Missionen der Schönheit: Holofernesmomente – Julia Burger setzt Sybille Bergs flapsige Frauenrevue im Wiener Werk X in Szene
#Metoo und Spitzenhäubchen
von Leopold Lippert
Wien, 19. Februar 2018. An Tagen, an denen ernsthaft darüber debattiert wird, ob Herzogin Kates dunkelgrünes Kleid mit schwarzem Gürtel nun als Symbol der Verweigerung oder doch der Solidarität mit der "Time's up"-Initiative verstanden werden soll, hat Sybille Bergs flapsige Frauenrevue mit augenzwinkerndem Bibelbezug schon fast etwas Ehrenrühriges. Nicht dass ihr kurzes Stück "Missionen der Schönheit: Holofernesmomente", bereits 2010 uraufgeführt, an Aktualität verloren hätte: von sexueller Gewalt über sexistische Rollenklischees bis zu alltäglichen Mikroaggressionen thematisiert Berg vieles, was "Time's up" und #metoo in den letzten Monaten wieder ins Zentrum der medialen Aufmerksamkeit gerückt haben. Aber die acht Skizzen, in denen acht Judits ihre Lebensgeschichten erzählen, sperren sich gegen simple politische Instrumentalisierung: zu nonchalant, zu kontextfrei, zu paradox reiht Berg ihre Frauenschicksale aneinander.
Gutmenschen - Yael Ronens neuer Streich am Volkstheater Wien
Red Bull verleiht kein Bleiberecht
von Theresa Luise Gindlstrasser
Wien, 11. Februar 2018. Die Geschichte vom Hasen? "Der Hase hüpft dem Löwen ins Maul, damit er ihn von innen heraus verändern kann." Der Marsch durch die Institutionen führt bei "Gutmenschen" von Yael Ronen und Ensemble ins Didi Mateschitz-Dickicht, besser bekannt als ServusTV. Und weil Mateschitz nicht nur Privatfernsehen, sondern vor allem Red Bull betreibt, steht auf der Bühne ein riesiger roter Stier. Zeus, Europa, Mythologie? Nix da. Eine Red-Bull-Reality-Show soll die Abschiebung von Cousin Yousif verhindern. Die "Gutmenschen" glauben, auf ServusTV ließe sich "mit Rechten reden". Einzig Elias zweifelt, und Schauspieler Sebastian Klein schimpft sich aus der Rolle heraus: "Das ist mein Text, aber zufällig ist das auch meine Meinung."
Regie: Jacob Suske
Regie: Dušan David Pařízek
Regie: Stephan Kimmig
Regie: Árpád Schilling
Regie: Thomas Köck & Elsa-Sophie Jach
Regie: Nature Theatre of Oklahoma
Regie: Marlene Monteiro Freitas
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