berlin, 2. Februar 2015. Zum Theatertreffen 2015 sind von insgesamt 36 diskutierten diese zehn Produktionen eingeladen:

1. Common Ground
Maxim Gorki Theater Berlin, Regie: Yael Ronen
Nachtkritik vom 14. März 2014

2. die unverheiratete
Burgtheater Wien, Regie: Robert Borgmann
Nachtkritik vom 14. Dezember 2014

3. John Gabriel Borkman
Schauspielhaus Hamburg, Regie: Karin Henkel
Nachtkritik vom 21. September 2014

4. Atlas der abgelegenen Inseln
Schauspiel Hannover, Regie: Thom Luz
Nachtkritik vom 21. September 2014

5. Warten auf Godot
Ruhrfestspiele / Deutsches Theater Berlin, Regie: Ivan Panteleev
Nachtkritik vom 5. Juni 2014

6. Die Schutzbefohlenen
Theater der Welt / Thalia Theater Hamburg, Regie: Nicolas Stemann
Nachtkritik vom 23. Mai 2014

7. Warum läuft Herr R. Amok?
Münchner Kammerspiele, Regie: Susanne Kennedy
Nachtkritik vom 27. November 2014

8. Das Fest
Staatsschauspiel Stuttgart, Regie: Christopher Rüping
Nachtkritik vom 20. April 2014

9. Die lächerliche Finsternis
Burgtheater Wien, Regie: Dušan David Pařízek
Nachtkritik vom 6. September 2014

10. Baal
Residenztheater München, Regie: Frank Castorf
Nachtkritik vom 15. Januar 2015

Das gaben Berliner Festspiele-Intendant Thomas Oberender und Theatertreffenleiterin Yvonne Büdenhölzer zusammen mit der Kritiker*innen-Jury (Till Briegleb, Barbara Burckhardt, Wolfgang Huber-Lang, Peter Laudenbach, Bernd Noack, Stephan Reuter und Andreas Wilink) im Rahmen einer Pressekonferenz bekannt.

Die Einladung des "Baal" vom Residenztheater München, dessen Absetzung der Suhrkamp Verlag im Auftrag der Brecht-Erben erwirken will, sei auch als Impuls an die Brecht-Erben gedacht, ihre Entscheidung zu überdenken, so die Jury.

Theatertreffen-Leiterin Büdenhölzer bezeichnete den Jahrgang 2015 als "Festival der Debütanten und Erstaufführungen". Eine neue Generation von Regisseuren und Autoren dränge ins Theater. Außerdem sei eine Repolitisierung des Theaters festzustellen.

Thomas Oberender kündigte einen Fassbinder-Schwerpunkt für das Rahmenprogramm des Theatertreffens an – zu dem auch der Stückemarkt gehört, den die Berliner Festspiele Ende 2014 re-reformiert haben, indem sie nach einem Jahrgang im Zeichen der performativen Arbeiten und der Patenschaft zu den Stücken und zum Jury- und Wettbewerbsprinzip zurückkehrten.

Das 52. Theatertreffen findet vom 1. bis zum 17. Mai 2015 in Berlin statt.

(sle / sd)

 

Mehr zu Theatertreffen: Diese zehn wurden kürzlich von der nachtkritik.de-Userschaft in die Auswahl des virtuellen Theatertreffens 2015 geklickt.

Und diese zehn waren letztes Jahr zum Theatertreffen der Berliner Festspiele eingeladen.

 

Ärger um Frank Castorfs "Baal" in München

Absetzung soll erklagt werden

30. Januar 2015. Der Suhrkamp Verlag hat dem Residenztheater München mitgeteilt, dass er heute eine einstweilige Verfügung vor Gericht beantragen wird, um die Absetzung der zukünftigen Baal-Aufführungen (nachtkritik vom 15. Januar 2015) in der Inszenierung Frank Castorfs im Residenztheater zu erwirken. Das teilt das Theater in einer Pressemeldung mit. Intendant Martin Kušej sei von diesem Schritt des Verlags "außerordentlich irritiert und wir kämpfen dafür, dass die Inszenierung weiterhin im Residenztheater gezeigt werden kann".

Ruhr-Uni bekommt Schlingensief-Gastprofessur

Für einen internationalen Künstler

30. Januar 2015. Die Universität Bochum will am Theaterwissenschaftlichen Institut eine Christoph-Schlingensief-Gastprofessur einrichten, das meldet wdr.de. Sie soll mit international renommierten Künstlern besetzt werden, die den Studierenden aktuelle Entwicklungen in der Darstellenden Kunst vermitteln. Die Gastprofessur wird von der Kunststiftung NRW unterstützt. Sie ist nach dem 2010 gestorbenen Regisseur Christoph Schlingensief benannt, der aus Oberhausen stammte. Wer die Gastprofessur als erstes übernehmen wird, sei aber noch nicht bekannt.

(wdr.de / sik)

"Blackfacing" ist "Anglizismus des Jahres" 2014

Wer hat die kulturelle Deutungshoheit?

27. Januar 2015. Der Begriff "Blackfacing" ist der "Anglizismus des Jahres" 2014. Das meldet u.a. Spiegel online. Die "Bezeichnung für die Darstellung schwarzer Menschen durch dunkel geschminkte weiße Menschen" reflektiert nach Ansicht der Jury unter dem Vorsitz des Sprachwissenschaftlers Anatol Stefanowitsch von der Freien Universität Berlin "einen Konflikt zwischen einer Mehrheit, die für sich eine uneingeschränkte kulturelle Deutungshoheit in Anspruch nimmt, und einer (wachsenden) Minderheit, die das nicht mehr stillschweigend hinnimmt".

Der Suhrkamp-Verlag ist gerettet

Unseld-Berkéwicz tritt ab

Frankfurt am Main, 21. Januar 2015. Der Suhrkamp-Verlag wird in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Wie Deutschlandradio Kultur mit Berufung auf das Unternehmen meldet, steigt die Darmstädter Unternehmerfamilie Ströher als neuer Aktionär mit ein. Suhrkamp-Chefin Ulla Unseld-Berkéwicz will in den kommenden Monaten ihr Amt abgeben und in den Aufsichtsrat wechseln.

Der Dramatiker Georg Lohmeier ist tot

Ein guter Bayer kann auch aus Afrika sein

20. Januar 2015. Der Dramatiker Georg Lohmeier ist tot. Das meldet der Bayerische Rundfunk auf seiner Internetseite. Lohmeier, der nicht nur Theaterstücke und Hörspiele, sondern auch Fernsehserien, wie "Königlich Bayerisches Amtsgericht" schrieb, starb der Mitteilung zufolge am 19. Januar 2015 nach langer Krankheit.

Ulrich Tukur erhält den Helmut-Käutner-Preis 2015

Widersprüchliche Männerfiguren

20. Januar 2015. Der Helmut-Käutner-Preis 2015 wird in diesem Jahr an Ulrich Tukur verliehen, das meldet unter anderem die Westdeutsche Zeitung (20.1.2015). Die Jury begründete ihre Wahl damit, dass "Tukur zu den herausragenden Schauspielern Deutschlands" gehöre. Seit den achtziger Jahren verkörpere er "überzeugend oftmals widersprüchliche Männerfiguren in deutschen und internationalen Filmproduktionen". Ihm gelängen stets "Charakterdarstellungen von bleibender Wirkung".

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