Rambo plusminus Zement - Klaus Gehre vermengt in Dortmund Heiner Müller und Sylvester Stallone auf verblüffend produktive Weise
Schlachtfeld im Kopf
von Sascha Westphal
Dortmund, 17. Februar 2016. Ein Mann liegt auf einem Bett und kommt nicht los von seinen Gedanken. Hoch über ihm kreist ein Deckenventilator. Dazu erklingt irgendwann ein Geräusch, das auch von einem Hubschrauber stammen könnte. Zu Beginn von Klaus Gehres neuestem Live-Film wähnt man sich für einige Momente im falschen Film oder auch im falschen Theater. Der Mann auf dem Bett, das müsste doch eigentlich Captain Willard aus Francis Ford Coppolas Vietnamkriegsfilm "Apocalypse Now" sein. Doch der Eindruck täuscht. Der, der da liegt und von verfremdeten Stimmen und albtraumhaften Bildern, die auf die große Leinwand hinter ihm projiziert werden, gequält wird, hat, anders als Coppolas Reisender ins Herz der Finsternis, den Krieg erst einmal hinter sich. Nach drei Jahren im Kampf für die Revolution und gegen die Weißen ist der ehemalige Schlosser Gleb Tschumalow in seine Heimatstadt zurückgekehrt.
Das schweigende Mädchen - Michael Simon bringt in Dortmund ein visuelles Konzentrat von Elfriede Jelineks Mammut-Text auf die Bühne
Beredte Bilder
von Sascha Westphal
Dortmund, 11. Dezember 2015. Die kleine Halle im Megastore, der Ausweichspielstätte des Schauspiel Dortmund, in der vor noch nicht allzu langer Zeit der BVB seine Fanartikel verkauft hat und in der nun erstmals Theater gespielt wird, liegt im Dunkel. Sechs einzelne Lichtpunkte geben erste Orientierungsmarken. Sie deuten eine Art von Parcours an. Aber es gibt keine vorgezeichneten Wege. Jeder kann sich frei zwischen sechs Schauplätzen, an denen Elfriede Jelineks Engel ihre gewundenen Reden halten, hin und her bewegen.
Die Show. Ein Millionenspiel um Leben und Tod - Kay Voges mixt sich am Theater Dortmund aus den Tiefen der deutschen Fernsehgeschichte eine wilde Mediengroteske
Die ultimative Flucht
von Friederike Felbeck
Dortmund, 23. August 2015. Alle Zutaten liegen parat: eine Plätscher-Kombo, die einen seichten Musikteppich auslegt, eine gigantische Showtreppe, die die Kandidaten auf die Bühne spült und die obligatorische Sitzecke, in der Stargäste und B-Promis Platz nehmen werden. Ein Warm-Upper buhlt um die Publikumsgunst mit Fußballergebnissen und reißt mal homophobe, mal lokalpatriotische Witze. So grooved der Regisseur Kay Voges seine Zuschauer in die Welt der Fernsehshows ein.
Ach je die Welt - Andreas Gruhn inszeniert Anne Leppers erstes Jugendstück in Dortmund im Rahmen des Projektes Industriegebietskinder
Im Land der platzenden Chipstüten
von Stefan Keim
Dortmund, 8. Mai 2015. Es ist einfach nichts los. Drei 15-jährige zwängen sich durch Baustellenzäune und hängen rum. Als sie einen Spielzeughund vor ein Bällchen treten lassen, explodieren sie vor Begeisterung. Sie haben nichts anderes. Anne Lepper zeigt in ihrem Stück "Ach je die Welt" Jugendliche, die um ihren Platz im Leben kämpfen. Und dabei ausprobieren, was die Sozialgeschichte des 20. Jahrhunderts zu bieten hat.
Regie: Klaus Gehre
Regie: Marcus Lobbes / Kay Voges
Regie: Claudia Bauer
Regie: Daniel Hengst
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